Sonnenfinsternis steht bevor: Droht Deutschland ein Stromausfall?
Weniger Solarstrom? Sonnenfinsternis am Abend: Gaskraftwerke stehen bereit Von Jennifer Buchholz 08.08.2026 - 18:55 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Eine partielle Sonnenfinsternis trifft Deutschland – ausgerechnet in den Abendstunden. Ob Solaranlagen dann zum Problem werden. Am Mittwoch, dem 12. August, steht die nächste Sonnenfinsternis an. Sie kann auch von Deutschland aus beobachtet werden. Allerdings ist sie nur partiell. Das bedeutet, dass sich der Mond nur vor einen Teil der Sonne schiebt. Somit wird das Sonnenlicht vorübergehend reduziert: Hat das negative Auswirkungen auf die hiesige Stromversorgung? Schließlich können Solaranlagen in dieser Zeit weniger Solarenergie produzieren. Gaskraftwerke als Notfallreserve Der Effekt sollte vergleichsweise gering sein. Denn die Sonnenfinsternis findet in Deutschland in den frühen Abendstunden, etwa ab 19 Uhr, statt. Da sie zudem nur partiell ist, nimmt die Einspeisung aus Photovoltaikanlagen zu diesem Zeitpunkt etwas früher ab als an einem gewöhnlichen Sommerabend. Wie viel weniger Sonnenstrom dann eingespeist wird, hängt von den Wetterbedingungen ab. Bei einem wolkenlosen Himmel verringert sich die Einspeisung aus Solaranlagen laut Prognosen der Übertragungsnetzbetreiber um bis zu zwei Gigawatt (GW). Im Vergleich zur installierten PV-Leistung von über 120 Gigawatt ist das ein sehr geringer Wert. Die Stromversorgung am 12. August ist daher nicht gefährdet. Sollte es dennoch zu Problemen kommen, haben die deutschen Übertragungsnetzbetreiber gemeinsam mit ihren europäischen Partnern kurzfristige Maßnahmen vorbereitet, auf die sie nach Bedarf zurückgreifen können. Sie haben zusätzliche Regelenergie für den Zeitraum der Sonnenfinsternis beschafft. Dabei handelt es sich um sogenannte Reservekapazitäten aus beispielsweise Gaskraftwerken, die sekundengenau einspringen können. Zudem sind die Netzleitstellen während der Finsternis verstärkt besetzt. Das sind die Top-Fragen des Tages: 2027 könnte es kritischer werden Anders könnte es jedoch bei der nächsten Sonnenfinsternis am 2. August 2027 aussehen. Denn diese fällt in die Vormittagsstunden – also in eine Zeit, in der die Solaranlagen normalerweise gerade hochfahren und zunehmend Strom ins Netz einspeisen. Fällt diese Einspeisung durch die Verdunklung vorübergehend weg, müssen konventionelle Kraftwerke, wie teure Gaskraftwerke, kurzfristig einspringen, um die Versorgung stabil zu halten. Warum werden Vorkehrungen getroffen, wenn der Effekt gering ist? Strom aus Solaranlagen wird auf dem Markt verkauft, bevor er produziert wird. Dieser Handel basiert auf Prognosen. Da eine Sonnenfinsternis ein seltenes Ereignis ist, erfassen sie nicht alle Prognosetools automatisch. Ihre Vorhersagen können also etwas abweichen. Diese Abweichungen müssen dann von den Netzbetreibern in Echtzeit ausgeglichen werden.