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Solarstrom selbst erzeugen: Wann sich eine PV-Anlage lohnt

Technologie

Die Preise für Benzin und Diesel bewegen sich trotz Tankrabatt aktuell um oder oberhalb von zwei Euro je Liter. Gleichzeitig hat das Bundeskabinett am 29. Juli 2026 die EEG-Novelle 2027 beschlossen, die die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Dachanlagen unter 25 Kilowatt abschaffen soll.

Zwei Nachrichten, die gegensätzlich wirken. Der Blick auf die Zahlen zeigt: Für Eigenheimbesitzer ändert sich an der Wirtschaftlichkeit von eigenem Solarstrom, Wärmepumpe und Elektroauto wenig, solange sie den erzeugten Strom selbst nutzen.

Harald M. Depta ist DEKRA-zertifizierter Experte für Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Elektromobilität und elektrisches Fuhrparkmanagement. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.

Was eine eigene Kilowattstunde wirklich kostet

Nach der aktuellsten Stromgestehungskosten-Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE liegen die Erzeugungskosten von Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeicher in Deutschland 2024 zwischen 6,0 und 22,5 Cent pro Kilowattstunde. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt laut BDEW-Strompreisanalyse 2026 bei 37,0 Cent pro Kilowattstunde.

Selbst am oberen Ende der Fraunhofer-Spanne kostet selbst erzeugter und gespeicherter Solarstrom damit deutlich weniger als Netzstrom. Diese Differenz bleibt bestehen, unabhängig davon, ob eine neue Anlage künftig eine Einspeisevergütung erhält. Sie betrifft ausschließlich den Strom, den Sie selbst verbrauchen.

Noch bis Ende 2026 von einer PV-Anlage profitieren

Ich betreibe seit 2020 eine rund 17-Kilowatt-Anlage mit zwei Batteriespeichern, zusammen etwa 27 Kilowattstunden. Auch bei diesem für ein Einfamilienhaus überdurchschnittlich großen System gilt die gleiche Rechnung: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde kostet weiterhin nur einen Bruchteil des Netzstrompreises, unabhängig von der politischen Debatte um die Einspeisevergütung.

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Für Bestandsanlagen ändert die EEG-Novelle laut Bundesregierung ohnehin nichts: Wer bis Ende 2026 ans Netz geht, behält seine feste Vergütung für 20 Jahre unangetastet. Wer 2027 baut, soll für begrenzte Zeit eine gestaffelte Übergangszahlung erhalten. Bundestag, Bundesrat und die EU-Kommission müssen dem Gesetzentwurf noch zustimmen, das geplante Inkrafttreten ist der 1. Januar 2027.

Wärmepumpe: Die Anschaffung wird gefördert, nicht der Betriebsvorteil

Bei der Wärmepumpe hat sich die Förderkulisse zuletzt spürbar verändert. Seit der Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude zum 21. Juli 2026 beträgt die Grundförderung über das KfW-Programm 458 noch 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus sind bis zu 70, in Ausnahmefällen bis zu 80 Prozent möglich. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit maximal 28.000 Euro, der Höchstzuschuss liegt damit bei 22.400 Euro. Unabhängig von der genauen Förderhöhe bleibt der Betriebskostenvorteil bestehen:

Eine im Auftrag von Agora Energiewende erstellte Studie des Öko-Instituts und des Fraunhofer ISE zeigt, dass die Betriebskosten einer Wärmepumpe selbst im unsanierten Altbau unter denen einer neuen Gasheizung liegen. Wer eine Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom kombiniert, vergrößert diesen Vorteil weiter.

Elektroauto: Die Differenz zeigt sich an der Tankstelle

Auch beim Fahrzeugantrieb liefert der aktuelle Spritpreis die klarste Rechnung. Ein Liter Diesel kostet trotz Tankrabatt aktuell mehr als zwei Euro, selbst Super E10 kratzt an der Zwei-Euro-Marke. Ein selbst erzeugter Liter Haushaltsstrom aus eigener Solarproduktion kostet, wie oben gezeigt, oft nur einen Bruchteil des Netzstrompreises.

Wie stark sich das auf die Kilometerkosten auswirkt, hängt vom Verbrauch des jeweiligen Fahrzeugs ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Fest steht: Je höher der Spritpreis, desto größer der Abstand zum eigenen Solarstrom, unabhängig von Förderprogrammen für den Fahrzeugkauf.

Was das für Ihre Entscheidung bedeutet

Die drei Zahlenreihen ergeben zusammen ein konsistentes Bild: Die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik, Wärmepumpe und Elektromobilität hängt vor allem am Verhältnis zwischen Eigenerzeugung und Bezugspreisen, weniger an der jeweils aktuellen Förderkulisse. Planen Sie den Bau einer Photovoltaikanlage, lohnt sich eine Inbetriebnahme noch 2026, um die volle 20-jährige Einspeisevergütung zu sichern, auch wenn diese für den reinen Eigenverbrauch nachrangig ist.

Bei der Wärmepumpe zählt der Fördersatz zum Zeitpunkt der Antragstellung, nicht der Kaufentscheidung. Fragen Sie deshalb Ihren Installationsbetrieb konkret, mit welchem Fördersatz er aktuell rechnet und ob ein bedingter Vertrag vor der endgültigen Förderzusage möglich ist.

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