Solo-Entwickler macht in kürzester Zeit 1,3 Millionen mit seinem Steam-Spiel, doch dann geben es 99 Prozent zurück und er steht mit 2.000 Dollar da
Der 18-jährige Michael Major wäre mit einer schrägen Steam-Idee fast Millonär geworden. Bildquelle: Steam/WMUR-TV Dass es auf Steam manchmal verrückt zugeht, ist nichts Neues. Ein 18-jähriger Solo Dev hat sich kürzlich einen Plan überlegt, der ziemlich schräg und irgendwie trotzdem genial ist - obwohl er letztlich scheiterte. Der junge Entwickler hat nämlich ein Satire-Spiel für 200 Euro auf der Plattform angeboten, das tatsächlich ziemlich oft in den Warenkorb wanderte. Allerdings wohl nicht, weil potenzielle Käufer neugierig waren, was sich wirklich hinter der humorvollen Beschreibung und dem absurd hohen Preis verbarg. Insgesamt nahm Michael Major so unglaubliche 1,3 Millionen Dollar über Steam ein. Den Großteil verlor er aber prompt auch wieder, denn die meisten Kunden nahmen von ihrem Rückgaberecht bei Valve Gebrauch. Am Ende steht er jetzt mit gerade einmal 2.000 Dollar da. Das ist natürlich kein Vermögen dieser Größenordnung, aber immer noch gutes Geld für einen Scherz. Dieses Spiel kostet 200 Dollar Der YouTube-Kanal WMUR-TV hat die kuriose Geschichte in einem Video aufgegriffen. Dort erklärt Michael, dass er ursprünglich mit dem Titel This Game Costs 10 Dollars auf Steam startete, was ebenfalls als Gag gedacht war. Nur zwei Tage später entschied er sich dann, das Sequel zu veröffentlichen, das aufgrund seines Preises den vielsagenden Titel This Game Costs 200 Dollars verliehen bekam. Die 200 Dollar (oder Euro im deutschen Store) kommen ihm zufolge schlicht daher, dass das der maximal erlaubte Preis für ein Spiel auf Steam sei. Er kümmerte sich dann nicht weiter drum, stellte Monate später aber fest, dass sich sein Spiel erstaunlich gut verkaufte hatte. So gut, dass er dadurch zumindest theoretisch zum Millionär geworden war - denn er hatte stolze 1,3 Millionen Dollar damit eingenommen. Insgesamt haten 6.717 Leute den Titel gekauft. Allerdings gaben ihn 6.707 auch sofort wieder zurück. Das Spiel beschreibt sich selbst als psychologische Comedy-Erfahrung und präsentiert sich relativ eindeutig als Scherz. Neugierig sind manche aber wahrscheinlich trotzdem geworden. Ausgezahlt wurden am Ende deshalb nur etwa 2.000 Dollar. Ein Großteil der Kunden kam offenbar aus China. Warum sie den Titel in Massen kauften und ungespielt sofort wieder zurückgaben, ist nicht ganz klar. Steam-Punkte werden etwa beim Refund zurückgefordert, sodass man hier keine kosmetischen Items für Chats und Profil auf der Plattform farmen kann. Der Entwickler rätselt selbst An sich kann es vorkommen, dass teure Steam-Spiele für Geldwäsche genutzt werden, was auch der Entwickler anbringt. Dann ist es aber normalerweise so, dass jemand ein Fake-Spiel bei Steam zum Höchstpreis einstellt, um es dann selbst immer wieder zu erwerben und sich schließlich den Gewinn auszuzahlen. Diese Methode ist allerdings nicht sonderlich effizient, weil Valve nicht nur den 30-Prozent-Anteil im Store einbehält, sondern eben auch viele Daten von den Entwicklern verlangt und prüft, wenn unbedeutende Spiele auf einmal hohe Einnahmen verzeichnen. Gut möglich also, dass Steam selbst hier die Rückzahlungen aufgrund des Verdachts veranlasst hat. Illegale Einnahmen und Verkäufe florieren in diesem Bereich eher über Skins und Gegenstände (zum Beispiel für Counter Strike) und Drittanbieter-Webseiten. Vielleicht kam es hier zu einer Verwechslung, aber was genau passiert ist, werden wir wohl erst einmal nicht erfahren. Sollte hierzu noch ein Statement von Valve kommen, ergänzen wir es natürlich. Apropos Valve, auch das Unternehmen selbst schockiert mit seinen Preisen, allerdings bei der Steam Machine: 54:03 1.039 für WAS?! Die Steam Machine ist Valves teuerster Fehler Autoplay Major nimmt es gelassen. Natürlich weckt dieses Geld eine gewisse Sehnsucht, richtig daran geglaubt, dass es bei ihm auf dem Konto lande, habe er aber ohnehin nicht. Das Spiel selbst macht keinen Hehl daraus, dass es sich nur um einen Witz handelt. Allein die Steam-Beschreibung beginnt so: Wurdest du schon mal betrogen? So richtig betrogen? Denn dieses Spiel ist der Betrug aller Betrüge. Dieses Spiel kostet 200 US-Dollar - oder was auch immer das in deiner Währung entspricht. Das ist eine Menge Geld für ein Videospiel. Und doch weiß ich, dass manche Leute dieses Spiel aus purer Neugier kaufen werden, und ich kann dir nur wärmstens empfehlen, das auch zu tun. Seht ihr, während die meisten anderen einfach ein paar wiederverwendete Modelle zusammenstellen würden, habe ich ein komplettes Spiel für euch entwickelt. Mit Features, zahlreichen Features. Beeindruckend, ich weiß. Dieses Spiel ist zudem ein psychologisches Experiment, bei dem ich versuche, euch davon zu überzeugen, dass dieses Spiel wirklich 200 Dollar kostet. Immerhin zehn Leute fühlten sich offenbar von dieser Beschreibung zum Kauf motiviert und haben das Spiel darüber hinaus nicht sofort zurückgegeben. Ob der Asset-Flip sie wirklich überzeugt hat, ist fraglich. Vielleicht wollten sie die humorvolle Idee unterstützen oder haben schlicht vergessen, den Titel innerhalb der Frist zurückzugeben. Wie findet ihr die Aktion und hättet ihr selbst aus Neugierde mal kurz reingeschaut? Und was glaubt ihr, steckt hinter dem Großeinkauf in China? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!