„Spider-Man: Brand New Day“: Warum ich meinem Kind diesen Film nicht zumuten würde
Der neue Kinofilm „Spider-Man: Brand New Day“ ist offiziell ab 12 Jahren freigegeben, darf mit Begleitung der Eltern auch schon von 6-Jährigen angeschaut werden. Ist das angemessen? Was Kinder im Kino wirklich erwartet – ein Eltern-Check nach drei Stunden Filmspektakel. Ob es eine gute Idee ist, schon kleine Spidey-Fans ab 6 Jahren mit ins Kino zu nehmen? Meine ehrliche Meinung: eher nicht. Und warum, davon bekommt ihr vielleicht schon im Trailer einen ersten Eindruck. Marvel folgt dem Düstertrend „Spider-Man: Brand New Day“ startet noch relativ harmlos: Spidey schwingt sich in typischer Manier ein bisschen durch New York, besiegt den einen oder anderen Gangster ganz nebenbei und lässig. So weit, so gut. Doch schnell wird klar, so beschwingt läuft's in Peter Parkers Leben nicht durchgängig: Denn der Superheld steckt in einer echten emotionalen Krise. Nachdem Dr. Strange ihn in „Spider-Man: No Way Home“ aus den Gedächtnissen all seiner Freunde gelöscht hat, überkommt ihn die Einsamkeit. Mehr und mehr hat er es nicht nur mit immer böseren Bösewichten zu tun, sondern er kämpft vor allem auch mit sich selbst und seinen größten Ängsten. Keine Pause, kein Aufatmen Dazu kommt die sehr komplexe Handlung des Films, die für Kinder ab 6 Jahren so gut wie unmöglich zu verarbeiten sein dürfte. Außerdem eine stolze Laufzeit von 145 Minuten. Plus Werbung sitzt ihr also am Ende locker drei Stunden im Kino. Gerade für jüngere Kinder ist das eine sehr lange Zeit – erst recht, wenn der Film so wenige Momente zum Durchtamen bietet. Dazu kommen blutige Szenen, brutale Kämpfe, Waffengewalt und Explosionen. „Brand New Day“ setzt weniger auf lockere Sprüche und Humor, sondern auf Tempo, Daueraction und eine eigentlich fast durchgehend bedrohliche Atmosphäre. Für jüngere Kinder bedeutet das: Dauerstress von Minute eins bis zum Schluss. Dieser Bösewicht ist wirklich gruselig Noch eine Warnung, ohne mehr verraten zu wollen: Viele Figuren zeigen zwischenzeitlich eine extrem gruselige Mimik und Gestik – das betrifft sogar mehrere Hauptfiguren. Auf einer riesigen Kinoleinwand kann das viel mehr erschrecken als zu Hause im TV – vor allem junge Spider-Man-Fans, die ihren Superhero eher aus Comics, Cartoons und Spielzeugläden kennen. Düstere Atmosphäre, brutale Actionszenen und eine Handlung voller Twists fordern schon Erwachsene. Fürs nächste Familien-Kinoevent gibt es also bessere Optionen, z. B. „Toy Story 5“.