Standort in Bretten weiterführen
Das lange Warten hat ein Ende: Knapp zweieinhalb Monate nachdem der Neff-Betriebsrat der BSH-Geschäftsführung ein Rettungskonzept für den Neff-Standort Bretten vorgelegt hat, hat das Mutterunternehmen sich dazu geäußert. Bei einem Vor-Ort-Besuch im Brettener Werk zeigten Vertreter der BSH, darunter Mitglieder der Geschäftsführung, den Mitarbeitern einen Weg in die Zukunft für die Fabrik in Bretten auf. Eigentlich sollte diese zum Ende des ersten Quartals 2028 geschlossen werden. Externer Partner soll in Bretten produzieren Nun liegt eine neue Option auf dem Tisch: die Übernahme der Dunstabzugshauben-Produktion sowie der dazugehörigen Logistik durch einen externen Partner, also ein anderes Unternehmen. Dieses würde die Produkte in Bretten fertigen und der BSH Hausgeräte GmbH als Ankerkunden verkaufen, erläutert BSH-Sprecherin Eva Bauerschmidt in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Aktuell liefen Gespräche mit mehreren möglichen externen Partnern, ein Vertrag stehe noch nicht. Allerdings sieht Bauerschmidt die vorgestellte Option als eine realistische Chance, eine Perspektive zu geben. Mit dem Konzept denke man Teile des vom Betriebsrat vorgelegten Konzeptes weiter, das „wertvolle Impulse“ beinhalte, so Bauerschmidt. Das Konzept, das der Neff-Betriebsrat zusammen mit der Gewerkschaft IG Metall und dem Wirtschaftsberatungsunternehmen info-Institut aus Saarbrücken erarbeitet hatte, sieht eine Ausweitung der Produktion der Dunstabzugshauben in Bretten vor. Die Produktion von Backöfen, die zuletzt stark unterausgelastet war, könnte laut Alternativkonzept noch bis zum Jahre 2030 weitergeführt werden. So könnte BSH betriebsbedingte Kündigungen vermeiden und hätte zugleich einen Kapazitätspuffer für einen möglicherweise wieder wachsenden Produktionsbedarf, hieß es sinngemäß von den Verfassern. BSH sieht nur bei Dunstabzugshauben noch Chancen Die BSH sieht in der Verlängerung der Backofen-Produktion keine Option und will hier an der planmäßigen Einstellung zum Ende des ersten Quartals 2028 festhalten. Im Bereich der Dunstabzugshauben hat man laut Unternehmenssprecherin Bauerschmidt aber Möglichkeiten erkannt. Unter einem externen Partner könnten in dem Segment neue Kundengruppen erschlossen und „ein größerer Markt adressiert“ werden. Ein neuer Eigentümer hätte die Möglichkeit, Produktionsbereiche „für Drittkunden zu öffnen, insbesondere im Bereich der Fertigung von Dunstabzugshauben“. Er könnte am Standort nicht nur für die BSH, sondern auch für andere Kunden und potenziell auch für andere Industrien produzieren als ausschließlich für die der Hausgeräte. Durch die Ausweitung der Kundenbasis wäre die Fertigung im Werk besser ausgelastet und weniger abhängig von einem Abnehmer. „Die Idee eines eigenständigen Unternehmens mit Zugang zu neuen Kunden und Märkten bietet aus unserer Sicht die Chance, einen relevanten Teil des Standorts und damit möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, wird Matthias Metz, CEO der BSH Hausgeräte GmbH, in einer Mitteilung zitiert. Wie viele der knapp 1.000 Arbeitsplätze bei der Übernahme des Werks durch einen neuen Eigentümer erhalten bleiben können, steht laut Nadine Schian aus dem Presseteam der BSH nicht fest. Unsicherheit für Neff-Mitarbeiter hält weiter an Eine fertige Lösung für den Standort könne man den Neff-Mitarbeitern zwar leider noch nicht aufzeigen, betont Schian im Gespräch mit unserer Redaktion. „Für die Mitarbeiter geht die Phase der Unsicherheit weiter“, bedauert sie. Es sei dem Unternehmen aber wichtig gewesen, jetzt einen Zwischenstand zu kommunizieren, obwohl noch nichts Konkretes feststeht. „Ein paar Wochen hätten uns gut getan, aber wir wissen: Das Warten zermürbt“, unterstreicht Schian. Dass es so lange gedauert hat, bis BSH eine Rückmeldung zum Alternativkonzept gibt, begründet sie damit, dass die Prüfung der Vorschläge einfach viel Zeit in Anspruch nehme. Experten wurden dazu gehört und Gespräche geführt, auch mit der Bosch-Gruppe, zu der BSH gehört. BSH sei es wichtig, zu vermitteln, dass man das vom Betriebsrat vorgelegte Konzept ernstnimmt, unterstreicht sie. Man wolle schnellstmöglich zu einer Lösung mit einem externen Partner kommen.