DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,72 % 53.343,40 Pkt 22:40:06 S&P 500 -1,21 % 7.691,76 Pkt 22:38:24 Nasdaq -1,64 % 26.289,71 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,57 % 65.724,25 Pkt 04:35:03 Gold -0,19 % 4.409,50 USD 04:45:14 Silber -4,59 % 63,09 USD 04:44:43 Brent +0,79 % 91,59 USD 04:45:06 WTI +0,25 % 84,71 USD 04:45:11 Bitcoin -0,60 % 64.293,08 USD 04:55:14 EUR/USD +0,02 % 1,15850 USD 04:54:57 EUR/GBP +0,07 % 0,85540 GBP 04:55:16 EUR/CHF +0,11 % 0,93990 CHF 04:55:16 EUR/JPY +0,02 % 184,561 JPY 04:55:16

Staaten haben zu hohe Schulden: Mächtigste Bank der Welt warnt vor Crash

Wirtschaft

Die mächtigste Bank der Welt, die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), beschäftigt sich in ihrem aktuellen Jahresbericht mit der globalen Finanzlage. Die „Zentralbank der Zentralbanken“ warnt immer wieder recht früh vor Finanzkrisen. Ihre Mahnungen werden jedoch gern überhört oder aber als Grundlage für antizyklische Spekulationen verwendet. Ihre Grundannahmen sollten jedoch Anlass für Kleinanleger sein, sich nicht von Hypes treiben zu lassen. Zum einen sieht die BIZ immer noch ein Inflationsrisiko. Der Schock in der Energieversorgung sei „erheblich“ gewesen, „seine Auswirkungen könnten sich entlang der Lieferketten ausbreiten“. So seien nach dem Beginn des Konflikts im Nahen Osten die Preise für Kunststoffe und Düngemittel als „wichtige Produktionsfaktoren“ um 30 Prozent beziehungsweise um 50 Prozent gestiegen. Die zentrale Frage sei nun, „ob sich diese anfänglichen Preissteigerungen ausweiten und anhalten werden, wie im Zeitraum 2021–2023“. Zwar begrenzten mildernde Faktoren die Folgewirkungen. Eine bessere Auslastung des Arbeitsmarktes könnte dazu beitragen, den Lohndruck einzudämmen, die Leitzinsen seien derzeit höher als 2022. Allerdings werde es mehrere Quartale dauern, um „die Ungleichgewichte auf den physischen Ölmärkten zu beseitigen“. Daher könnte es zu weiteren Schwankungen der Energiepreise kommen – mit der Folge einer steigenden Inflation. „Risiko eines abrupten Kurssturzes“ Die BIZ erkennt ein Problem in der aktuellen Euphorie über Investitionen in die Künstliche Intelligenz und deutet an, dass es sich um eine Blase handeln könne. Der Optimismus könnte „trotz des Versprechens zukünftiger Produktivitätssteigerungen nicht von Dauer sein“. Der aktuelle Anstieg der Investitionsausgaben könnte sich nämlich als „nicht nachhaltig“ erweisen, wenn Lieferengpässe die Produktion bremsen. Die BIZ weiter: „Der intensive Wettbewerb um die Marktführerschaft könnte, wie in früheren Innovationswellen zu beobachten, Überinvestitionen weiter anheizen und so das Risiko eines abrupten Kurssturzes erhöhen, falls die KI-Erträge enttäuschen.“ Vergleichbare Phänomene waren schon beim Platzen der Dotcom-Blase zu beobachten. Die Lage ist aus Sicht der BIZ vor allem deshalb kritisch, weil die allgemein hohe Verschuldung die Geduld der Investoren überstrapazieren könnte. Wenn sich die „lockeren Finanzierungsbedingungen“ verschärfen, die Zinsen steigen und die KI-Erträge hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnte das Investoren dazu veranlassen, den Stecker zu ziehen. Die BIZ: „Die zunehmend intransparente Finanzierung von KI-Aktivitäten, die hohe Verschuldung in Kernmärkten und die wachsende Bedeutung privater Kredite untergraben die Widerstandsfähigkeit der Finanzmärkte zusätzlich.“ Die „gegenwärtige Spannung zwischen überschwänglicher Risikobereitschaft und erhöhten makroökonomischen Risiken könnte sich abrupt auflösen“ – mit anderen Worten, einen Crash auslösen. Die Möglichkeiten der Regierungen zu reagieren sieht die BIZ begrenzt. Die Staaten haben sich, nicht zuletzt wegen exorbitanter Militärausgaben und Energiesubventionen, selbst massiv verschuldet. Das Wachstum ist unerfreulich, viele Bevölkerungen sind zu alt, während die Zinszahlungen im Verhältnis zum BIP in vielen Ländern gestiegen seien. Der daraus resultierende Anstieg der Staatsverschuldung, verbunden mit strukturellen Veränderungen auf den Staatsanleihenmärkten, stelle „ein wachsendes Risiko für die Finanzstabilität vieler Volkswirtschaften“ dar. Die BIZ beobachtet „hochriskante Strategien“ von Spekulanten gegen einzelne Staaten. Es seien „neue Schwachstellen entstanden, die unter anderem auf die zunehmende Rolle von Hedgefonds bei der Vermittlung von Staatsanleihen in mehreren Kernmärkten zurückzuführen sind“. Die BIZ warnt vor einer trügerischen Ruhe: „Die Liquidität des Marktes für Staatsanleihen mag über längere Zeiträume ausreichend erscheinen, kann aber abrupt verschwinden und die Kreditkosten in die Höhe treiben.“ Dann wären alle schönen Langfrist-Projektionen hinfällig. Das böse Erwachen käme früher als gedacht. Lesen Sie mehr zum Thema

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren