Sparkassen verdienen immer mehr an ihren Kunden
Wer sein Girokonto seit Jahren bei derselben Sparkasse führt, sollte einen Blick auf Gebühren und Zusatzkosten werfen. Denn Sparkassen verdienen heute deutlich mehr mit provisionspflichtigen Leistungen als noch vor 20 Jahren.
Nach einer Auswertung von Barkow Consulting sind ihre Netto-Provisionserträge seit 2005 um 101 Prozent gestiegen. Im deutschen Bankensektor insgesamt beträgt das Plus nur 57 Prozent.
Das Wichtigste im Überblick:
Seit 2005 stiegen die Provisionserträge der Sparkassen laut Barkow Consulting um 101 Prozent.
Bei den Volksbanken beträgt das Plus im gleichen Zeitraum 74 Prozent.
Der gesamte deutsche Bankensektor kommt auf einen Zuwachs von 57 Prozent.
Zwischen 2020 und 2025 wuchsen die Provisionserträge der Sparkassen im Schnitt um 5,5 Prozent pro Jahr.
Ein Teil dieser Einnahmen hängt direkt mit Bankdienstleistungen zusammen, für die Gebühren anfallen können – etwa Kontoführung, Zahlungsverkehr, Karten oder Wertpapiergeschäfte. Die Zahlen zeigen, dass provisionsabhängige Einnahmen bei Sparkassen erheblich stärker gewachsen sind als im Markt insgesamt.
Sparkassen fallen im langfristigen Vergleich auf
Besonders deutlich wird der Unterschied über einen längeren Zeitraum. Barkow Consulting setzt die Provisionserträge von 2005 auf einen Indexwert von 100. Im Jahr 2025 erreichen die Sparkassen einen Wert von 201. Bei den Volksbanken sind es 174, für den gesamten Bankensektor 157.
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Damit haben Sparkassen ihre Provisionserträge seit 2005 stärker gesteigert als die beiden Vergleichsgruppen. Für Kunden bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass allein Girokonten oder Karten entsprechend teurer geworden sind.
Denn unter Provisionserträgen versteht man mehr als Kontogebühren. Banken und Sparkassen verdienen beispielsweise auch an Wertpapiergeschäften oder Vermittlungsleistungen. Gerade während der Corona-Pandemie handelten viele Menschen häufiger mit Aktien und Fonds. Das brachte der Branche zusätzliche Provisionseinnahmen.
Gebühren spielen trotzdem eine wichtige Rolle
Gleichzeitig haben viele Kreditinstitute in den vergangenen Jahren kostenlose Kontomodelle eingeschränkt oder Preise für einzelne Leistungen angepasst. Das ist für Sparkassenkunden besonders relevant, weil die Zahlen zeigen, wie wichtig diese Einnahmequelle dort inzwischen geworden ist.
Wer beurteilen möchte, ob die eigene Sparkasse tatsächlich teuer ist, sollte deshalb nicht auf den Branchenindex schauen, sondern auf die eigene Abrechnung:
Was kostet die Kontoführung?
Was kosten Girocard oder Kreditkarte?
Fallen Gebühren für Überweisungen, Bargeld oder einzelne Buchungen an?
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Preis- und Leistungsverzeichnisse regelmäßig mit anderen Banken zu vergleichen. Gerade bei lange bestehenden Konten können sich Kosten eingeschlichen haben, die Kunden im Alltag kaum noch wahrnehmen.
Die Barkow-Auswertung liefert deshalb vor allem ein Warnsignal zum Nachrechnen: Sparkassen verdienen erheblich mehr mit Provisionen als früher. Ob das eigene Konto davon betroffen ist, zeigt erst der persönliche Gebührencheck.