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Sprengstoffdrohnen am Flughafen Leipzig/Halle: Wadephul kündigt "keine Überreaktion" auf Drohnenvorfall an

Nation

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine ausgewogene Reaktion Deutschlands auf den Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle angekündigt. »Von unserer Seite gibt es keine Überreaktionen, aber Reaktionen, wenn wir angegriffen werden«, sagte er am Rande seines Besuchs in der algerischen Hauptstadt Algier. Er reagierte damit auf die Frage, ob sich Deutschland vor möglichen Gegenreaktionen des russischen Präsidenten Wladimir Putin fürchten müsse.

Eine mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Behörden gehen offenbar davon aus, dass mehrere Drohnen eingesetzt worden sein könnten. Berichten zufolge macht die Bundesregierung Russland dafür verantwortlich. Merz hatte am Sonntag im ARD-Sommerinterview gesagt, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss.

Wadephul äußerte sich nicht dazu, ob Deutschland Russland hinter dem Vorfall vermutet. Auch zu konkreten Maßnahmen äußerte er sich nicht. Am Abend reist er zum Treffen der EU-Außenminister in Irland. Die Bundesregierung will ihre Reaktion auch mit europäischen Partnern und innerhalb der Nato abstimmen.

Die Bild-Zeitung berichtet, dass sich die Erkenntnisse der Ermittler so weit verdichtet hätten, dass die Bundesregierung den Vorfall einem russischen Geheimdienst zuschreiben wolle. Wadephul und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) würden an diesem Dienstag in einer Pressekonferenz zu dem Fall informieren. Eine Sprecherin des Innenministeriums wollte den Bericht auf Anfrage der ZEIT nicht kommentieren. Sie bestätigte lediglich, dass es eine Pressekonferenz geben werde.

»Deutschland lässt sich in keiner Weise einschüchtern«

»Deutschland lässt sich in keiner Weise einschüchtern, und das wird auch weiterhin die Grundeinstellung unserer Politik sein«, sagte der Außenminister. Die Bundesregierung stehe an der Seite der Ukraine. »Russland muss wissen, dass Deutschland ein Stabilitätsfaktor in Europa ist, der immer auch zu Verhandlungen bereit ist, aber der sich in keiner Weise einschüchtern lässt.«

Im ZDF-Morgenmagazin sagte Wadephul, man arbeite mit Hochdruck an der Lösung, aber diese müsse sorgfältig abgestimmt werden. Man müsse genau analysieren, welche Erkenntnisse man habe, und in Ruhe absprechen, welche Konsequenzen man daraus ziehe. Es werde aber »eine konsequente Antwort der Bundesregierung« geben. »Deutschland muss sich so aufstellen, dass jeder, der uns angreift, weiß: Wir finden Antworten. Und das bereiten wir jetzt sorgfältig vor«, sagte Wadephul.

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