DAX +1,62 % 25.590,77 Pkt 18:00:00 MDAX +2,07 % 30.495,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.164,69 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,31 % 52.377,57 Pkt 21:48:23 S&P 500 +1,30 % 7.722,60 Pkt 21:48:15 Nasdaq +2,01 % 26.477,81 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,81 % 4.071,30 USD 00:37:47 Silber +0,68 % 54,48 USD 00:38:10 Brent -5,36 % 109,60 USD 00:35:37 WTI -1,66 % 100,07 USD 00:38:05 Bitcoin +1,10 % 80.886,43 USD 00:48:08 EUR/USD -0,78 % 1,11310 USD 00:47:46 EUR/GBP -0,27 % 0,83620 GBP 00:48:12 EUR/CHF -0,18 % 0,92240 CHF 00:48:12 EUR/JPY -0,05 % 175,826 JPY 00:48:12

Sportmediziner: Verlängerte Halbzeitdauer "nicht unproblematisch"

Sport

"Die derzeitige Halbzeitdauer von 15 Minuten hat sich nicht zufällig etabliert. Sie stellt einen guten Kompromiss zwischen einer kurzen Erholung und dem Erhalt der körperlichen Leistungsbereitschaft dar", erklärte der Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Eine Verlängerung auf 25 oder sogar 30 Minuten "verändert die physiologischen Voraussetzungen deutlich".

Die Spieler würden zwar "etwas besser regenerieren, gleichzeitig sinken jedoch Muskeltemperatur, Herzfrequenz und neuromuskuläre Aktivierung", sagte Predel. Studien haben gezeigt, "dass schon ein Rückgang der Muskeltemperatur um ein bis zwei Grad Celsius die maximale Kraftentwicklung, Sprintgeschwindigkeit und Schnellkraft negativ beeinflussen kann. Da Fußball von kurzen explosiven Aktionen lebt, kann dies gerade unmittelbar nach Wiederbeginn leistungsrelevant sein." In der Theorie steige zudem das Verletzungsrisiko, deshalb sei ein gesondertes Aufwärmprogramm in der Halbzeit unerlässlich.

"Idealerweise erfolgt in den letzten drei bis fünf Minuten vor Wiederbeginn ein strukturiertes Reaktivierungsprogramm mit Laufübungen, Mobilisation sowie kurzen Steigerungs- und Sprintbewegungen", erklärte Predel: "Viele Spitzenmannschaften praktizieren dies bereits nach normalen Halbzeitpausen. Bei einer längeren Unterbrechung wird diese Reaktivierung noch wichtiger."

Und auch die mentale Komponente sei "gerade in einem WM-Finale, in dem kleinste Fehler spielentscheidend sein können, nicht zu unterschätzen". Deshalb, so der Sportmediziner, "umfasst ein professionelles Reaktivierungsprogramm immer sowohl körperliche als auch mentale Aktivierung".

Kommerz siegt über Tradition

Die FIFA hat trotz auch schon zuvor geäußerter Bedenken die Halbzeitshow und die damit verbundene längere Pause beschlossen. Am Donnerstag teilte der Fußball-Weltverband auf Nachfrage mit, dass für die Acts elf Minuten und den Auf- und Abbau je sechs Minuten veranschlagt wurden.

Dass er vor folgenreichen Veränderungen nicht zurückschreckt, ist spätestens seit der Aufstockung auf 48 WM-Teilnehmer oder der Einführung von Trink- bzw. Werbepausen hinlänglich bekannt. Der Kommerz siegt über die Tradition, Superlative bestimmen das Bild vor dem Endspiel zwischen Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien am Sonntag (21 Uhr MESZ, im Audiostream bei sportschau.de). Als wäre die WM ein gigantisches Reality-Format im Privatfernsehen, choreographiert bis ins letzte Detail.

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