Spanischer Ministerpräsident: Während Flüchtlingskrise in Ceuta - Sánchez veröffentlicht „Soundtrack meines Sommers“
Audioplayer wird geladen Anzeige Während in Ceuta Einwohner, Polizei und Militär noch damit beschäftigt sind, die Folgen des Ansturms zehntausender Migranten aus Marokko abzuarbeiten, läutet Spaniens Ministerpräsident bereits die Sommerferien ein. Nachdem sich dessen jüngste Videos noch um die Sicherheitslage in der spanischen Enklave und die massiven Waldbrände im Land gedreht hatten, sorgte Pedro Sánchez am Samstag auf Instagram mit einem Video unter dem Titel „Soundtrack meines Sommers“ für Aufsehen. „Diesen Sommer habe ich euch eine Playlist mit einigen der Songs zusammengestellt, die ich dieses Jahr am meisten höre“, sagt Sánchez lächelnd in dem Video, während er lässig auf einem weißen Sofa sitzt. „Sie ist ziemlich vielseitig – aber ich denke, sie gibt euch einen guten Eindruck davon, worauf ich hinauswill.“ Anzeige Dann blendet Spaniens Ministerpräsident seine Spotify-Playlist mit 31 Titeln ein. Drei Songs möchte er offenbar besonders hervorheben: „El Baifo“ von Quevedo, „Spring Summer Twenty Six“ von Charli XCX und „Tantas Cosas“ von Melani. „Ich hoffe, die Playlist gefällt euch und begleitet euch durch die Ferien“, verabschiedet sich Sánchez bei seinen Followern. „Einen schönen Sommer!“ Anzeige Viele bedankten sich für die sommerlichen Hörtipps bei ihrem „Präsidenten“. Doch es gab auch kritische Kommentare. „Sie haben gerade Ceuta überfallen und du sitzt auf dem Sofa und sprichst über die Hintergrundmusik deines Sommers“, schrieb ein Nutzer, der 2700 Likes erhält. Ein anderer schrieb, er sei wütend und enttäuscht: „Während Spanien in einer so ernsten Situation steckt, kümmern Sie sich mehr um die Playlist der Songs, die Sie gehört haben, als um echte Erklärungen und Lösungen zu geben. Was für ein schändlicher Präsident.“ Autonome Gemeinschaften sollen minderjährige Flüchtlinge aufnehmen Die Wut auf Spaniens linken Ministerpräsidenten in Teilen der Bevölkerung ist groß. Nachdem am Donnerstag innerhalb weniger Stunden etwa 50.000 bis 60.000 Menschen die Grenze von Marokko nach Spanien auf dem Land- oder Seeweg überquert hatten, hat Spanien nach eigenen Angaben rund 48.000 dieser Migranten inzwischen wieder nach Marokko zurückgeschickt. Lesen Sie auch Einige werden jedoch bleiben, darunter möglicherweise 7000 Minderjährige. Sánchez appellierte bereits am Freitag an die „Solidarität“ der autonomen Gemeinschaften, die fast 7000 Minderjährigen aufzunehmen und zu verteilen, wie die spanische Zeitung „El Español“ berichtete. Denn können die Minderjährigen nicht sicher an ihre Eltern oder andere geeignete Betreuungspersonen in ihrem Herkunftsland übergeben werden, ist eine Abschiebung nach spanischem und europäischem Recht regelmäßig unzulässig. Lesen Sie auch Bis zur Klärung übernimmt der spanische Staat beziehungsweise die zuständige autonome Gemeinschaft die Betreuung. Sánchez wies darauf hin, dass die aktuelle Migrationskrise derjenigen vom Mai 2021 sehr ähnlich sei, als mehr als 10.000 Migranten gewaltsam über die Landgrenze nach Ceuta eindrangen, was die autonome Stadt komplett überlastete. „Die Solidarität aus dem Rest des Landes war sehr positiv, insbesondere in Bezug auf die Frage der Minderjährigen“, merkte er an. 2025 änderte die spanische Regierung Artikel 35 des Einwanderungsgesetzes, der die Verteilung unbegleiteter Minderjähriger innerhalb Spaniens regelt. Seitdem können unbegleitete Minderjährige bei einer außergewöhnlichen Migrationslage verpflichtend nach einem festen Verteilungsschlüssel auf die autonomen Gemeinschaften verteilt werden, was Sánchez nun bereits andeutete. Lesen Sie auch Die spanische Regierung konnte das Gesetz allerdings nur mit den Stimmen der katalanischen und baskischen Unabhängigkeitsparteien verabschieden. Als Gegenleistung wurde vereinbart, dass Katalonien und das Baskenland von der Aufnahme ausgenommen werden. Im Fall von Ceuta bereitet das spanische Jugendministerium bereits die Verteilung der unbegleiteten Flüchtlinge auf andere Regionen Spaniens vor. Aufgenommen werden sollen sie von den autonomen Gemeinschaften, die noch freie Kapazitäten in ihren Betreuungseinrichtungen haben. Ziel ist, die Verteilung so schnell wie möglich umzusetzen. saha