Sonnen GmbH: Deutscher Speicherhersteller meldet Insolvenz an
Düsseldorf. Gerade mal zwei Monate nach dem Verkauf durch den britischen Öl- und Gaskonzern Shell an den Investor Tiven ist das Schicksal der deutschen Sonnen GmbH besiegelt: Am Morgen wurden die rund 400 Mitarbeitenden im bayerischen Wildpoldsried darüber informiert, dass der Speicherhersteller an diesem Donnerstag offiziell Antrag auf Insolvenz gestellt hat. Das bestätigt das Unternehmen auf Anfrage des Handelsblatts.
Es ist das Ende des einstigen deutschen Batterie-Pioniers aus dem Allgäu – zumindest in seiner jetzigen Form. Zwar sollen Bestandsgeschäft und Service für die mehr als 150.000 Kunden weiterlaufen. Aber neben der Zentrale in Wildpoldsried werden zahlreiche Sonnen-Töchter abgewickelt oder in die selbstverwaltete Insolvenz geschickt. Nur ein einziger Produktionsstandort soll nach Handelsblatt-Informationen erhalten bleiben.
„Die Firma ist hochgradig dysfunktional und verbrennt Geld ohne Ende“, sagen mit dem Vorgang vertraute Personen. Sonnen-Beschäftigte zeigen sich über die Entscheidung des neuen Eigentümers schockiert. Schließlich war der Plan von Tiven eigentlich, den Speicherhersteller zu sanieren.
Tiven ist das Family-Office von Gert Purkert, Mitgründer und Partner der internationalen Investmentfirma Aurelius. Äußern wollte sich auf Anfrage dort niemand. Dem Handelsblatt liegen jedoch interne Dokumente vor. Sie zeigen, wie es um den ehemaligen Marktführer wirklich steht.