DAX +0,44 % 26.435,68 Pkt 15:45:52 MDAX -0,27 % 32.318,57 Pkt 15:45:52 Euro Stoxx 50 +0,55 % 6.571,82 Pkt 15:45:45 Dow Jones +0,28 % 54.188,47 Pkt 16:00:49 S&P 500 +0,06 % 7.762,48 Pkt 16:00:52 Nasdaq -0,44 % 26.572,42 Pkt 16:00:43 Nikkei +2,08 % 66.970,22 Pkt 08:45:03 Gold +2,08 % 4.452,50 USD 15:50:51 Silber +0,08 % 65,16 USD 15:50:51 Brent -0,96 % 86,88 USD 15:50:34 WTI -0,94 % 81,36 USD 15:50:51 Bitcoin +0,33 % 64.124,53 USD 16:00:48 EUR/USD -0,09 % 1,15460 USD 16:00:24 EUR/GBP -0,19 % 0,85500 GBP 16:00:53 EUR/CHF +0,16 % 0,93540 CHF 16:00:53 EUR/JPY +0,73 % 183,797 JPY 16:00:51

Spritpreise treiben Rekordumstieg auf Elektroautos

Wirtschaft

Inhaltsverzeichnis close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Der Umstieg von Verbrennern auf reine Elektroautos hat in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Nach Daten des Versicherungsunternehmens HUK Coburg für das zweite Quartal 2026 wurde bei 12 Prozent aller privaten Fahrzeugwechsel im Kundenbestand ein Verbrenner oder Hybrid durch einen batterieelektrischen Pkw ersetzt. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs Anfang 2026 lag diese Quote noch bei 6,3 Prozent, der Wert hat sich also in wenigen Monaten nahezu verdoppelt. Weiterlesen nach der Anzeige Die HUK Coburg hat nach eigenen Angaben mit rund 14,5 Millionen versicherten Fahrzeugen fast ein Viertel Marktanteil bei privat zugelassenen Pkw Deutschlands. Der Quartalsbericht des Versicherers zur Elektromobilität E-Barometer nutzt interne Bestandsdaten über tatsächliche Fahrzeugwechsel und ergänzt sie um eine repräsentative Online-Umfrage unter rund 4100 Personen ab 16 Jahren über ein Panel des britischen Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov. Im Unterschied zu den KBA-Neuzulassungszahlen, die auch gewerbliche Flotten einschließen, bilden die Ergebnisse damit ausdrücklich den privaten Markt in Deutschland ab. Trends beim Elektroantrieb Dennoch bestätigt die KBA-Statistik den Trend: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 368.000 batterieelektrische Pkw neu zugelassen, ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der BEV-Marktanteil stieg auf 24,8 Prozent. Damit fährt jeder vierte Neuwagen in Deutschland batterieelektrisch. International wächst der E-Auto-Markt deutlich langsamer: Weltweit wurden laut einer Analyse der Beratungsagentur PwC im ersten Halbjahr 6,6 Millionen BEV neu zugelassen, nur 9 Prozent mehr als im Jahr davor. Kräftiger Impuls durch Iran-Krieg, Gebrauchte helfen Besonders auffällig ist laut HUK der überproportionale Anstieg bei gebrauchten Elektroautos. Die Versicherungsdaten zeigen, dass die Umstiege auf gebrauchte Batterieelektrische stärker zugenommen haben als auf Neuwagen. Das Unternehmen interpretiert dies als direkte Reaktion auf die gestiegenen Kraftstoffkosten: Wer schnell vom Verbrenner weg wolle, könne mit einem Gebrauchten lange Lieferfristen umgehen. Bei Umstiegen auf gebrauchte E-Autos ist jeder sechste Wagen ein Auto von Volkswagen inklusive Audi, Skoda und Cupra, mit deutlichem Anstieg im ersten Halbjahr 2026. HUK-Vorstand Jörg Rheinländer nannte elektrische Gebrauchtwagen einen potenziellen „Gamechanger“ und regte an, die staatliche E-Auto-Prämie auch auf gebrauchte E-Autos auszuweiten. Die Daten zeigen zudem eine klare Korrelation mit der Fahrleistung: Vielfahrer mit mehr als 12.000 Kilometern