Soldaten, Flugzeuge, Schiffe, Waffensysteme: Trump könnte bis zu 40.000 US
Lange hat US-Präsident Donald Trump gefordert, dass Europa selbst für seine Verteidigung sorgt – nun scheint seine Regierung ernst machen zu wollen. Das US-Pentagon erwägt einen massiven Abbau seiner Militärpräsenz auf dem Kontinent, wie der Sender NBC berichtet. Demnach könnten 25.000 bis 40.000 Truppen aus Nato-Staaten abgezogen werden; aktuell sind in Europa etwa 80.000 amerikanische Soldaten stationiert.
Auch Flugzeuge, Schiffe und Waffensysteme wären dem Bericht zufolge betroffen. Gerade in Deutschland, Italien und Spanien soll der Abbau erfolgen. Mit 36.000 Soldaten gibt es in der Bundesrepublik die größte Truppenpräsenz der Amerikaner in Europa.
Der Bericht kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für die Nato, sieht sich die Allianz doch immer stärker mit Russlands hybrider Kriegsführung konfrontiert. Eine finale Entscheidung will das Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth laut NBC bis zum 6. November treffen.
Bereits im Sommer hatten die USA offiziell eine Überprüfung ihrer militärischen Präsenz in Europa eingeleitet. Dies zielt darauf ab, Europa dazu zu bewegen, die Hauptlast seiner konventionellen Verteidigung zu übernehmen.
Im Juni hatte die „New York Times“ berichtet, dass die USA unter anderem 50 von 150 Kampfjets, einen Flugzeugträger, ein mit Raketen bestücktes U-Boot, Luftbetankungs- und Aufklärungsflugzeuge abziehen wollen.
Aktuell würden mehrere Optionen unterschiedlicher Tragweite durchgespielt, schreibt NBC nun. Neben massiven Einsparungen in der Luftwaffe und Marine werde auch eine Verlagerung der Soldaten nach Polen diskutiert.
Ein neuer US-Stützpunkt in Polen?
Erst am Donnerstag hatte sich US-Präsident Donald Trump positiv über die Gespräche zur Einrichtung eines amerikanischen Armeestützpunktes in Polen geäußert. Dank der „mutigen Führung“ des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki seien bei dem Thema „große Fortschritte“ erzielt worden, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Im Falle einer Einigung werde der Standort des Stützpunktes „sehr bald bekannt gegeben“.
Polens rechtsnationaler Staatschef Nawrocki versicherte, dass Warschau „alles daransetzen wird, den bestmöglichen Standort für den Stützpunkt der US-Armee bereitzustellen“. Sein Land sei bereit, die Zusammenarbeit in der Verteidigung fortzusetzen – „ernsthaft, verantwortungsbewusst und stets gemeinsam“, erklärte Nawrocki auf der Plattform X.
Die polnische Regierung hatte im August mitgeteilt, dass beide Staaten im Gespräch seien über die Einrichtung ständiger US-Stützpunkte in Polen.
Polen setzt sich jedoch für eine Verstärkung der US-Präsenz auf seinem Staatsgebiet ein. Derzeit sind fast 10.000 US-Soldaten in Polen stationiert, allerdings fast ausschließlich auf Rotationsbasis.