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„Sowas kannste dir nicht ausdenken“: Kai Wegner erntet Spott für Basketball

Nation

Die Hauptstadt erlebte am Freitag den größten IT-Sicherheitsvorfall ihrer Geschichte. Am Abend besuchte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ein Spiel der deutschen Basketball-Frauen bei der Weltmeisterschaft. Obwohl es ein offizieller Termin des Regierenden war, erntet er dafür nun Spott und Häme in den sozialen Medien – womöglich, weil sich einige an Wegners Tennismatch während des Blackouts im Januar erinnert fühlen. Was war passiert?

Wegner verfolgte am Freitagabend ein Basketballspiel live, wurde nach Angaben der Senatskanzlei aber über die Veröffentlichung der von Hackern gestohlenen Daten auf dem Laufenden gehalten. Er habe gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an der Eröffnung der Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen teilgenommen, die erstmals seit 28 Jahren wieder in Deutschland, und zwar in Berlin, stattfinde, teilte eine Senatssprecherin auf Anfrage mit. Auch Innensenatorin Iris Spranger (SPD) war vor Ort. Zuvor hatten mehrere Berliner Medien darüber berichtet.

„Wegner war übrigens beim Basketball. Sowas kannste dir nicht ausdenken“, empört sich ein Nutzer auf X. „Der Mann hat aber auch Pech mit seinen Terminen: Erst Tennis, jetzt Basketball“, schreibt ein anderer User unter Verweis auf Wegners Tennisspiel während des Stromausfalls im Januar. Eine Nutzerin meint: „Zum Dank haben die Deutschen ausgesprochen schlecht performt und zu Recht hoch verloren“. Tatsächlich kassierten die deutschen Basketball-Frauen mit einem Endstand von 53:83 eine herbe Niederlage.

In Qualität und Quantität kommt die Empörungswelle in den sozialen Medien nicht an die heran, die Wegners Tennismatch während des Stromausfalls ausgelöst hatte. Zahlreiche Spitzenpolitiker posteten Witze über den Vorfall, mit Künstlicher Intelligenz erzeugte Tennisbilder von Wegner gingen viral.

Den Vorwurf, Wegner habe die Krisenbewältigung am Freitag zugunsten des Ballsports vernachlässigt, will die Senatskanzlei nicht gelten lassen: „Der Regierende Bürgermeister ist selbstverständlich stets über den Stand des Daten-Leaks und die Ermittlungen und Untersuchungen von Landeskriminalamt Berlin (LKA) und den betroffenen Senatsverwaltungen auf dem Laufenden gehalten worden“, so die Sprecherin.

Innensenatorin Spranger war mit in der Halle

Auch Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) verfolgte das Spiel in der Halle. „Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Sportsenatorin das Eröffnungsspiel besucht“, teilte ein Sprecher ihrer Senatsverwaltung mit.

„Mit dem Turnier schaut die Basketballwelt für zehn Tage auf unsere internationale Sporthauptstadt. Damit erhalten der Frauen-Basketball und die 22.000 Berliner Sportlerinnen und Sportler, die in Basketballvereinen aktiv sind, die Bühne, die sie verdienen“, sagte der Sprecher. Die Auswertung der gestohlenen Daten erfolge im Übrigen durch die Verantwortlichen der betroffenen Verkehrs- und der Bauverwaltung und durch die Senatskanzlei, nicht durch die Innen- und Sportverwaltung.

Die tagelange Attacke auf die Berliner Verwaltung war am 14. August bekanntgeworden. Die Hacker haben das Land Berlin anschließend erpresst und 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro – Lösegeld gefordert. Der Senat zahlte nicht, die Cyberkriminellen veröffentlichten einen großen Teil der teils vertraulichen Daten nach Ablauf ihres Ultimatums am Freitagnachmittag.

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