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Sonnenfinsternis vorbei: Jetzt kommt die Mondfinsternis

Wissenschaft

Himmelsbeobachtung Auf die SoFi folgt die MoFi: Mondfinsternis Ende August Stand: 14.08.2026 14:21 Uhr Viele stehen sicher noch unter dem Eindruck der Sonnenfinsternis vom 12. August. Und wer nun Lust aufs nächste Himmelsschauspiel hat, muss nicht allzu lange warten. Am 28. August verfinstert sich der Mond über Deutschland. Wir sagen Ihnen, die Sie nun SoFi-erprobt sind, was bei der kommenden MoFi anders sein wird. von Robert Rönsch, MDR WISSEN Ein Merksatz der Himmelsbeobachtung könnte lauten: SoFi und Mofi gehen Hand in Hand. Zwar macht MoFi manchmal ihr eigenes Ding und prescht hervor, ohne auf SoFi zu warten. Aber zumindest einseitig gilt: Immer wenn SoFi sich zeigt, ist MoFi nicht weit. Warum die beiden im Doppelpack kommen Das hat einen handfesten Grund. Eine Finsternis kann es nur geben, wenn der Mond gerade einen der beiden Punkte passiert, an denen seine Bahn die Erdbahnebene kreuzt. Dieses Zeitfenster steht gut einen Monat lang offen – lang genug, dass Neumond und Vollmond beide hineinfallen. Und weil zwischen den beiden knapp 15 Tage liegen, treten Sonnen- und Mondfinsternis im Doppelpack auf. Wer dabei vorangeht, ist aus Beobachtersicht reine Glückssache: In 46 Prozent aller 114 weltweiten Fälle zwischen den Jahren 2000 und 2050 kommt die Mondfinsternis zuerst, in 47 Prozent die Sonnenfinsternis, und in den übrigen sieben Prozent liegt sogar vor und nach der Sonnenfinsternis je eine Mondfinsternis. Diesmal hatte die Sonne den Vortritt. Oft kommt die zugehörige Mondfinsternis allerdings als kleine Enttäuschung daher: Bei fast einem Drittel der Fälle wandert der Mond nur durch den Halbschatten der Erde und wird kaum merklich dunkler. Diesmal nicht. Am 28. August schiebt sich der Mond zu 93,5 Prozent seines Durchmessers in den Kernschatten – zur totalen Finsternis fehlt nicht viel. Der wichtigste Unterschied: Sie brauchen keine Schutzbrille Wer vom 12. August noch eine übrig hat, kann die Schutzbrille getrost in der Schublade lassen. Bei einer Mondfinsternis schaut man nicht in die Sonne, sondern auf einen Mond, der dunkler wird – das ist völlig gefahrlos, mit bloßem Auge, mit Fernglas oder Teleskop. Und anders als bei der Sonnenfinsternis lohnt sich das Fernglas wirklich: Es zeigt die scharfe Kante des Erdschattens, die langsam über die Krater wandert. Der zweite Unterschied ist unbequemer. Die Sonnenfinsternis kam nach Feierabend, die Mondfinsternis kommt weit vor dem Frühstück. Der Erdschatten berührt den Mond um 4:33 Uhr, die spannende Phase liegt zwischen fünf und sechs Uhr morgens. Alle sehen dasselbe – aber nicht alle gleich lang Noch ein dritter Unterschied ist wichtig: Bei der Sonnenfinsternis hatte jeder Ort seine eigenen Zeiten, weil der Mondschatten über die Erde raste. Eine Mondfinsternis dagegen läuft für alle gleichzeitig ab: Der Mond selbst steckt im Schatten, und das sieht jeder, der ihn gerade am Himmel hat. Die Uhrzeiten sind also überall identisch. Was sich unterscheidet, ist die Sichtbarkeit – und dieses Mal erheblich. Denn während der Schatten den Mond verschluckt, geht der Mond unter und die Sonne auf. Beides arbeitet gleichzeitig gegen ein schönes Himmelsspektakel. In Suhl etwa bleibt der Mond bis kurz vor sechs gut zu sehen, dann ist er zu 90 Prozent verfinstert. Die Minuten danach könnten schon von zu viel Helligkeit und Horizontdunst geprägt sein. Südthüringen gehört zu den besten Plätzen in Mitteldeutschland: Der Mond steht beim Beginn der Finsternis 15 Grad hoch und bleibt gut 77 Minuten lang komfortabel sichtbar. Wann es sich bei Ihnen lohnt Bis wann sich das Aufstehen lohnt, hängt an zwei Dingen: Der Mond muss noch hoch genug stehen, um nicht im Horizontdunst zu verschwinden, und der Morgenhimmel darf noch nicht zu hell sein. Wir haben die Grenze bei einer halben Faust über dem Horizont und dem Ende der bürgerlichen Dämmerung gezogen. Wer auf einem Berg mit freier Sicht steht, sieht auch danach noch etwas. Daraus ergibt sich ein deutliches Gefälle von Nordosten nach Südwesten. Auf Rügen ist um 5:26 Uhr Schluss, bei zwei Dritteln Bedeckung. In Görlitz reicht es bis 5:31 Uhr und 73 Prozent, in Leipzig bis 5:41 Uhr und 84 Prozent, in Erfurt bis 5:47 Uhr und 89 Prozent. Ganz im Westen Deutschlands, an der Saar, sind es 6:10 Uhr und 96 Prozent – dort dauert das Schauspiel mit anderthalb Stunden fast doppelt so lange wie an der Ostsee. Das Maximum bekommt fast niemand zu sehen Und damit zu dem, was bei dieser Mondfinsternis wirklch schade ist: Die maximale Verfinsterung um 6:13 Uhr wird kaum jemand sehen können. Der Mond steht dann in Leipzig noch 0,5 Grad über dem Horizont, die Sonne geht drei Minuten später auf. Rechnerisch dauert die Finsternis sogar bis 7:52 Uhr – aber da ist es längst heller Tag und der Mond untergegangen. Deshalb gilt die Empfehlung, die auch schon am 12. August galt, nur mit anderer Himmelsrichtung: freier Blick, diesmal nach Südwesten. Und wer die schönste Phase mitnehmen will, stellt den Wecker lieber auf halb fünf als auf um sechs.

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