SPD fordert Seilbahn von Bergedorf in die Hamburger City
Wenn Hamburgs 105. Stadtteil bezogen ist, dann wohnen dank Oberbillwerder rund 15.000 Menschen mehr im Bezirk Bergedorf. Es gibt zwar einen S-Bahn-Anschluss vor der Tür, aber ob die Schiene die ganzen Menschen überhaupt aufnehmen kann? Die Bergedorfer SPD hat da ihre Zweifel und fordert eine Seilbahn als zusätzliches Verkehrsmittel. Sie soll Bergedorf mit der Hamburger City verbinden.
Ob sie das mit den Genossen abgesprochen haben? Allen voran mit Bürgermeister und Finanzsenator? Die Bergedorfer SPD hat jedenfalls einen Antrag für die nächste Bezirksversammlung eingebracht, in dem sie fordert, ein Seilbahnansystem für Bergedorf zu prüfen. Das sei klimafreundlich, verschlinge weniger Flächen, sei ästhetisch und koste viel weniger als etwa U-Bahn-Bauten. Auch die Planungs- und Bauzeiten seien viel kürzer.
Paris soll für Hamburg ein Vorbbild sein
„Über ein Seilbahngesetz verfügt Hamburg bereits“, heißt es in dem Antrag. Hamburg setze leider konzeptionell nur auf Bus und Bahn. „Wobei die Busverkehre die Straßen verstopfen und der Bau von neuen S-Bahn- und U-Bahnstrecken Milliarden kostet“, so Heinz Jarchow und seine Fraktion. Daher sei es an der Zeit, Seilbahnsysteme als alternatives Beförderungsmittel mit zu bedenken.
In Paris gebe es bereits ein Seilbahn-Projekt und das könne für den Ballungs- und Stadtraum Hamburg als Vorbild dienen, Seilbahnen zu einem integralen Bestandteil des öffentlichen Verkehrsnetzes zu machen.
Der SPD-Antrag soll ein Anstoß sein, im Wege einer Machbarkeitsstudie prüfen zu lassen, wie der Bezirk Bergedorf mit der Hamburger Innenstadt verbunden werden kann. Der SPD-Vorschlag zur Strecke: Eine direkte Seilbahn-Anbindung von Oberbillwerder an das U-Bahnnetz mit der U2 in Mümmelmannsberg. Denn Oberbillwerder bekomme ja offenbar keinen Anschluss an das U-Bahnetz.
Weitere Strecken könnten demnach Oberbillwerder-Hamburger Innenstadt, Oberbillwerder-Bergedorfer Zentrum, Oberbillwerder-Mümmelmannsberg U2, Oberbillwerder-Allermöhe S-Bahn sein.
Die SPD orientiert sich dabei an großen europäischen Metropolen, in denen es auch mittlerweile Seilbahnen gibt und viele geplant werden. Besonders das Vorbild Paris hat es der SPD Bergedorf angetan. Im Antrag heißt es: „Auf 4.5 Kilometern verbindet sich die Seilbahn mit fünf Stationen mit südöstlichen Vororten der französischen Hauptstadt, womit sie die längste Stadtseilbahn in Europa geworden ist. Sie transportiert barriere- und CO2-frei täglich 11.000 Menschen und endet nach 18 Minuten Fahrzeit an einer Metrostation. Dies bei einer Taktung der Gondeln von 30 Sekunden, wofür ein Bus 40 Minuten gebraucht hätte.“