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Sonys Disc-Aus: „Gamer verstehen die Kosten nicht“ - God-of-War-Schöpfer verteidigt rein digitale Zukunft

Technologie

Anfang Juli sorgte Sony für einen regelrechten Schock: Wie der PlayStation-Hersteller offiziell bekannt gab, werden neue Spiele für die eigenen Konsolen ab Januar 2028 nicht mehr in Form von physischen Discs erscheinen. Die Verpackungen im Handel werden ab diesem Zeitpunkt nur noch einen Download-Code enthalten. Und während die sozialen Medien seitdem kochen und Fans nahezu jeden Trailer, der auch nur im Entferntesten mit Sony in Verbindung steht, mit Kommentaren bombardieren, schaltete sich jetzt eine prominente Stimme der PlayStation-Historie ein: David Jaffe, Schöpfer von „God of War“ und „Twisted Metal“. Sony ist kein „böser Schurke“ – es ist das knallharte Geschäft In seinem neuesten YouTube-Video (via GameRant) analysierte Jaffe Sonys Entscheidung aus Sicht der Entwickler und Publisher und nahm dabei wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Vor allem den Vorwurf der gezielten Boshaftigkeit, Sony würde ein kundenunfreundliches Verhalten an den Tag legen und aus reiner Gier handeln, um durch den PS Store die Preise zu diktieren, lässt der Erfinder von Kratos nicht gelten. „Das ist keine böse, gierige, von den Rothschilds gesteuerte, vom Illuminaten-Orden durchsetzte, kundenfeindliche Verschwörung, um euer Leben zu ruinieren“, sagte Jaffe. Stattdessen handle es sich laut dem ehemaligen PlayStation-Entwickler schlicht um die Logik des Marktes. Demnach verschwinden die Discs nicht, weil Sony ein „böser Schurke“ wäre, sondern vielmehr aufgrund der explodierenden Entwicklungskosten moderner AAA-Spiele, die den Publishern laut Jaffe kaum eine andere Wahl ließen: „Es ist einfach die brutale, unvermeidbare finanzielle Realität einer Branche, die versucht zu überleben.“ Das Risiko unverkaufter Discs und teurer Logistik Obendrein betonte Jaffe auch die finanziellen Risiken, die mit physischen Datenträgern verbunden sind. Denn selbst wenn ein Spiel millionenfach auf Disc gepresst werde, trage Sony das volle Risiko, falls der Handel nicht alle Exemplare absetzen kann. Und am Ende werden genau diese Spiele an Sony zurückgeschickt. „Ist das nicht kundenfeindlich? Die Realität der Videospielbranche ist, dass sie ein Geschäft ist“, so Jaffe weiter, der betonte, dass Unternehmen auf Dauer nicht weiter für Fabriken, Lkw-Flotten, Plastikhüllen und Logistik bezahlen, nur um eine immer kleiner werdende Zielgruppe zu bedienen. Dazu kommt: Sony streicht bei Digitalverkäufen eine deutlich höhere Marge ein als beim Verkauf über den traditionellen Einzelhandel. Letztlich gebe es Jaffe zufolge eine große Kluft zwischen dem, was Spieler fordern, und dem, wie die finanzielle Realität der Industrie tatsächlich aussieht. „Kundenfeindlich“ ist nur eine Übergangsphase Abschließend kam Jaffe auf die anhaltende Empörung in der Community und auf die Boykottaufrufe zu sprechen. Doch den Vorwurf der „Kundenfeindlichkeit“ stempelte er als ein Phänomen ab, das bei fast jedem technologischen Umbruch auftaucht, aber sich schnell wieder legt: „Kundenfeindlich ist meist eine vorübergehende Phase zwischen der Wut und der neuen Normalität.“ Als Beispiele führte er den Wandel in anderen Branchen an: Adobe stellte den Verkauf physischer Software-Boxen ein und wechselte komplett auf Abo-Modelle, Fluggesellschaften führten Zusatzgebühren für Aufgabegepäck ein und Apple strich den 3,5-mm-Klinkenanschluss beim iPhone. Alles Entscheidungen, die zunächst für Empörung sorgten, mittlerweile jedoch Alltag sind. So richtete Jaffe am Ende eine deutliche Warnung an die Fraktion der Sammler und Disc-Verfechter: „Seid nicht überrascht, wenn der Videospiel-Zug an euch vorbeirauscht, weil die große Mehrheit des Marktes sich bereits entschieden hat. Sie sind weitergezogen.“ Aufgrund seiner Sony-Vergangenheit werfen ihm jetzt natürlich viele Fans vor, Schadensbegrenzung zu betreiben. Doch daraufhin machte Jaffe klar: Auf YouTube gegen Sony zu schießen und Klicks zu generieren, wäre finanziell wesentlich lukrativer gewesen: „Ich wünschte wirklich, ich könnte euch anlügen. Aber ich muss ehrlich zu euch sein. Und das ist die Wahrheit, so wie ich sie sehe.“

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