Sonnenfinsternis treibt Strompreise: 480 Euro durch Solar-Wegfall
460 Euro an der Börse Sonnenfinsternis lässt Strompreise steigen Von t-online, wal 12.08.2026 - 13:45 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die Sonnenfinsternis über Europa bringt auch einen Engpass in der Stromversorgung. Die Netzbetreiber stehen europaweit bereit. In den Sommermonaten bildet die Solarenergie in Europa mittlerweile eine der zentralen Säulen der Stromversorgung. Allein in Deutschland stammten in den Monaten Mai, Juni und Juli über 30 Prozent des Stroms aus dieser einen Quelle, insgesamt zwölf Terawattstunden. Das war 2026 ein Rekordwert. Das hat während der Sonnenfinsternis am Mittwoch auch Folgen. Denn während sich ab 19.12 Uhr in Deutschland der Mond teilweise über die Sonne schiebt, verschwinden nach Einschätzung von Übertragungsnetzbetreibern rund zwei Gigawatt Solarenergie aus dem Netz. In anderen Teilen von Europa, wo die Sonnenfinsternis viel deutlicher ausfallen wird, werden die Effekte entsprechend größer sein. Zwischen 19 und 21 Uhr verschwinden europaweit rund 9,7 GW an Stromerzeugungskapazitäten. Strompreise klettern auf 420 Euro durch Sonnenfinsternis Die europäischen Netzbetreiber haben sich in ihrem Verbund Entso-E nach Angaben der "Wirtschaftswoche" deshalb zusammengetan, "um die Lage kontinuierlich zu bewerten". Grundsätzlich gibt es allerdings keinen Grund zur Sorge: Die Versorgungssicherheit wird in diesem Zeitraum gewährleistet sein. So können andere Kraftwerke sowie Batteriespeicher und die Windenergie nach wie vor Strom in die Netze einspeisen. Trotzdem zeigt sich der Effekt der Sonnenfinsternis an der Strompreisbörse. Zwischen 19 und 20 Uhr steigen die Strompreise im Großhandel sehr steil an: von rund 170 Euro pro Megawattstunde um 18.15 Uhr auf bis zu 460 Euro/MWh um 19.45 Uhr. Danach sinken die Preise wieder. Loading... Embed Für Haushaltskunden haben solche Ausschläge an den Strommärkten meist keine direkten Auswirkungen, es sein denn, sie nutzen einen dynamischen Stromtarif. Dieser eignet sich vor allem für Haushalte mit flexibel einsetzbaren Anlagen wie Elektroautos, Wärmepumpen und Heimspeicher. Für Haushalte ohne diese Geräte lohnen sie sich eher nicht. Hitze setzt das Stromsystem ohnehin unter Druck Die Sonnenfinsternis setzt allerdings das europäische Stromsystem noch weiter unter Druck. Vor allem in Ländern wie Ungarn und Rumänien ist die Situation angesichts der niedrigen Pegelstände an der Donau zum Teil kritisch. Dort fehlt das nötigte Kühlwasser in der Donau, um die Atomkraftwerke betreiben zu können – deshalb laufen sie in beiden Ländern nur sehr eingeschränkt. Ungarn und Rumänien verlassen sich vor allem in den Abendstunden aktuell vermehrt auf Importe aus den Nachbarländern. Der "Financial Times" bestätigte eine Kommissionssprecherin deshalb auch, dass man in Brüssel die Effekte der Sonnenfinsternis auf die Stromversorgung in Europa genau beobachte, genauso wie die Wettervorhersagen für die nächsten Tage und Wochen.