Spahn-Nachfolge: Diese Namen sind im Gespräch
Startseite Politik Spahn-Nachfolge: Diese Namen sind im Gespräch – CDU-Mann Peters macht Druck Von: Felix Busjaeger, Franziska Schwarz, Stephanie Munk, Teresa Toth, Katja Thorwarth Uns auf Google folgen Spahn tritt wegen der Leihmutterschaftsaffäre als Unionsfraktionschef zurück. Seine Nachfolge soll schnell geregelt werden. Das CDU-Präsidium tagt heute. Update, 20. Juli, 5:22 Uhr: Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) im Zuge der Leihmutter-Affäre dringt Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters auf eine schnelle Nachfolgeregelung. „Wir sollten keine ausschweifenden Personaldiskussionen führen, sondern sollten zeitnah zu neuen Personalentscheidungen kommen“, sagte der CDU-Landeschef im Berlin-Playbook-Podcast des Nachrichtenmagazins Politico. Eine längere Debatte würde der Union schaden, sagte Peters. Mit Blick auf eine mögliche Kabinettsumbildung sagte Peters: „Der Zeitpunkt ist sicherlich jetzt durchaus günstig.“ Der Christdemokrat tritt als Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl am 20. September an. Das CDU-Präsidium tagt heute ab 11.00 Uhr. Eine Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung ist nicht geplant. Update, 18:42 Uhr: Grünen-Chefin Franziska Brantner sieht im Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn eine Gelegenheit für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Das wäre doch jetzt der Moment für Herrn Merz, wirklich zu sagen: Jetzt Tabula rasa, wir gehen jetzt nochmal neu los“, sagte Brantner im ARD-Sommerinterview. Es müsse nun vorangehen. Merz habe die Chance, sich „im Kabinett von allen, die da handwerkliche Schwächen haben und von jenen, die ideologisch verbohrt sind“ zu befreien. Update, 18:09 Uhr: Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) berät die CDU-Spitze am Montag (11:00 Uhr) über das weitere Vorgehen. Neben dem Präsidium der größten Regierungspartei kommt auch der Vorstand der Bundestagsfraktion zusammen, der derzeit von Interimschef Alexander Hoffmann (CSU) geleitet wird. CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz will die Nachfolge Spahns zügig regeln und führte dazu am Wochenende bereits Gespräche mit CSU-Chef Markus Söder. Merz und Söder haben das Vorschlagsrecht für den Posten. Spahn-Rücktritt: Juso-Chef fällt mit Video auf Update, 16:18 Uhr: Mit einem Anti-Spahn-Video sorgt Juso-Chef Philipp Türmer derzeit für Aufsehen. Darin schenkt sich der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation ein Import-Bier der Marke Peron ein und stößt damit auf den Rücktritt von Jens Spahn an. Das Video bringt ihm auf Social Media Kritik ein – auch aus den eigenen Reihen. Deutliche Worte findet etwa Michael Roth, bis 2025 SPD-Bundestagsabgeordneter: „Spahn hin. Spahn her. Sorry, aber so etwas tut man nicht. Ob Links oder rechts, jung oder alt, oben oder unten – Respekt, Fairness und Feingefühl werden hier geschreddert. Gut, dass ich mir das in der Politik nicht mehr antun muss.“ Update, 15:29 Uhr: Unions-Spitzenpolitiker wollen am Montag (20. Juli) in größerem Kreis über das weitere Vorgehen nach Spahns Rücktritt beraten. Das geht aus einer SMS des Interims-Fraktionschefs Alexander Hoffmann (CSU) und des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers Steffen Bilger (CDU) an die Unionsabgeordneten hervor, die der dpa vorliegt. Der geschäftsführende Fraktionsvorstand habe in einer Schalte über den weiteren Prozess beraten, heißt es darin. Beim geschäftsführenden Vorstand handelt es sich um die Leitungsebene mit Vorsitzendem, Stellvertretern, Parlamentarischen Geschäftsführern und Justiziaren. Der Fraktionsvorstand ist ein erweiterter