DAX +0,48 % 26.449,08 Pkt 10:40:31 MDAX +0,53 % 32.420,90 Pkt 10:40:32 Euro Stoxx 50 +0,02 % 6.552,33 Pkt 10:40:30 Dow Jones -0,45 % 53.791,85 Pkt 22:41:12 S&P 500 -0,38 % 7.728,20 Pkt 22:34:05 Nasdaq -0,92 % 26.445,45 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,83 % 67.524,06 Pkt 08:45:02 Gold +1,85 % 4.464,20 USD 10:45:23 Silber +2,43 % 66,35 USD 10:45:27 Brent +0,43 % 89,29 USD 10:44:42 WTI +0,48 % 83,60 USD 10:45:25 Bitcoin +0,26 % 63.716,69 USD 10:55:22 EUR/USD -0,03 % 1,15420 USD 10:55:21 EUR/GBP -0,06 % 0,85400 GBP 10:55:32 EUR/CHF +0,29 % 0,93770 CHF 10:55:31 EUR/JPY +0,04 % 183,841 JPY 10:55:31

Sonnenfinsternis lässt deutsche Strompreise explodieren

Technologie

Wenn's dunkel wird, dann wird's auch teuer: Die Sonnenfinsternis am Mittwochabend über Europa sorgt am deutschen Strommarkt für ungewöhnlich starke Preisausschläge. Die bereits am Dienstag festgelegten sogenannten Day-Ahead-Preise zeigen insbesondere in den Stunden mit der stärksten Verdunkelung deutliche Sprünge, berichtet der Energiemarktdienst Montel. Der Grund ist simpel: Wenn der Mond die Sonne teilweise verdeckt, sinkt auch die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen. Nach Einschätzung von Montel könnte die Solarstromerzeugung in Deutschland bei klarem Himmel rund um das Ereignis um ein bis zwei Gigawatt zurückgehen. „Spanien und Deutschland werden vermutlich die größten Auswirkungen spüren“, hieß es bereits am Freitag in einer Mitteilung des Verbands der europäischen Übertragungsnetzbetreiber Entso-E. 200 Euro Aufschlag Die Auswirkungen sind an der Strombörse bereits sichtbar. Für die Stunde zwischen 19 und 20 Uhr liegt der Day-Ahead-Preis demnach bei rund 300 Euro je Megawattstunde – etwa 122 Euro mehr als am Vortag. Für die folgende Stunde werden ebenfalls rund 300 Euro je Megawattstunde erwartet. Kleines Kraftwerk Noch stärker fallen die Ausschläge bei der Betrachtung einzelner 15-Minuten-Intervalle aus. Für die Viertelstunde von 19.45 bis 20 Uhr wurden 461,17 Euro je Megawattstunde angesetzt. Von 20 bis 20.15 Uhr sind es 402,50 Euro. Gegenüber den entsprechenden Zeiträumen des Vortags entspricht das Aufschlägen von rund 205 beziehungsweise 195 Euro je Megawattstunde. ANZEIGE ANZEIGE „Sehr genau vorhersehbar“ Eine Sonnenfinsternis ist für das Stromsystem ein ungewöhnliches Ereignis: Der Rückgang der Solarproduktion kommt vergleichsweise schnell, lässt sich aber gleichzeitig sehr präzise vorhersagen. Netzbetreiber und Stromhändler können sich deshalb grundsätzlich darauf einstellen. „Anders als etwa eine Wolkenfront ist eine Sonnenfinsternis sehr genau vorhersehbar“, sagt Vincent Thevenin, Energiemarktexperte für Deutschland bei Montel Analytics. Auffällig sei deshalb weniger die Vorhersagbarkeit als vielmehr die Ausschläge in den einzelnen Viertelstunden. Die Sonnenfinsternis kommt zudem zu einer ungewöhnlichen Tageszeit. In Deutschland beginnt die partielle Verdunkelung am Mittwochabend je nach Region etwa zwischen 19.10 und 19.25 Uhr. Das Maximum wird ungefähr zwischen 20.05 und 20.15 Uhr erreicht. In dieser Phase steht die Sonne ohnehin bereits relativ tief. Hinzu kommt die derzeit angespannte Situation im europäischen Stromsystem. Hitze und Trockenheit belasten die Stromerzeugung und erhöhen zugleich den Bedarf, etwa durch Klimaanlagen. Damit stehen nach Einschätzung von Montel weniger flexible Kraftwerkskapazitäten zur Verfügung, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen. Die Sonnenfinsternis 2026 im Live-Ticker Sonnenfinsternis als Chance Wie stark der Markt auf das Ereignis reagieren würde, war offenbar nicht von Anfang an klar. Noch am Mittwochvormittag lagen frühere Preissignale für die betroffenen Viertelstunden deutlich niedriger. An der österreichischen Strombörse EXAA wurden für 19.45 bis 20 Uhr zunächst 311,71 Euro und für 20 bis 20.15 Uhr ein Preis 284,99 Euro je Megawattstunde festgestellt. Die später ermittelten Day-Ahead-Preise jedoch lagen deutlich höher. Für Verbraucher bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass der Strom am Mittwochabend für sie entsprechend teuer wird. Die Börsenpreise bilden nur einen Teil des Endkundenpreises ab. Haushalte mit klassischen Stromtarifen bekommen die kurzfristigen Schwankungen daher in der Regel nicht unmittelbar auf ihrer Rechnung zu spüren. Und auch die Versorgungssicherheit werde gewährleistet bleiben, beruhigen die Netzbetreiber. Eine eigens eingerichtete Task Force werde den Markt beobachten und die Marktteilnehmer in noch höherer Frequenz als sonst mit Wetterinformationen versorgen, hieß es in der Mitteilung von Entso-E am Freitag. Geplante Wartungsarbeiten in den Netzen würden außerdem verschoben, um die Kapazitäten zu erhöhen. Insofern sei die Sonnenfinsternis sogar eine Chance, glaubt man bei den Netzbetreibern: „Mit gewissenhafter Planung und Koordination liefert diese Sonnenfinsternis eine Möglichkeit, die Einsatzbereitschaft und Anpassungsfähigkeit des europäischen Stromsektors zu zeigen.“ +++ Keine Klima-News mehr verpassen – abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal +++ earth FOCUS online Earth widmet sich der Klimakrise und ihrer Bewältigung. Faktenzentriert. Fundiert. Konstruktiv. Jeden Freitag als Newsletter.

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