Spieler wird fünf Jahre für den Vereinsfußball gesperrt
Der Fall von Sonntag hatte weit über Siegen hinaus für Aufsehen und Entsetzen gesorgt: Ein 22-jähriger Amateurspieler tickt nach einem Platzverweis gegen ihn völlig aus, geht auf den Schiedsrichter los und schleudert ihn in die Luft - wie beim Wrestling.
Anti-Aggressionstraining als Auflage
Olaf Nelles, Maik Otto, Andreas Fürstenau, Rüdiger Böhl vom FLVW
Bildquelle: WDR/Niklas Weller
Das Kreissportgericht hat sich jetzt mit dem Geschehen beschäftigt - es ging um besonders schwere Beleidigung, schwere Körperverletzung und vorsätzliches Handeln. Der Urteilsspruch: fünf Jahre Sperre für den Kreisligaspieler. Die letzten 18 Monate davon bekommt er auf Bewährung. Bedingung dafür ist ein Anti-Aggressionstraining, das er dann nachweisen muss.
Spieler entschuldigt sich
Der Spieler selbst äußerte sich vor dem Sportgericht nur bruchstückhaft zu dem Geschehen. Das Urteil gegen sich nahm er relativ regungslos entgegen. Er zeigte sich aber einsichtig und entschuldigte sich bei dem Schiedsrichter für den Vorfall.
Siegener SC setzt Spieler vor die Tür
Wie es zu der brutalen Attacke auf dem Spielfeld kommen konnte, bleibt für den Verein nach wie vor ein Rätsel. Für den Spieler ist beim Siegener SC allerdings Schluss.
Im Video: die Wrestling-Attacke auf den Schiri in Siegen
Bildquelle: WDR / Setzen 2
WDR. 23 Sek.. Verfügbar bis 08.09.2028.
Der Verein will im Hintergrund jetzt das Geschehen aufarbeiten und sich mit dem Spieler beschäftigen. Nach Angaben des Vereins bekommt er mittlerweile sogar Morddrohungen.
Zusätzliche Strafe gegen Verein und Funktionär
Auch ein Funktionär des Siegener SC musste sich verantworten - wegen einer Beleidigung gegen den Schiedsrichter vom Seitenrand. Dafür und für den Spielabbruch muss der Verein eine niedrige dreistellige Summe zahlen. Der Funktionär wird außerdem für vier Spiele gesperrt. Das Spiel wird 2:0 für den Gegner, den SV Setzen II, gewertet. Der Verein hat die Strafen akzeptiert.
Für den Fußballer selbst ist das Kapitel damit allerdings noch lange nicht abgeschlossen: Er wird sich noch zivilrechtlich verantworten müssen. Der Schiedsrichter hatte Anzeige gegen ihn erstattet, die Polizei ermittelt.
Welche Folgen hat der Fall fürs Schiedsrichterwesen?
Nicht nur das zeigt: Auch nach der Urteilsverkündung gibt es für alle Beteiligten noch eine Menge aufzuarbeiten. Insbesondere dürfte es um die Frage gehen, welche Auswirkungen der Vorfall auf das Schiedsrichterwesen hat.