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St. Gallen: Starke Blutverdünnung erhöht Blutungsrisiko deutlich

Gesundheit

HOCH Health Ostschweiz

Stadt St. Gallen , 02.09.2026 - 08:55

Eine Studie unter Leitung des St. Galler Chefarzts Konstantinos Rizas zeigt: Nach einem Herzinfarkt lösen besonders starke Blutplättchenhemmer dreimal mehr schwere Blutungen aus.

Nach einem Herzinfarkt erhalten Menschen mit Vorhofflimmern mehrere Medikamente, um Blutgerinnsel und weitere Gefässverschlüsse zu verhindern. Welche Kombination dabei den besten Schutz bietet, war bislang nicht ausreichend geklärt. Eine am 29. August 2026 am Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in München von Prof. Dr. med. Konstantinos Rizas, Chefarzt Klinik für Kardiologie, vorgestellte und geleitete Studie zeigt nun, dass eine besonders starke Hemmung der Blutplättchen das Risiko für schwere Blutungen deutlich erhöht – ohne erkennbaren zusätzlichen Nutzen.

Für die Studie wurden 602 Patientinnen und Patienten an 37 Zentren in Deutschland und Österreich untersucht. Verglichen wurden zwei unterschiedliche Medikamentenkombinationen. Beide Gruppen erhielten ein modernes Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung, ein sogenanntes direktes orales Antikoagulans.

Zusätzlich erhielt eine Gruppe die besonders starken Blutplättchenhemmer Prasugrel oder Ticagrelor. Die andere Gruppe wurde mit Clopidogrel und vorübergehend zusätzlich mit Aspirin behandelt.

Schwere Blutungen mehr als dreimal so häufig

Das Ergebnis war eindeutig: In den ersten sechs Wochen nach Beginn der Behandlung traten in der Gruppe mit den stärkeren Blutplättchenhemmern deutlich mehr Blutungen auf. Schwere Blutungen waren dort mehr als dreimal so häufig wie bei der Vergleichsgruppe. Gleichzeitig zeigte sich kein Vorteil bei wichtigen Herz-Kreislauf-Komplikationen wie einem weiteren Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einem Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine besonders intensive Hemmung der Blutplättchen das Blutungsrisiko deutlich erhöht, ohne einen erkennbaren zusätzlichen Schutz vor Herz-Kreislauf-Ereignissen zu bieten», sagt Studienleiter Professor Dr. med. Konstantinos Rizas. «Diese Erkenntnisse sprechen gegen den routinemässigen Einsatz besonders starker Blutplättchenhemmer bei Menschen mit Vorhofflimmern nach einem Herzinfarkt.»

Die Finanzierung der multizentrischen EPIDAURUS-Studie erfolgte durch einen Forschungszuschuss von Daiichi Sankyo Europe sowie durch Mittel der Ludwig-Maximilians-Universität München. Gleichzeitig zur Vorstellung der Studie am Europäischen Kardiologiekongress in München wurden die Ergebnisse auch in der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. Studienleiter Professor Dr. med. Konstantinos Rizas trat bei HOCH Health Ostschweiz am Standort Kantonsspital St. Gallen am 1. März 2026 die Nachfolge von Prof. Dr. med. Hans Rickli als Chefarzt der Klinik für Kardiologie an.

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