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Sono Motors eröffnet Insolvenzverfahren - IP-Portfolio zum Verkauf

Wirtschaft

Inhaltsverzeichnis close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Die Sono Motors GmbH hat ihr operatives Geschäft zum 31. Juli 2026 eingestellt und ein Insolvenzverfahren eröffnet. Das einst für sein Solar-Elektroauto Sion bekannte Münchner Unternehmen sucht nun Käufer für sein gesamtes Technologieportfolio, das unter der Marke Sono Solar gebündelt ist. Laut Sono Motors konnten trotz „intensiver und vielversprechender Investorengespräche“ keine tragfähigen Finanzierungszusagen gesichert werden. Der Hintergrund: Die börsennotierte Muttergesellschaft Sono Group N.V. hatte bereits im März 2026 beschlossen, sämtliche Finanzierungszusagen gegenüber der Tochter zu beenden und das Solargeschäft mit sofortiger Wirkung zu verlassen. Anschließend übertrug die Sono Group ihre komplette Beteiligung an der GmbH für den symbolischen Preis von einem Euro an von den Geschäftsführern Denis Azhar und Jan Schiermeister kontrollierte Gesellschaften, einschließlich Gesellschafterdarlehensforderungen in Höhe von rund 10,5 Millionen Euro. Die Muttergesellschaft richtet sich stattdessen als auf digitale Assets (vornehmlich Bitcoin) ausgerichtetes Treasury-Unternehmen neu aus. Vom Schutzschirm zur Abwicklung Es ist nicht das erste Insolvenzverfahren für Sono Motors. Bereits im Mai 2023 hatte das Unternehmen ein Schutzschirmverfahren beantragt, nachdem die Serienfinanzierung des Solar-Elektroautos Sion gescheitert war und Kundenanzahlungen in Höhe von rund 50 Millionen Euro zurückgezahlt werden mussten. Im September 2023 folgte die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung unter Aufsicht eines Sachwalters. Damals gelang zunächst eine Sanierung: Das Insolvenzgericht München bestätigte den Restrukturierungsplan am 31. Januar 2024, mit dem Investor Yorkville wurde ein Deal für das Solarintegrationsgeschäft geschlossen. Sono Motors fokussierte sich fortan unter der Marke Sono Solar auf das B2B-Geschäft als Zulieferer von Solar-Technologie für Fahrzeughersteller und Flottenbetreiber. Die erhoffte langfristige Stabilisierung blieb allerdings aus. Der entscheidende Unterschied zum jetzigen Verfahren: Während Schutzschirm und Eigenverwaltung auf eine Sanierung bei laufendem Geschäftsbetrieb abzielten, handelt es sich nun faktisch um eine Verwertungsinsolvenz. Der operative Betrieb ist bereits eingestellt, und der Fokus liegt ausschließlich auf dem Verkauf der verbliebenen Assets. Technologie-Portfolio sucht neuen Eigentümer Zum Verkauf stehen die Marke Sono Solar, das gesamte geistige Eigentum inklusive der spezifischen Solar-Integration des Sion, die Leistungselektronik mit Solarladereglern für Fahrzeuge sowie die Solar Data Services. Auch Hardware-Komponenten und technische Dokumentationen gehören zum Angebotsumfang. Geschäftsführer Denis Azhar betonte: „Das Know-how einer Dekade Solar-Mobilität ist einzigartig. Unser Fokus liegt jetzt darauf, Käufer zu finden, der unsere marktreifen Produkte weiterführt und das technologische Potenzial von Sono Solar erkennt.“ Konkrete Bieter oder ein formelles Bieterverfahren nennt die Pressemitteilung nicht. Angesichts des Technologieprofils aus fahrzeugintegrierter Photovoltaik, spezialisierten Solarladereglern mit MPP-Tracking sowie einer datenbasierten Solarertragsanalyse dürften primär Automobil-OEMs, Tier-1-Zulieferer und Nutzfahrzeughersteller als potenzielle Käufer infrage kommen. Chancen für die Technologie Die von Sono Solar entwickelten Systeme sind prinzipiell plattformunabhängig konzipiert und wurden bereits in Pilotprojekten mit Nutzfahrzeugen und Bussen erprobt. Einzelne Komponenten wie die Solarladeregler oder die Datenservices könnten vergleichsweise leicht in bestehende Fahrzeugplattformen integriert werden. Die Übernahme des gesamten Ansatzes eines massenmarkttauglichen Solar-Pkw durch einen anderen Hersteller erscheint dagegen unwahrscheinlich, schon weil die begrenzte Solarfläche auf Fahrzeugen den Energieertrag limitiert. Geschäftsführer Jan Schiermeister dankte der Community und den Partnern: „Wir sind weiterhin überzeugt, dass Solar zukünftig ein integrierter Bestandteil von Fahrzeugen sein wird.“ Ob diese Überzeugung durch einen Käufer bestätigt wird, muss sich zeigen.

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