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Stade: Neue Details zum Tatverdächtigen - Haftbefehl erlassen

Nation

In Stade (Niedersachsen) fallen am Montag in einer Jugendhilfeeinrichtung Schüsse Sechs Menschen sterben, viele sind zum Teil schwer verletzt Jetzt wurde Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen Eine Mordkommission übernimmt die Ermittlungen zur Gewalttat mit sechs Todesopfern in Stade (Niedersachsen). Ausgewertet werden vor allem Hinweise aus der Bevölkerung. Die Polizei bittet Zeugen weiter um Fotos und Videos, die etwas zur Aufklärung der tödlichen Schüsse in der Jugendhilfeeinrichtung am Montag beitragen können. Unterdessen ist der Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Taten aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen, insbesondere Heimtücke und niederen Beweggründen, als sechsfachen Mord. Unter den sechs Toten sind drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover und drei der Jugendhilfeeinrichtung der Hansestadt. Auch interessant Hintergrund ist nach Angaben der Polizei möglicherweise ein Sorgerechtsstreit. Der Tatverdächtige mit türkischer Staatsangehörigkeit hatte demnach einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter. In Bezug auf zwei weitere tatverdächtige Frauen hat die Staatsanwaltschaft keinen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Sowohl die 34 Jahre alte Mutter der gemeinsamen Tochter als auch die Begleiterin des 45-Jährigen mutmaßlichen Täters wurden aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen. Lesen Sie auch Stade: Großer Andrang bei Gedenken an die Opfer Für die Opfer fand am Dienstagabend eine Andacht in der St.-Wilhadi-Kirche in Stade statt, der Andrang von Angehörigen, Kollegen und Feuerwehrleuten war riesig. Am heutigen Mittwoch (14 Uhr) soll es zudem in der Marktkirche Hannover ein Gedenken für die drei Mitarbeiter der Jugendhilfe der Region Hannover geben. Mit Gebeten, Texten und Musik soll ein Zeichen der Verbundenheit gesetzt werden, auch für alle Mitarbeitenden der Jugendämter. Stade: Mutmaßlicher Täter soll eigenes Baby geschüttelt haben Der „Spiegel“ berichtet, bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um den 45-jährigen türkischen Staatsbürger Fatih Khan G. aus Garbsen bei Hannover. Er soll sein Baby geschüttelt haben. Das Kind sei daraufhin ärztlich untersucht worden, wobei entsprechende Verletzungen festgestellt werden konnten. Die Mutter soll von dem Tatverdächtigen bereits getrennt gewesen sein. In dem Sorgerechtsstreit sollen bereits zwei Entscheidungen des Amtsgerichts Neustadt am Rübenberge vorliegen. Lesen Sie auch Nach derzeitigem Ermittlungsstand sei unklar, woher der mutmaßliche Täter die Waffe hatte und ob es mehrere Waffen gab. Sicher sei, dass der Tatverdächtige keine Erlaubnis zum Führen der gefundenen Waffe gehabt habe. Aus ermittlungstaktischen Gründen sagte die Polizei bisher nicht, um welche Art von Waffe es sich handelt. Auch der genaue Ablauf der Tat in der Jugendhilfeeinrichtung war bisher nicht öffentlich bekannt. Die Ermittler verwiesen auf die aufwendige und detaillierte Arbeit der Spurensicherung. Dobrindt sieht noch „Aufklärungsbedarf“ Am Dienstag äußerte sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zu der Tat und drückte sein Bedauern und Mitgefühl aus. Das können einen Menschen „nur sprachlos“ zurücklassen, hob Dobrindt hervor. Die Tat habe ihn „stark betroffen gemacht“, seine Gebete seien mit den Opfern der Gewalttat. Zu den Hintergründen der Tat sowie zum Motiv des Täters nannte Dobrindt keine Details. Er hob lediglich hervor, dass die Behörden vor Ort aufgrund der Polizeiakte des mutmaßlichen Täters nicht davon ausgehen konnten, dass die Person „stark polizeilich auffällig“ gewesen sei – und eine solche Tat vollstrecken könne. Dobrindt sei im Austausch mit Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD). „Es gibt noch Aufklärungsbedarf“, sagte Dobrindt. Die Ermittlungen würden weiterlaufen. Er gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft vor Ort den Fall übernehme und im Laufe des Tages weitere Details bekannt gebe. Stade gehört zur Metropolregion Hamburg und ist auch als westliches Tor zum Alten Land bekannt, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands. Die Hansestadt liegt rund 40 Kilometer von Hamburg entfernt. mit afp/dpa

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