Sonnenfinsternis auf Mallorca: So gelingen sichere Fotos
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Am Mittwoch, 12. August, ist es wieder so weit: Kurz vor Sonnenuntergang findet die nächste Sonnenfinsternis statt. Dieses Mal ist sie auf Mallorca total zu sehen, der Mond schiebt sich vollständig vor die Sonne. Deshalb reist auch Profifotograf Stefan Seip wie Tausende andere auf die spanische Insel. Aber auch in anderen Teilen Europas kann die aktuelle Sonnenfinsternis beobachtet werden. Wer sich im sogenannten Totalitätsstreifen befindet, erlebt, wie die Sonne für kurze Zeit ganz verschwindet. Dieser Streifen reicht von Island über Spanien bis nach Mallorca. Außerhalb davon wird die Sonne nur teilweise vom Mond bedeckt. Wer ein Foto macht, muss top vorbereitet sein. Und schnell: Auf Island dauert die totale Phase etwa 2 Minuten und 13 Sekunden (Beginn 17.48 Uhr), auf Mallorca je nach Standort 1 Minute und 35 Sekunden bis 1 Minute und 37 Sekunden. Beginn der Totalität ist ca. 20:30:55 Uhr, Ende 20:32:30 Uhr. „In Deutschland ist sie partiell zu sehen, aber je schwächer die Sichel ist, desto beeindruckender sind Fotos“, sagt der Astrofotograf Stefan Seip, der schon 20 Sonnenfinsternisse vor der Linse hatte. „Im Umkreis von Freiburg sind etwa 90 Prozent der Sonnenoberfläche bedeckt. Das gibt magische Bilder.“ Am 12. August fotografiert er auf Mallorca die aktuelle Sonnenfinsternis. Das perfekte Bild im richtigen Moment – Seip hat schon viel Aufregendes vor der Linse gehabt, aber bei einer Sonnenfinsternis geht sein Puls immer noch schneller. Der 62-jährige Stuttgarter fotografiert seit 48 Jahren den Himmel. Die wichtigste Frage: Wie wird das Wetter? „Die beste Vorbereitung nützt nichts, wenn es bewölkt ist“, sagt Seip. Mit Adapter und Fernglas gelingen Handy-Fotos Im Buch „Sonnenfinsternis über Europa – Das kosmische Schauspiel am 12. August 2026“ (Kosmos Verlag) zeigt er mit eigenen Bildern, wie tolle SoFi-Fotos aussehen können. Er hat 2019 die totale Finsternis in Chile selbst mit Handy, Adapter und Teleskop fotografiert. Damit das Foto mit dem Handy gelingt, wird es über einen Adapter mit einem Fernglas gekoppelt, um die Sonne optisch möglichst nah heranzuholen. Einen solchen Aufsatz gibt es ab ca. 20 Euro. Seips wichtiger Hinweis für die Anwendung: „Nicht die Folie vergessen! Die für Handy und Fernglas geeignete gibt es im Astrofotografie-Fachhandel lose zu kaufen. Man kann sie mit Klebeband vor der Linse befestigen. Entscheidend ist: Wer eine Optik auf die Sonnenfinsternis richtet, egal ob zum Durchschauen oder fürs Foto, muss die Folie vorn vor die Optik platzieren, wo das Licht als Erstes aufs Glas trifft. Sonst schmilzt dahinter alles kaputt.“ Hat das Handy mehrere Linsen, nur eine hinter das Okular des Teleskops halten. Seip: „Beim Smartphone kann man die Blende meist nicht beeinflussen, dafür Belichtungszeit und Lichtempfindlichkeit, genannt ISO. Je nachdem, wie stark das Licht ist oder ob Dunst vor der Sonne ist, stellt man beides im Fotomenü des Smartphones ein. Am besten mithilfe der Folie das Fotografieren vorher an der noch nicht verfinsterten Sonne üben und die Einstellungen merken.“ Schutz vor Augenschäden