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Spanien-Unwetter fordert drei Tote

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Heftige Unwetter in Spanien: Massive Regenfälle sorgen für Überflutungen – Frau ertrinkt in ihrem Haus

Von: Janine Karrasch

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Katalonien kämpft gegen die Fluten: Unwetter mit über 200 Litern Regen pro Quadratmeter fordern drei Tote und einen Vermissten in Spanien.

Barcelona – Spanien erlebt eines der heftigsten Unwetterwochenenden seit Jahren. Seit Samstagmittag (3. Oktober) entluden sich über weiten Teilen des Landes extreme Regenmengen, die Flüsse anschwellen ließen, Straßen unpassierbar machten und ganze Stadtteile unter Wasser setzten. Behörden riefen die Bevölkerung in mehreren Regionen dazu auf, Keller und Tieflagen zu meiden und sich in obere Stockwerke zu begeben.

Die Bilanz des Unwetters ist dramatisch: Mindestens drei Menschen kamen ums Leben, eine weitere Person wird noch vermisst. Besonders betroffen ist die Region Katalonien im Nordosten des Landes, wo sich die Regenmassen mit voller Wucht entluden. Doch auch in anderen Landesteilen hinterließ das Tief seine Spuren – von Kastilien-La Mancha bis ins Baskenland.

Unwetter in Spanien: Katalonien mit Rekordmengen – Flüsse drohen überzulaufen

In der Provinz Barcelona fielen an einzelnen Messstationen innerhalb weniger Stunden mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter, wie der katalanische Wetterdienst Meteocat mitteilte. In L‘Ametlla de Mar wurden binnen zwei Tagen sogar 273 Liter pro Quadratmeter registriert. Der Fluss Besòs, der nördlich von Barcelona ins Mittelmeer mündet, führte laut infobae am Sonntagmorgen ein Rekordvolumen von 903 Kubikmetern pro Sekunde und erreichte an der Messstelle in Santa Coloma de Gramenet eine Höhe von 3,5 Metern – deutlich über den festgelegten Sicherheitsgrenzen. Die Wasserbehörde ACA warnte vor unmittelbarer Überschwemmungsgefahr in den angrenzenden Gemeinden.

Protección Civil sendete Notfallwarnungen per ES-Alert an Mobiltelefone in den Landkreisen Vallès Oriental, Maresme und dem gesamten Küstenstreifen bis zum Baix Empordà. Der Nahverkehr in Katalonien brach weitgehend zusammen: Der Regionalzugbetrieb Rodalies wurde vollständig eingestellt, mehrere Bahnlinien blieben gesperrt, am Flughafen Barcelona-El Prat kam es zu Hunderten Verspätungen und Annullierungen. Erst Ende September fiel sintflutartiger Starkregen in Spanien.

Zwei Tote in Barcelona-Region, Frau ertrinkt in Kastilien-La Mancha im Haus

Zwei der drei Todesopfer starben in der Provinz Barcelona, berichtet El País. Ein etwa 75-jähriger Mann kam auf einem Campingplatz in Tordera, rund 65 Kilometer nordöstlich von Barcelona, ums Leben, als eine Mauer unter den Wassermassen nachgab. Eine zweite Person wurde tot in einer überfluteten Tiefgarage in Montornès del Vallès gefunden. David Borrell, Chef der katalanischen Feuerwehr, bestätigte beide Todesfälle in einer Pressekonferenz. In der Gemeinde Pineda de Mar läuft weiterhin die Suche nach einer vermissten Person.

Bereits am Samstag hatte das Unwetter in Kastilien-La Mancha ein weiteres Todesopfer gefordert. In der Ortschaft Madrigueras ertrank eine 102-jährige Frau in den eigenen vier Wänden, als das Wasser in ihr Haus eindrang. Laut Vanguardia behandelte der Rettungsdienst (SEM) 237 Personen, 51 kamen ins Krankenhaus. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Hinterbliebenen aller Opfer sein Mitgefühl aus und appellierte an die Bevölkerung, auf unnötige Fahrten zu verzichten. Auch Griechenland kämpft mit den Folgen eines schweren Unwetters.

Feuerwehr im Dauereinsatz: Über 5.000 Notrufe in einer Nacht

Bis Sonntagnachmittag gingen beim katalanischen Notruf 112 insgesamt mehr als 5.000 Anrufe ein, allein in der Nacht zuvor waren es über 4.500. Die Feuerwehr rückte laut El País mehr als 1.400 Mal aus – überwiegend wegen überfluteter Keller, unter Wasser stehender Wohnungen und umgestürzter Bäume. Mehrere Menschen mussten aus ihren Fahrzeugen befreit werden, die von den Wassermassen eingeschlossen worden waren. In Granollers rettete die Feuerwehr Personen, die auf den Dächern ihrer Autos an einer überschwemmten Kreisstraße ausgeharrt hatten. Das Rote Kreuz richtete in mehreren Städten der Provinz Barcelona Notunterkünfte für rund hundert Menschen ein.

Auch das Baskenland blieb nicht verschont. In Bilbao und der Region Vizcaya registrierte das Notfallzentrum Euskadi bis zum Samstagabend rund 150 unwetterbedingte Einsätze, darunter überflutete Straßen und vollgelaufene Tunnel. Der Bahnverkehr zwischen Bilbao und Orduña wurde zeitweise unterbrochen.

Klimawandel und das aufgeheizte Mittelmeer als Verstärker extremer Regenfälle

Das meteorologische Phänomen hinter den Unwettern ist für Spaniens Mittelmeerküste im Herbst nicht ungewöhnlich – seine Intensität jedoch schon. Ein Atlantiktief in großer Höhe trifft auf feuchte, warme Luft vom Mittelmeer. Je wärmer das Meerwasser, desto mehr Wasserdampf verdunstet und desto energiereicher werden die entstehenden Luftmassen.

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