SpaceX: So verändert sieht der Mond nach dem Einschlag eines Raketenteils aus
Der südkoreanische Satellit „Danuri“ hat erste Bilder von der Einschlagstelle einer Raketenoberstufe des US-Raumfahrunternehmens SpaceX auf dem Mond aufgenommen. „Danuri“ habe die Stelle überflogen, kurz nachdem die Oberstufe der „Falcon 9“ am Mittwoch versehentlich auf dem Mond aufgeschlagen sei, teilte das südkoreanische Raumfahrtinstitut am Donnerstag mit. Der Satellit habe den Einschlagsort auf seiner Mondumlaufbahn mehrfach überflogen und dabei Bilder sowohl vor als auch nach dem Einschlag fotografiert. Zuvor hatte das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte die Folgen des Einschlags auf dem Mond von Chile aus dokumentiert. Auch wenn der Moment des Aufschlags selbst nicht zu sehen gewesen sei, werde er durch die Beobachtungen belegt, sagte Carl Schmidt von der Boston University am Mittwoch. Unter anderem sei eine Trümmerwolke entstanden. Emissionen von Lithium und Natrium seien noch mindestens fünf bis zehn Minuten nach dem Aufschlag mehrere Kilometer in den Weltraum hinausgetragen worden, schrieb Schmidt in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will ihren „Lunar Reconnaissance Orbiter“ in der kommenden Woche über die Einschlagstelle fliegen lassen, um die Folgen zu begutachten. Oberstufe verglühte nicht in der Erdatmosphäre Bei dem eingeschlagenen Raketenteil handelt es sich um die zwölf Meter lange Oberstufe einer „Falcon 9“ von SpaceX, die vor anderthalb Jahren zwei Landefahrzeuge privater Unternehmen zum Mond gebracht hatte. Die Oberstufe verglühte nicht in der Erdatmosphäre, sondern kam vom Kurs ab und driftete Richtung Mond, was laut SpaceX so nicht geplant war. Meteoriten und andere kosmische Objekte prallen in der Regel auf den Mond, ohne dass Wissenschaftler vorher davon wissen. Deshalb ist der Einschlag künstlicher Objekte umso interessanter. „Ein Grund für unser Interesse an diesem Ereignis ist, dass wir herausfinden wollen, wie groß die Gefahr durch einen Trümmeraufprall für künftige Astronauten ist“, erklärte Benjamin Fernando vom Los Alamos National Laboratory.