Sri Lanka verhängt Todesstrafe gegen ehemaligen Polizeichef
Nach Terroranschlag Sri Lanka verhängt Todesstrafe gegen früheren Polizeichef Von t-online, tos 01.08.2026 - 09:28 UhrLesedauer: 1 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Vor sieben Jahren starben fast 280 Menschen bei Selbstmordattentaten auf Sri Lanka. Nun wird der damalige Polizeichef der Insel bestraft. Mehr als sieben Jahre nach den verheerenden Osteranschlägen in Sri Lanka sind der frühere Polizeichef Pujith Jayasundara und der ehemalige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Hemasiri Fernando, zum Tode verurteilt worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf lokale Medien. Ein Sondergericht sprach die beiden unter anderem wegen Mordes, versuchten Mordes sowie der Pflichtverletzung schuldig. Nach Angaben des Senders Ada Derana hätten sie trotz vorliegender Geheimdienstinformationen keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen, um die Anschläge zu verhindern. Stellungnahmen der Anwälte der beiden ehemaligen Spitzenbeamten lagen zunächst nicht vor. In Sri Lanka besteht zwar weiterhin die Todesstrafe, diese wird allerdings seit Jahren nicht mehr vollstreckt. Stattdessen werden Todesurteile üblicherweise in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Beamte waren zuvor freigesprochen worden Jayasundara und Fernando waren 2022 von einem aus drei Richtern bestehenden Gericht in denselben Anklagepunkten freigesprochen worden. Nachdem das Oberste Gericht eine Neuverhandlung angeordnet hatte, wurde der Prozess im März erneut aufgenommen. Präsident Anura Kumara Dissanayake, der 2024 gewählt wurde, hat angekündigt, Verantwortliche für Fehlverhalten zur Rechenschaft zu ziehen. Bei den Anschlägen am Ostersonntag 2019 waren Selbstmordattentäter gegen drei Kirchen und drei Hotels vorgegangen. Dabei kamen 279 Menschen ums Leben, rund 500 weitere wurden verletzt. Unter den Opfern befanden sich zahlreiche Angehörige der christlichen Minderheit.