pro Jahr steigen mit 14,7 Prozent fast doppelt so häufig auf E-Autos um wie Wenigfahrer mit 8 Prozent. Bei Gebrauchtwagen ist der Abstand mit 10,7 gegenüber 4,5 Prozent sogar noch größer. In der begleitenden Online-Umfrage gaben 24 Prozent der Führerscheinbesitzer an, erst durch die seit dem Iran-Krieg gestiegenen Spritpreise erstmals über einen Elektroauto-Kauf nachgedacht oder eine geplante Anschaffung vorgezogen zu haben. Ausländische Marken profitieren überproportional Weiterlesen nach der Anzeige Beim Blick auf die Markenverteilung zeichnet das Barometer ein für die deutsche Autoindustrie ernüchterndes Bild: Bei Umstiegen von Verbrenner auf neue E-Autos haben laut HUK „alle deutschen Marken außer Opel“ Anteile verloren. Tesla legte bei den Umsteigern von 5,6 auf 12,2 Prozent zu, ein markantes Comeback nach dem Rückgang im Vorjahr. BYD wuchs von 0,8 auf 3,3 Prozent, Leapmotor von 1,8 auf 3,4 Prozent. Die HUK betont, dass vor allem preisgünstigere ausländische Hersteller von der Kaufzurückhaltung preissensibler Kunden profitieren. Das deckt sich mit Auswertungen des BAFA zur aktuellen E-Auto-Prämie, bei der Tesla unter den geförderten Marken vorn liegt. Die seit Januar 2026 geltende, sozial gestaffelte Kaufprämie des Bundes von bis zu 6000 Euro für ein batterieelektrisches Auto dürfte den Trend befeuern. In der HUK-Umfrage vom ersten Quartal hatten bereits 18 Prozent der Führerscheinbesitzer angegeben, die Förderung habe direkte Auswirkungen auf ihre Kaufplanung. Unter jüngeren Fahrern unter 40 Jahren lag dieser Wert bei 31 Prozent, bei Eltern minderjähriger Kinder sogar bei 32 Prozent. Seit dem Antragsstart Mitte Mai wurden beim BAFA knapp 104.000 Förderanträge eingereicht, rund drei Viertel davon aus Haushalten mit maximal 60.000 Euro Jahreseinkommen. Erstmals findet Mehrheit der Befragten E-Autos gut Bemerkenswert ist auch die gesellschaftliche Akzeptanz: Erstmals seit Beginn der quartalsweisen Messung 2024 bewerten laut der Umfrage 52 Prozent der Deutschen Elektroautos als „gut“ oder „sehr gut“. Die Zustimmung bei Frauen stieg von 37 auf 45 Prozent, bei Männern von 54 auf 59 Prozent. Regional zeigen Schleswig-Holstein und Niedersachsen die größte Wachstumsdynamik beim privaten E-Auto-Bestand, Schlusslichter sind Sachsen und Berlin. Bei den Großstädten liegt Stuttgart vorn, der Landkreis Starnberg führt das bundesweite Ranking mit einem privaten E-Auto-Bestand von 7,4 Prozent an. Methodisch basiert das E-Barometer auf einer Kombination aus den internen Versicherungsdaten der HUK und der repräsentativen YouGov-Befragung. Die Methodik blieb seit dem Start 2024 nach Angaben der HUK im Wesentlichen unverändert, was die Vergleichbarkeit der Quartalsausgaben gewährleisten soll. Allerdings bildet der Versicherungsbestand nur das Segment der HUK-Privatkunden ab. Er dürfte durch die Marktgröße des Versicherers zwar ein belastbares Bild liefern, doch können regionale und sozioökonomische Verzerrungen im Kundenstamm nicht ausgeschlossen werden. Auch die seit Januar 2026 erstmals förderfähigen Plug-in-Hybride, wie dem Opel Astra PHEV (Test) gewinnen laut den Daten bei Fahrzeugwechseln an Bedeutung: Im zweiten Quartal wechselten 39,4 Prozent der bisherigen Plug-in-Fahrer bei einer Neuwagenanschaffung zu einem reinen Stromer, 38,1 Prozent blieben beim Plug-in.

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