Kreis, einschließlich der Arbeitsgruppenvorsitzenden und anderer Teilnehmer. Eine Neuwahl des Fraktionschefs muss durch die Fraktion erfolgen. Traditionell gibt es dafür einen Vorschlag der beiden Parteichefs von CDU und CSU, in diesem Falle Friedrich Merz und Markus Söder. Merz hatte angekündigt, „relativ bald“ einen Vorschlag zu machen. Spahn-Nachfolge: Wer gute Chancen hat Update, 14:53 Uhr: Nach dem Rücktritt von Jens Spahn soll es schnell gehen: Die Nachfolge soll bald geklärt werden. Als Anwärter werden laut dpa genannt: Thorsten Frei, 52, Chef des Bundeskanzleramts (CDU) Carsten Linnemann, 48, Generalsekretär (CDU) Alexander Dobrindt, 56, Bundesinnenminister (CSU) Günter Krings, 56, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion (CDU) Und was ist mit den Frauen in der Union? Die einzige, die in den Personalspekulationen von Medien und Unionisten eine Rolle spielt, ist Gesundheitsministerin Nina Warken. Sie hat die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung gerade über die Bühne gebracht, hat aber noch die Pflegereform vor sich, zu der bisher erst ein Referentenentwurf existiert. Ihr derzeitiger Job und die große männliche Konkurrenz lassen es als eher unwahrscheinlich erscheinen, dass sie es wird, schreibt die dpa. Merz attackiert „sehr, sehr späte“ Mitteilung Spahns Update, 13:16 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Informationspolitik von Jens Spahn rund um dessen Leihmutterschaft kritisiert. Spahn hatte die CDU-Parteiführung nach Angaben des Kanzlers erst sehr spät über die Elternschaft informiert. „Wir hatten ja alle kaum Gelegenheit, mit ihm darüber zu sprechen. Er hat ja auch die Partei und die Fraktion erst sehr, sehr spät über das alles informiert“, sagte Merz im ZDF-„Sommerinterview“. Merz selbst war nach eigenen Angaben Ende vergangener Woche von Spahn eingeweiht worden, gab die Information aber nicht innerhalb der CDU weiter: „Ich bin seinem Wunsch gefolgt und habe ihm die Kommunikation überlassen.“ FR-Kommentar: Frau als „Brutkasten“ missbraucht? Spahn-Affäre zeigt typisch deutsche Debattenkultur Update, 12:25 Uhr: Die Leihmutter-Affäre um Jens Spahn hat in Deutschland eine Grundsatzdiskussion angestoßen. Er würde „private Handlungen niemals für die Allgemeinheit als verbindlich ansehen“, hatte Spahn gesagt. Doch Spahn muss sich zurecht den Vorwurf doppelter Standards in Moralfragen gefallen lassen, kommentiert die Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Der ganze Kommentar: Frau als „Brutkasten“ missbraucht? Spahn-Affäre zeigt typisch deutsche Debattenkultur. Merz schließt nach Spahn-Rücktritt Kabinettsumbau nicht aus Update, 12:01 Uhr: Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat Bundeskanzler Friedrich Merz einen Personalumbau in der Bundesregierung nicht ausgeschlossen. „Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken“, sagte er laut Vorabmeldung im ZDF-„Sommerinterview“. Zugleich verwies Merz darauf, dass er hier im Konjunktiv spreche. Spahn-Rücktritt: CDU-Landeschef vermisst bei Kritik an Spahn „Maß und Mitte“ Update, 11:04 Uhr: Jens Spahn geht als Unionsfraktionschef – und Brandenburgs CDU bedauert den Schritt. „Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie schwierig es sein kann, politische Verantwortung und höchstpersönliche Lebensentscheidungen in Einklang zu bringen“, sagte Brandenburgs CDU-Landeschef Jan Redmann der dpa. Zudem hält Redmann die Kritik an Spahn teilweise für überzogen: „Manche Kritik hatte dabei jedoch Maß und Mitte verloren. Das christliche Menschenbild muss sich auch im Umgang miteinander beweisen.