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Sprengsatz und Schüsse in Berlin: Angegriffenes Geschäft soll Rapper Samra gehören

Nation

Erneut Schüsse in Berlin – am frühen Montag haben Unbekannte auf ein Geschäft in Steglitz gefeuert. Polizisten fanden dort zudem einen Sprengsatz. Der Vorfall ereignete sich kurz vor 4 Uhr in der Osdorfer Straße. Verletzte gab es der Polizei zufolge nicht.

Nach Tagesspiegel-Informationen handelt es sich um das Geschäft des Rappers Samra. Der 31-Jährige wuchs in Steglitz auf. Dort besitzt er unter anderem einen Friseurladen in der Osdorfer Straße. Der war – offiziell unbestätigten Angaben zufolge – nun Ziel des Anschlags. Eine Anfrage an den Rapper wurde am Montagmorgen noch nicht beantwortet. Wie die „BZ“ schreibt, rotteten sich schon 2022 Männer „mit Schusswaffen und Baseballschlägern“ vor dem Laden zusammen.

Die Polizei spricht bezüglich des aktuellen Vorfalls von einem „selbstgebauten Spreng- beziehungsweise Brandsatz“ und zudem von mehreren abgegebenen Schüssen. Der Tatort am S-Bahnhof Osdorfer Straße wurde am Montagmorgen abgesperrt, Kriminaltechniker waren im Einsatz.

Erst am Sonntag, also wenige Stunden vor dem Angriff auf das Geschäft in Steglitz, trat Samra in Kreuzberg auf. „Berlin, was macht ihr am Sonntag?“, hatten der Rapper und der ebenfalls erfolgreiche Musiker Capital Bra in einem Aufruf auf Instagram veröffentlicht, um Fans zum Oranienplatz zu mobilisieren. Dort kamen mehr als 1000 zumeist Jugendliche zusammen: Es handelte sich um eine Promotionsveranstaltung für ein neues Album.

Seit Anfang 2025 häufen sich in Berlin blutige Fehden zwischen Banden und Clans. Zudem fallen regelmäßig Schüsse auf Geschäfte von Unternehmern vornehmlich türkischer Herkunft. Die Taten werden Schutzgelderpressern zugerechnet. Diese werden als „Organisierte Kriminalität“ (OK) eingestuft, die von Netzwerken türkischen und kurdischen Hintergrunds ausgehe.

Berlins Justiz hatte im Februar die Spezialtruppe „Telum“ – lateinisch für „Waffe“ – eingerichtet. Innerhalb der für OK zuständigen Abteilung der Staatsanwaltschaft bearbeiten deren Juristen die Verfahren der beim Landeskriminalamt eingerichteten Sondereinheit „BAO Ferrum“ – lateinisch für „Eisen“: Bislang wurden circa 600 Ermittlungsverfahren eingeleitet und mehr als 50 Verdächtige in Untersuchungshaft genommen.

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