Später Reese-Elfmeter entscheidet Niedersachsen-Duell für den VfL Wolfsburg
Erstliga-Absteiger Wolfsburg bejubelte damit den ersten Saisonsieg und das erste Saisontor. Für 96 ist der Fehlstart hingegen perfekt. Hannover kassierte die zweite Niederlage im zweiten Spiel. "Wir waren wieder die bessere Mannschaft, haben jetzt aber null statt sechs Punkte auf dem Konto", ärgerte sich Trainer Christian Titz. Nach der ersten Runde im DFB-Pokal am kommenden Wochenende geht es für die "Wölfe" am 29. August in Karlsruhe weiter, die "Roten" müssen einen Tag später in Darmstadt ran (beide Spiele im NDR Livecenter). Christian Titz mit Torwart-Tausch Titz überraschte vor dem Anpfiff mit einem Wechsel im Tor. Nach nur einem Einsatz - beim 1:3 zum Auftakt bei Energie Cottbus - musste Pascal Loretz seinen Platz zwischen den Pfosten schon wieder räumen. Statt dessen stand Leo Weinkauf im Kasten. Zudem feierte Marcel Hartel nur wenige Tage nach seiner Verpflichtung direkt sein Startelf-Debüt. Kurz vor Anpfiff wurde noch die Vertragsverlängerung bis 2029 von Torjäger Lars Gindorf bekanntgegeben. Nach dem 0:0 am ersten Spieltag gegen Kaiserslautern nahm VfL-Coach Tobias Strobl drei Wechsel in der Startelf vor. Statt Robert Glatzel, Mathys Angely und Kilian Fischer durften Joakim Maehle, Yannick Gerhardt und Mattias Svanberg beginnen. 96 überlegen, aber ungefährlich Wer einen offenen Schlagabtausch zwischen den Teams, die beide Aufstiegsambitionen haben, erwartete, wurde zunächst enttäuscht. Wolfsburg ging sehr passiv zur Sache. In der ersten Halbzeit war fast ausschließlich Hannover die tonangebende Mannschaft. Was aber fehlte, war der letzte, entscheidende Pass. Zwar hatte 96 viel Ballbesitz, Torchancen waren aber Mangelware. Lediglich Maurice Neubauer hatte nach einem feinem Steckpass von Hartel die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber an VfL-Keeper Jakub Zielinski (36.). Auf der anderen Seite vergaben Gerhardt (25./26.) und Maehle (43.) bei den wenigen Entlasungsangriffen der Gäste ihre Möglichkeiten. Sie fanden jeweils in Weinkauf ihren Meister. Beide Trainer mit offensiven Wechseln Zur Pause reagierte Strobl, um die bis dato schwachen Angriffsbemühungen seiner Wolfsburger zu verbessern. Er nahm Fraser Hornby runter und ersetzte ihn durch Glatzel. Und auch Titz setzte früh alles auf Sieg, indem er mit Benjamin Källman und Benedikt Pichler bereits in der 62. Minute zwei frische Stürmer brachte. Doch auch diese Wechsel führten nicht zu einem Torerfolg. Für den VfL traten nur Glatzel (63.) und Jonas Adjetey (83.) gefährlich in Erscheinung. Für 96 setzte der ebenfalls eingewechselte Ime Okon den Ball per Kopf an die Latte (78.) und Pichler verzog mit links aus aussichtsreicher Position. Da wurden Erinnerungen an das Cottbus-Spiel wach, als Hannover ebenfalls die Möglichkeiten nicht nutzte. Reese mit der späten Entscheidung Während sich wahrscheinlich schon alle Fans in der ausverkauften Hannover-Arena mit einem torlosen Unentschieden abgefunden hatten, gab es dann aber doch noch Aufregung: 96-Verteidiger Jean Hugonet (kam neu vom 1. FC Magdeburg) klammerte im eigenen Strafraum ein bisschen zu viel an Glatzel und Schiedsrichter Timo Gansloweit entschied auf Elfmeter! VfL-Königstransfer Reese schnappte sich die Kugel und verwandelte eiskalt unten rechts - 1:0 für die Gäste (87.)! Der VfL im Jubel-Taumel. Nach dem Abpfiff war die Erleichterung beim VfL riesig. "Dass das Ding 1:0 ausgeht, ist ein Wunder", sagte Verteidiger Hauke Wahl. "Über ein Unentschieden hätten wir uns nicht beklagen können. Das wäre am verdientesten gewesen." Schockstarre hingegen bei 96. Null Punkte aus den ersten zwei Spielen verleihen den Aufstiegsträumen einen herben Dämpfer. "Das ist sehr frustrierend", grummelte Hartel. "Wir hatten die besseren Chancen, die wir aber leider nicht gemacht haben." Wieder nicht.