“ Auch Redmann hatte in den vergangenen Jahren Details über sein Privatleben öffentlich gemacht. Er geht offen mit seiner Homosexualität um: Im Jahr 2023 schrieb Redmann bei Facebook, er sei seit 18 Jahren mit seinem Mann zusammen. Im März hatte Redmann davon berichtet, dass er Vater einer 20 Monate alten Tochter ist. Die Landesvorsitzende der Frauen-Union Brandenburg, Kristy Augustin, sprach ebenfalls von Respekt für Spahn. „Wir haben ihm und seinem Wirken in der Bundestagsfraktion gerade in den letzten Wochen viel zu verdanken“, sagte sie der dpa. Merz will Spahn-Nachfolge noch vor Urlaub klären: Wer jetzt gute Chancen hat Update, 10:09 Uhr: Nach dem Rücktritt von Jens Spahn sucht die Union einen neuen Fraktionschef. Kanzler Merz will die Personalie noch vor seinem Urlaub klären. Es wird heftig über mögliche Nachfolger spekuliert. Am häufigsten wird Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) als möglicher Nachfolger genannt, berichtet die dpa. Doch neben Frei käme auch Generalsekretär Carsten Linnemann infrage, der wie Spahn aus Nordrhein-Westfalen stammt. Er hat sich als Generalsekretär unter Merz nur bedingt entfalten können. Auch Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) wird als Option genannt – er gilt als erfolgreichstes Kabinettsmitglied. Genau das dürfte aber gegen einen Wechsel sprechen, meint die Nachrichtenagentur. Der Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag wird traditionell von den beiden Parteichefs von CDU und CSU – Friedrich Merz und Markus Söder – vorgeschlagen, die über das Wochenende dazu im Gespräch bleiben wollen. Wichtige anstehende Termine: Am heutigen Sonntag gibt Merz dem ZDF sein Sommerinterview. Morgen tagt das CDU-Präsidium. Ob Merz schon dann einen Vorschlag präsentieren kann, gilt als offen. Spahn tritt zurück – Hoffmann wird temporär Nachfolger Update, 9:02 Uhr: Nach dem Rücktritt von Spahn hat dessen Stellvertreter Alexander Hoffmann (CSU) die Leitung der Abgeordneten von CDU und CSU im Bundestag übernommen. „Ich werde diese Fraktion so lange führen, bis ein neuer oder eine neue Vorsitzende gewählt ist. Wir haben also grundsätzlich keine Eile“, sagte der CSU-Politiker Hoffmann im ZDF. Die Unionsfraktion sei weiterhin entscheidungsfähig, handlungsfähig und auch sprechfähig. „Das werde ich so lange sicherstellen, bis ein neuer Vorsitzender, eine neue Vorsitzende gewählt ist“, sagte Hoffmann. Kanzler Merz will die Nachfolge bis Ende Juli regeln, heißt es – aussichtsreiche Kandidaten sind Kanzleramtschef Thorsten Frei, aber auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Spahn-Rücktritt: „Mit einem neuen Fraktionsvorsitzenden allein ist es nicht getan“ Update, 19. Juli, 7:10 Uhr: Spahn tritt zurück – und damit hat sich die Sache? Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Florian Oest sieht das nicht so: „Mit einem neuen Fraktionsvorsitzenden allein ist es nicht getan“, erklärte Oest laut dpa. Denn: „Die Zustimmungswerte für die Union sind verheerend.“ Man dürfe nicht so tun, als wäre „in der Union alles wieder gut“, nur weil man einen neuen Fraktionschef bekomme. Oest forderte eine Sondersitzung der Bundestagsfraktion und eine Konferenz der Kreisvorsitzenden. Dabei müsse es um Inhalte gehen, nicht um Personaldebatten, so der CDU-Politiker: „Wie gelangen wir zu alter Stärke? Wie sieht eine klare Vision für Deutschland aus? Wie gewinnen wir Vertrauen zurück?“ Bei Zustimmungswerten um die 20 Prozent sei die Frage berechtigt, ob die CDU künftig noch eine Volkspartei sei. Update, 19. Juli, 6:40 Uhr: Kanzler Merz will die Nachfolge für den Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) zügig regeln. Eine Entscheidung soll noch vor Merz’ geplantem Urlaub Ende des Monats fallen, hat die dpa aus dem Umfeld des Kanzlers erfahren. Das wäre binnen der nächsten zehn Tage. Am häufigsten wird Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) als Spahn-Nachfolger genannt. Der 52-Jährige stand schon nach der Bundestagswahl 2025 in den Startlöchern für den Fraktionsvorsitz und hätte den Job gerne gemacht. Im Kanzleramt fasst er dagegen nur schwer Fuß. Die Fraktionsarbeit passe besser zu Frei, meinen viele. Mit ihm würde Merz einen loyalen Vertrauten an der Fraktionsspitze haben und könnte gleichzeitig neuen Schwung ins Kanzleramt bringen. Als möglicher Kandidat für den Posten des Kanzleramtschefs wird der Vize-Fraktionsvorsitzende und Chef der mächtigen NRW-Landesgruppe im Bundestag, Günter Krings, genannt. Reaktionen auf Spahn-Rücktritt nach Leihmutter-Affäre: „Richtig entschieden“ Update, 17:30 Uhr: NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich am Rande des Musikfestivals Parookaville in einem WDR-Interview zum Rücktritt von Jens Spahn geäußert. Spahn hatte das Amt des Unionsfraktionsvorsitzenden niedergelegt, nachdem bekannt geworden war, dass er und sein Ehemann Daniel Funke über eine Leihmutter in den USA Vater geworden sind – ein Vorgang, der in Deutschland verboten ist. Reul zeigte Verständnis für Spahns Entscheidung: „Ich glaube, der hat es richtig entschieden – es war seine Entscheidung. Und jetzt finde ich, ist es auch gut.“ Zugleich plädierte der CDU-Politiker dafür, die öffentliche Debatte zu beenden und das Wohl des Kindes in den Vordergrund zu stellen: „Man sollte jetzt vor allen Dingen das Kind in Ruhe lassen. Es ist jetzt vorbei – wir müssen uns nicht noch mehr drum kümmern.“ CDU Niedersachsen äußert sich zu Spahns Rücktritt: „Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut“ Update, 15:57 Uhr: Die CDU Niedersachsen hat Spahns Rücktritt als Fraktionsvorsitzender als folgerichtigen Schritt gewürdigt. „Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut für einen Politiker. Diese Glaubwürdigkeit konnte Jens Spahn nach seiner privaten Entscheidung nicht mehr verkörpern. Deshalb ist sein Rücktritt der konsequente und notwendige Schritt, vor dem wir großen Respekt haben.“ Gleichzeitig lobte der Landesverband seine Arbeit als Fraktionschef: „Als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat Jens Spahn hervorragende Arbeit geleistet und maßgeblich wichtige Reformprojekte für Deutschland auf den Weg gebracht.“ Brandenburgs CDU-Landeschef Jan Redmann schloss sich dem Respekt an, mahnte jedoch zugleich einen maßvolleren Umgang in der Debatte an: „Manche Kritik hatte dabei jedoch Maß und Mitte verloren. Das christliche Menschenbild muss sich auch im Umgang miteinander beweisen.“ Update, 15.25 Uhr: Der Linken-Politiker Ulrich Schneider kommentiert den Rücktritt von Spahn wegen der Leihmutter-Affäre unter einem anderen Aspekt: „Jetzt glaubt aber mal bitte nicht, SPD und CDU/CSU, dass mit dem #Spahnrücktritt die Forderung nach einem Untersuchungsausschuss zu den Maskendeals vom Tisch sei! Keinesfalls.“ Grüne: Spahn-Rücktritt war überfällig Update, 15:15 Uhr: Glaubwürdigkeitsprobleme haben nach Ansicht der Grünen-Vorsitzenden Franziska Brantner zum Rücktritt des Unionsfraktionsvorsitzenden Jens Spahn geführt. „Der Rücktritt war überfällig – auch wenn dies nur der letzte Tropfen auf einem ohnehin heißen Stein war“, sagte sie der Rheinischen Post. „Am Ende ging es um seine Glaubwürdigkeit, die schon durch frühere, eigentlich weitaus gravierendere Fälle massiv gelitten hatte.“ Privat wünsche sie ihm dennoch alles Gute. Update, 15.00 Uhr: Der neue FDP-Chef Wolfgang Kubicki äußerte sich auf X: „Ich stimme Friedrich Merz ausnahmsweise zu: Jens Spahns Rücktritt war unvermeidlich, weil christdemokratische Doppelmoral offenbar so lange in Ordnung ist, bis sie so gnadenlos auffliegt wie bei Jens Spahn. Die Union und Spahn hätten ihre Haltung zur Leihmutterschaft hinterfragen können und müssen. Aber eine politische Organisation, die nur auf Machterhalt aus ist, ist dazu nicht imstande.“ Nach Spahn-Rücktritt wegen Leihmutterschaft zollen Söder und Prien Respekt Update, 14.45 Uhr: Auch die stellvertretende CDU-Vorsitzende und Familienministerin Karin Prien hat sich zum Rücktritt Spahns geäußert. Sie würdigte Spahns Schritt auf der Plattform X und dankte ihm für die Zusammenarbeit: „Ich danke Jens Spahn für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Dieser Rücktritt im Dienst der Glaubwürdigkeit der Christdemokratie verdiene Respekt, so Prien. Persönlich wünsche sie ihm und seiner Familie „von Herzen alles Glück und erdenklich Gute“. CSU-Chef Markus Söder meldete sich zum Spahn-Rücktritt ebenso zu Wort. Es sei „eine persönliche Entscheidung, dafür gebührt ihm Respekt. Ich danke Jens Spahn für die sehr gute Zusammenarbeit, gerade in schwierigen Zeiten“, sagte der bayerische Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur in München. Merz bezeichnet den Rücktritt von Spahn als „richtig“ und „unvermeidlich“ Update, 14:40 Uhr: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat den Rücktritt von Spahn bedauert. „In der Entscheidung von Jens Spahn zum Rückzug liegt eine große Tragik“, erklärte Wüst. „Ich bedaure diesen Schritt persönlich sehr und kann ihn zugleich gut nachvollziehen. Ich bin überzeugt: Viele Menschen werden das Dilemma zwischen politischem Anspruch und persönlicher Realität wahrgenommen haben.“ Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz sagte, der Rücktritt des Unionsfraktionsvorsitzenden sei „richtig“ und „unvermeidlich“: „Glaubwürdigkeit ist in der Politik das höchste Gut. Ich danke Jens Spahn für die Zusammenarbeit“, teilte Merz mit. Der CDU-Politiker Spahn habe den Weg der Fraktion aus der Opposition in die Regierung mitgeprägt und gestaltet. Auch SPD-Fraktionschef Matthias Miersch äußerte „großen Respekt“ vor Spahns Entscheidung. „Wir haben in der Koalition sehr eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet.“ Inhaltlich äußerte er sich nicht zum Thema Leihmutterschaft. Dies sei „eine Frage, die die Union mit sich selbst klären muss“. Jens Spahn tritt wegen Leihmutterschaft zurück – Reaktionen in den Parteien fallen unterschiedlich aus Update, 14:30 Uhr: In den sozialen Netzwerken überschlagen sich die Reaktionen. Der Generalsekretär der FDP, Martin Hagen, fragt: „Jens Spahn tritt zurück. Warum ist Kai Wegner noch im Amt? Die CDU hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.“ Und die außenpolitische Sprecherin der Linken, Cansu Özdemir, stellt fest: „Jahrelang hat die Maskenaffäre Jens Spahn politisch nicht zu Fall gebracht. Am Ende war es ausgerechnet die eigene Doppelmoral. So oder so, besser jetzt als nie.“ Update, 14:07 Uhr: Angesichts der Affäre um eine Leihmutter aus den USA hat Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) seinen Rücktritt erklärt. Zuvor hatte Kanzler Friedrich Merz diesen Schritt nahegelegt. Alexander Hoffmann (CSU) wird kommissarisch die Fraktion führen. „Die Entscheidung von Jens Spahn verdient allerhöchsten Respekt. Jens Spahn hat die Unionsfraktion durch herausfordernde Zeiten geführt und zum Erfolg dieser Koalition maßgeblich beigetragen, dafür danke ich ihm persönlich sehr. Bis zur Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden werde ich die Amtsgeschäfte übernehmen. Die Fraktion bleibt entscheidungs- und handlungsfähig“, sagte er. Scheuer springt Spahn in Leihmutter-Debatte bei: „Ein Kind ist auf die Welt gekommen“ Erstmeldung: Berlin – Am Montag wird die Debatte um das Vaterglück von Unionsfraktionschef Jens Spahn auf eine andere Ebene gehoben. Das CDU-Präsidium kommt zusammen und wird sich mit Spahns Leihmutterschaft und der damit verbundenen Reise in die USA befassen. Die Kritik daran ist deshalb so stark, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und Spahn als Gesundheitsminister dafür maßgeblich verantwortlich zeichnete. Kanzler Friedrich Merz erklärte am Freitag, dass sich das Spitzengremium der Partei mit dem Fall befassen wird – auch Spahn soll an der Sitzung teilnehmen. Derweil überschlagen sich in den sozialen Netzwerken die Kommentare von Politikerinnen und Politikern jedweder Couleur. Wer in Social-Media-Diskursen immer vorn mit dabei ist, ist Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Man könne beim Thema Leihmutterschaft unterschiedlicher Meinung sein: „Wer aber als Minister die Leihmutterschaft in Deutschland stets abgelehnt hat, sich dann dank Status und Vermögen über den Umweg USA selbst über dieses Verbot hinwegsetzt, ist schlicht ein Heuchler. Jens Spahn ist als Politiker und CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender untragbar“, kommentiert sie auf X. Scheuer springt Spahn in Leihmutter-Debatte zur Seite Etwas weniger streng sieht es CSU-Politiker und Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer: „Bei allen berechtigten Debatten über das Thema #Leihmutterschaft sollte eines nicht verloren gehen: Ein Kind ist auf die Welt gekommen. Statt sich über neues Leben zu empören oder sich auf Daniel und Jens zu stürzen, sollten wir Georg vor allem eines wünschen. Gesundheit, Glück und ein langes, erfülltes Leben.“ Für seinen X-Post erhielt er immerhin 181 Likes – und mindestens 2000 Kommentare, darunter folgender: „Bei allen berechtigten Debatten über das Thema #Leihmutterschaft sollte eines nicht verloren gehen. Andreas Scheuer und Jens Spahn haben in Summe rund zwei Milliarden (!) Euro Steuergeld an ihre Kumpels und Freunde umverteilt und es hatte zynischerweise keinerlei Konsequenzen.“ Der Grüne Volker Beck verfolgt einen anderen Ansatz. „Leihmutterschaft als Sommerlochthema: bizarr. Dabei geht es hier um ernsthafte ethische Fragen und menschliche Nöte. Das hätte mehr Besonnenheit und weniger Häme verdient. Mir tut auch ein Kind leid, das später mal diese Diskussion über sein In-die-Welt-Kommen nachlesen muss“, schreibt er auf X. Der Linke Ulrich Schneider hingegen hat eine klare Ansage: „Am 6.9. wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Erst nach der Sommerpause, das wäre dann erst am 8.9., will Jens Spahn seinen Leihmutterskandal mit der CDU/CSU-Fraktion besprechen. Ein AfD-Förderprogramm. Wenn die CDU und Friedrich Merz das mitmachen, ist ihnen nicht mehr zu helfen.“ „Spahn stellt klar: ‚Es ist keine Doppelmoral, wenn man generell keine Moral hat‘“ Und Andreas Audretsch, stellvertretender Fraktionschef der Grünen, fasst es auf Bluesky noch einmal zusammen: „Spahn verbietet Treffen während Corona – und lädt dann ‚privat‘ zum Spendendinner. Spahn verbietet Leihmutterschaft – und engagiert dann ‚privat‘ eine Leihmutter. Spahn glaubt, wer Macht und Geld hat, muss sich an Gesetze nicht halten. Das untergräbt das Vertrauen in unsere Demokratie.“ Auf X formuliert die ehemalige Grüne-Jugend-Sprecherin noch einen anderen Aspekt: „Jens Spahn könnte der erste Mann sein, der wegen seines Kindes zurücktreten muss. And I think that’s beautiful.“ Doch geschlossen wird mit dem satirisch-politischen Beobachterportal Der Postillon. „Spahn stellt klar: ‚Es ist keine Doppelmoral, wenn man generell keine Moral hat.‘“ (Quellen: dpa, eigene Recherche) (ktho)