DAX +0,54 % 25.600,41 Pkt 17:00:41 MDAX -0,43 % 32.256,64 Pkt 17:00:43 Euro Stoxx 50 +1,53 % 6.344,70 Pkt 17:00:30 Dow Jones -2,02 % 51.679,46 Pkt 17:15:42 S&P 500 -0,71 % 7.375,87 Pkt 17:15:37 Nasdaq +0,28 % 24.947,51 Pkt 17:15:41 Nikkei +0,71 % 61.867,43 Pkt 08:45:03 Gold +3,02 % 4.156,60 USD 17:05:38 Silber +1,20 % 58,56 USD 17:05:38 Brent -0,78 % 90,03 USD 17:03:34 WTI -0,06 % 84,41 USD 17:05:41 Bitcoin +1,18 % 64.660,95 USD 17:15:39 EUR/USD +1,09 % 1,15110 USD 17:15:24 EUR/GBP -0,02 % 0,85670 GBP 17:15:42 EUR/CHF -0,46 % 0,92870 CHF 17:15:43 EUR/JPY -1,68 % 183,428 JPY 17:15:42

Sprung auf 2,8 Prozent: Inflationsrate steigt nach Tankrabatt-Ende deutlich

Allgemein

Nach dem Auslaufen des Tankrabatts steigt die Inflation in Deutschland wie erwartet an. Diesen Sprung haben Experten aber nicht erwartet: Die Teuerung steigt auf 2,8 Prozent. Treiber sind aber nicht nur die Energiepreise. Die Inflation in Deutschland ist nach dem Auslaufen des Tankrabatts überraschend deutlich gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Juli um durchschnittlich 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Im Juni hatte der Wert bei 2,3 Prozent gelegen. Die Ölpreise sind zuletzt durch den wiederaufgeflammten Nahost-Krieg gestiegen, während der staatliche Tankrabatt ausgelaufen ist. Er hatte die Preise an den Zapfsäulen im Mai und Juni gedrückt. Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe dämpfte der Bundesbank zufolge die Inflation um etwa einen Viertel Prozentpunkt. Noch im April hatte der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs die Teuerungsrate mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024 getrieben. "Es war klar, dass allein der Wegfall des Tankrabatts zu einem Preissprung von mehr als zehn Prozent bei den Benzinpreisen führen würde", sagte der Chefökonom des Vermögensverwalters Bantleon, Daniel Hartmann, der Nachrichtenagentur Reuters. "Dies wurde nun durch die Daten der Bundesländer bestätigt." In Bayern etwa musste für Kraftstoffe gut 21 Prozent mehr bezahlt werden als im Juli 2025. Weniger Unternehmen wollen Preise anheben Energie verteuerte sich um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 3,4 Prozent im Juni. An den Zapfsäulen sind Preise über zwei Euro für den Liter Sprit wieder die Regel. Höhere Großhandelspreise für Gas kommen zumeist mit Verzögerung bei privaten Haushalten an. Nahrungsmittel kosten erneut durchschnittlich 0,4 Prozent mehr. Weil viele Erzeuger höhere Energiekosten nach und nach auf ihre Preise aufschlagen, könnten Nahrungsmittel in den kommenden Monaten teurer werden. Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 2,9 Prozent mehr verlangt (Juni: plus 3,1 Prozent). Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, legten um 2,4 Prozent zu. Von Juni auf Juli zogen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,8 Prozent an. Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft der Menschen, sie können sich dann für einen Euro weniger leisten. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der Binnenkonjunktur ist. Nachhaltig sinken wird die Inflation in Deutschland nach Einschätzung von Ökonomen erst, wenn der kriegsbedingte Energiepreisanstieg nach der Jahreswende aus dem Vorjahresvergleich herausfällt. Zinserhöhung der EZB könnte Inflation dämpfen In den nächsten Monaten könnte es mit der Teuerung weiter nach oben gehen. "Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen", sagte jüngst die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde. Volkswirte erwarten, dass die EZB im September die Leitzinsen im Euroraum zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben wird. Mit höheren Zinsen kann die Notenbank die Inflation dämpfen, weil dann Kredite teurer werden und die Nachfrage gebremst wird. Die EZB strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an. Bei dieser Marke sieht sie ihr oberstes Ziel erfüllt: für stabile Preise und einen stabilen Euro zu sorgen. Künftig wollen allerdings weniger Unternehmen in Deutschland ihre Preise anheben. Das Barometer für ihre Preiserwartungen sank im Juli auf 21,6 Punkte, von 26,1 Zählern im Juni, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. "Die künftige Preisentwicklung wird jedoch stark vom weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten und den davon abhängigen Energiepreisen beeinflusst", sagte Ifo-Forscherin Tiphaine Wibault.

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