Sonnenfinsternisse in Karlsruhe im 20. Jahrhundert - Zeppelinflüge und schwarze Sonne
Während des letzten Jahrhunderts erlebt Karlsruhe einige Sonnenfinsternisse, die mit dem Jahrhundertereignis vom 11. August 1999 gipfeln. Wir blicken zurück auf die spektakulärsten Sonnenfinsternisse, die in Karlsruhe deutlich zu sehen waren und wohl einen bleibenden Eindruck bei den Menschen hinterlassen haben. Die erste Sonnenfinsternis des 20. Jahrhunderts in Karlsruhe Im 20. Jahrhundert ereignen sich 228 Sonnenfinsternisse, etwas weniger als der Durchschnitt von 238 pro Jahrhundert. Die letzte totale Finsternis in Süddeutschland des 20. Jahrhunderts war am 8. Juli 1842. Am 30. August 1905 findet eine totale Finsternis in Nordamerika, Nordafrika, Europa und westliches Asien, die man in Deutschland man diese als partielle Finsternis erlebt. Trotzdem kann die Sonnenfinsternis in Karlsruhe in einzelnen Phasen gut beobachtet werden. Obwohl der Himmel fast den ganzen Tag bewölkt war, gab es in der kritischen Zeit – 13 bis 15 Uhr mittags – viele Momente, in denen die Sonne durch die Wolken gut zu sehen war. Ein Herr Renk hat einen großen Refraktor auf dem Platz vor dem Malschbrunnen aufgestellt, was viele Interessierte anzieht. Der Malschbrunnen stand damals am südöstlichen Ende der Karl-Friedrich-Straße, fällt aber 1963 dem Ausbau der Straßen am Ettlinger-Tor-Platz zum Opfer. Ein Luftschiff fährt nach Baden-Baden zur hybriden Sonnenfinsternis Die Sonnenfinsternis am 17. April 1912 erscheint in Europa als eine sogenannte hybride Sonnenfinsternis, ein seltenes astronomisches Ereignis, die je nach Ort wie eine ringförmige, totale oder partielle Sonnenfinsternis wahrgenommen wird. Um die Mittagszeit in Karlsruhe fällt die Temperatur und es wird deutlich dunkler. Das Zeppelinluftschiff „Schwaben“ ist am Tag der Finsternis mehrmals gestiegen, um Leute zu transportieren. Um 11.50 Uhr steigt es mit 10 Passagieren zur Fahrt zur Beobachtung der Sonnenfinsternis. In Karlsruhe kann man die Sonnenfinsternis bei klarem, wolkenlosem Himmel gut beobachten. Überall an Fenstern, auf Balkonen und auf der Straße sieht man Leute, die das Ereignis beobachten, meistens durch ein geschwärztes Glas oder eine farbige Brille. Kurz nach 13 Uhr erreicht die Verdunkelung den Höchststand. Die Beleuchtung ist eine merkwürdige gelblich-fahle, der Himmel erscheint grau-schwarz und die Gegenstände werfen tiefe und scharfe Schatten. Die Beobachtung der Finsternis ist diesmal günstiger als bei der letzten am 30. August 1905, wo das Wetter trüb und regnerisch war. Die Sonne war als „Mondsichel“ und bis auf vier Prozent verfinstert sichtbar. Die einzige totale Sonnenfinsternis, die in diesem Jahrhundert Deutschland trifft, schreibt die Zeitung, findet erst 1999 statt. Meterologische Beobachtungen bei der Sonnenfinsternis 1927 Bei der Sonnenfinsternis im Juni 1927 werden Fotos vom großen Fernrohren der Treptower Sternwarte gemacht, die Fleckengruppe auf der Sonne aufweisen. Trotz des ungünstigen Wetters sind die meteorologischen Bedingungen für die Beobachtung der Sonnenfinsternis günstig. Der Himmel ist nahezu wolkenlos und es herrscht eine Fernsicht von über 40 Kilometer. Abgesehen von den Messungen der Lufttemperatur werden auch Intensitätsmessungen der Sonnen- und Himmelsstrahlung und Messungen der Sichtweite ausgeführt. Partielle Finsternisse in den 1950er Jahren Während die Sonnenfinsternis am 30. Juni 1954 ist in den USA, Nordeuropa und im Osten eine totale Finsternis ist, erscheint sie nur als partielle Finsternis in Deutschland. Die Medien raten, die notwendigen Augenschutzmaßnahmen vorzusehen – berüßte Glasscheiben oder überbelichtete Filmnegative. Rund 80 Prozent der Sonne wird durch den Mond verfinstert. Es beginnt in Karlsruhe um 12.31 Uhr, mit dem höchsten Verfinsterungsgrad um 13.50 Uhr und 76 Prozent der Sonne maximal bedeckt. Die Medien weisen wieder darauf hin, dass die nächste wirklich gut zu beobachtende Sonnenfinsternis in Mitteleuropa am 11. August 1999 stattfinden wird, wobei Karlsruhe im Bereich der totalen Verfinsterung liegen wird. Die in Deutschland als partielle erlebte Sonnenfinsternis vom 2. Oktober 1959 ist bei klarem Wetter gut zu beobachten. Es fängt in Karlsruhe gegen 12.20 Uhr an und erreicht kurz nach 13 Uhr ihren Höhepunkt, als zwischen 20 und 30 Prozent der Sonnenfläche durch den Mond verdunkelt wird. Der Abend kommt am Morgen Am 15. Februar 1961 gibt es wieder eine Sonnenfinsternis, die in vielen Orten der Welt als totale Finsternis zu beobachten ist. In Deutschland ist die Verfinsterung zwischen 85 und 95 Prozent. Die Finsternis tritt kurz nach Sonnenaufgang ein und ist gegen 10 Uhr beendet. In Geschäften und Wohnungen wird das Licht wieder eingeschaltet und in den Städten geht die Straßenbeleuchtung wieder an. Das Bundesverteidigungsministerium stellt zwei Düsenflugzeuge zur Verfügung für Wissenschaftler, die Aufnahmen machen und Untersuchungen durchführen. Das Observatorium in Freiburg fotografiert auch die einzelnen Phasen der Verfinsterung. Einige Menschen haben zu lange oder ohne ausreichenden Schutz in die Sonne gestarrt und melden sich am nächsten Tag mit Sehstörungen im Krankenhaus. Diese sind teilweise nicht mehr zu heilen, wenn Teile der Netzhaut zerstört wurden. Die Sonnenfinsternis am 22. September 1968 ist in Karlsruhe als partielle Finsternis zu beobachten – hier wird nur 20 bis 25 Prozent der Sonne verdeckt. Die totale Sonnenfinsternis von 1999 Wie vielfach und schon lang angekündigt liegt Karlsruhe am 11. August 1999 mitten in der Totalitätszone. Die Kernschatten bewegen sich um die Mittagszeit über die Städte Saarbrücken, Kaiserslautern, Karlsruhe, Pforzheim, Heilbronn, Stuttgart, Reutlingen, Ulm, Augsburg, München, Salzburg, Linz und Graz. Das zweiminütige Jahrhundertereignis fängt in Karlsruhe gegen 12:31 Uhr an.