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Sonys Disc-Aus: Angebliche Entwickler-Umfrage weckt Hoffnung auf Rückzieher - aber ist sie begründet?

Technologie

Sony hat angekündigt, die Produktion physischer Spiele im Januar 2028 einzustellen, was zunächst für Neuerscheinungen gilt. Diese Entscheidung stößt seit Wochen auf massiven Widerstand. Auf dem YouTube-Kanal, unter offiziellen Blogbeiträgen und in den sozialen Netzwerken hinterlassen verärgerte Spieler nach wie vor kritische Kommentare.

Die Hoffnung: Sony Interactive Entertainment lenkt unter dem Druck ein und macht einen Rückzieher vom Disc-Aus oder verschiebt die Frist zumindest nach hinten. Ein Insider möchte zudem von einer Umfrage gehört haben, die sich nicht an Spieler richtet und die im Netz für Schlagzeilen und Spekulationen sorgt.

Umfrage bei Entwicklern zum Aus der Discs

Der YouTuber Moore’s Law Is Dead plauderte in seinem Podcast „Broken Silicon“ ein weiteres Mal über eine angebliche Umfrage, die Sony an Entwicklerstudios geschickt habe. Nach seinen Angaben handelt es sich um eine besonders umfangreiche Befragung, die allerdings vor allem andere Themen zu betreffen scheint.

„Das haben mir meine Kontakte erzählt. Es handelt sich um eine größere Umfrage als fast je zuvor, wenn nicht sogar die größte überhaupt“, so Moore. Und darin gebe es eine Frage, mit der sie „im Grunde auf indirekte Weise herausfinden wollten“, ob es ein Problem mit der Art des Vertriebs gibt. Dem Insider zufolge möchte Sony damit aus den Studios herauskitzeln, wie diese über das Disc-Aus denken.

Moore verwies zudem auf weitere Hinweise, die zu einer möglichen Gesamtgeschichte passen könnten: Ex-PlayStation-Manager Shuhei Yoshida habe sich zuletzt kritischer geäußert, während er einen Monat zuvor noch sehr diplomatisch gewesen sei. Außerdem verkaufe sich „Marvel’s Wolverine“ auch als physische Version ganz ordentlich.

„Und da ist eben Sony, das anfängt, Entwickler zu fragen, ob sie Bedenken haben, die physische Version abzuschaffen“, meint der Insider. Laut seiner Ansicht deute es darauf hin, dass der PS5-Hersteller bei entsprechendem Feedback „vielleicht eine Art Eingeständnis in dieser Sache in Betracht ziehen würde“.

Warum ein Rückzieher kompliziert wäre

Können PlayStation-Spieler also hoffen? Denkbar ist alles, allerdings sollten die Aussagen von Moore mit Vorsicht genossen werden. Er selbst meinte in Bezug auf die Entwickler-Umfrage, dass das Disc-Thema indirekt angesprochen wurde („there was a question […] in a not direct way“), was offenbar auch Spielraum für Interpretationen ließ. Ein großer Teil seiner Aussagen klingt zudem schlicht nach Spekulation.

Hinzu kommt: Alanah Pearce, eine ehemalige Autorin von Santa Monica Studio, berichtete unter Berufung auf Quellen aus internen Teams, dass der PS5-Hersteller die heftigen Reaktionen erwartet und deshalb strenge Social-Media-Vorgaben für Mitarbeiter erlassen habe. Nach ihren Worten hätte Sony diesen Schritt „nur getan, wenn sie gewusst hätten, dass es ein enormes PR-Problem werden würde“. Der Widerstand sei für das Unternehmen also keine Überraschung.

Die Zahlen untermauern das Kalkül. Laut Daniel Ahmad, Director of Research and Insights bei Niko Partners, verdient PlayStation im Vergleich zur PS4-Ära rund 59 Prozent mehr pro Nutzer. Bei digitalen Verkäufen entfällt zudem die Beteiligung von Disc-Herstellern und Handel. Sony selbst nennt einen digitalen Verkaufsanteil von 85 Prozent im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025. Im Geschäftsjahr 2015 lag dieser Wert noch bei 19 Prozent.

Hier muss allerdings berücksichtigt werden, dass dieser Digitalanteil recht wenig über den umsatzstarken Verkauf von Neuerscheinungen aussagt.

Werk in Österreich bleibt bestehen

Auch beim Disc-Werk im österreichischen Thalgau wurden längst die Weichen gestellt, auch wenn die Auswirkungen zunächst begrenzt zu sein scheinen. Nachdem Berichte nahelegten, dass die Anlage fast vollständig auf die Produktion von Mikrolinsen umgestellt wird, stellte ein Sprecher später klar, dass für 2028 ein Rückgang der gesamten Produktionsmenge (einschließlich Film-Discs usw.) um 10 Prozent erwartet wird. Allein auf den PlayStation-Anteil ergibt sich damit ein Rückgang um zunächst 20 Prozent.

Solange das Werk bestehen bleibt und Sony mutmaßlich Feedback einsammelt, bleibt die Möglichkeit, weiterhin Discs zu produzieren, zumindest offen. Ein offizieller Kurswechsel gilt aber weiterhin als äußerst unwahrscheinlich.

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