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Somalischer Schiedsrichter leitet Supercup zwischen Paris Saint-Germain und Aston Villa

Sport

Der somalische Schiedsrichter Omar Artan hat bei der vergangenen Weltmeisterschaft für jede Menge Wirbel gesorgt - allerdings unfreiwillig und ohne eigenes Zutun. Ein Spiel leiten durfte er dort nämlich nicht. Jetzt steht der 34-jährige Referee erneut im Fokus, und diesmal aus erfreulichen Gründen. Artan leitet auf Einladung der UEFA das Finale um den europäischen Supercup zwischen Paris Saint-Germain und Aston Villa. Angebliche Verbindungen zu einer Terrororganisation "Es war eine sehr schwere Zeit", sagt Artan vor seinem Einsatz in Salzburg (21.00 Uhr) über sein sportpolitisches WM-Drama. Das hatte kurz vor Beginn der XXL-WM für viel Aufregung und Empörung gesorgt. Obwohl er sportlich für das Turnier nominiert war, verweigerten ihm die USA trotz eines gültigen Visums die Einreise. Als Grund nannten die Behörden Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation in seiner Heimat. Artan: "Ich bin unglaublich dankbar" "Viele Menschen haben mir ihr Mitgefühl gezeigt, denn wenn jemand viele Jahre lang gearbeitet hat und eigentlich etwas tun sollte, es dann aber nicht mehr kann, ist das eine große Herausforderung", sagt Artan. Unterstützung habe er aus der ganzen Welt erfahren, das schätze er sehr: "Ich bin unglaublich dankbar." Bei seiner Rückkehr in die Heimat war er am Flughafen in Mogadischu begeistert empfangen worden. Die stets FIFA-kritische UEFA reagierte damals prompt auf die Abweisung und setzte Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 für die Partie zwischen PSG und Aston Villa an. Als erster Schiedsrichter außerhalb Europas darf Artan nun den Supercup leiten. "Als wir diesen Anruf erhielten, war das für meine Familie und mich ein sehr glücklicher Moment", sagt er: "Es gibt eine große somalische Gemeinschaft in Europa und in Österreich, und sie sind überglücklich, dass ich ein solches Spiel leiten darf." Von der UEFA ist das ein Stück weit Kalkül. Sie positioniert sich gegen die FIFA und stärkt zugleich ihre Verbindungen zum afrikanischen Kontinentalverband CAF. Schwierige Kindheit und harte Arbeit Die weniger glücklichen Momente kennt Artan auch. Sein Vater starb früh, von seiner Mutter wuchs er getrennt auf. Sein Glück fand er als Schiedsrichter im Fußball. Über Schulwettkämpfe und die somalische Liga ging es schnell bergauf, bis ins Finale der afrikanischen Champions League. "Ich habe hart dafür gearbeitet, hier zu sein, und bin wirklich stolz", sagte er: "Wie man sich vorstellen kann, bin ich unter schwierigen Umständen aufgewachsen, aber das hat mich nicht davon abgehalten, meine Träume zu verfolgen." Aus dem WM-Traum wurde aber ein Alptraum. Infantino: "Natürlich unglücklich" Der Fall sei "natürlich unglücklich", hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino damals erklärt. Schärfer im Ton war die Trump-Regierung: "Wir werden nicht zulassen, dass im Rahmen eines Fußballturniers zwielichtige Gestalten in die Vereinigten Staaten einreisen", sagte Andrew Giuliani, Chef der WM-Taskforce des Weißen Hauses. Man müsse "sicherstellen, dass wir nicht die falschen Leute ins Land lassen". In der Fußballwelt war die Entscheidung teils hart kritisiert worden. "Unglaublich und absurd", nannte sie etwa Ex-FIFA-Chef Joseph Blatter: "Verweigert ein Land einem Schiedsrichter die Einreise, ist das ein schwerwiegendes Problem, und die Weltmeisterschaft sollte nicht in einem solchen Land stattfinden."

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