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Stanford-Team nutzt Genom-Sprachmodelle zur Entwicklung neuer Therapien gegen resistente Bakterien

Gesundheit

Ein Team um Brian Hie von der Stanford University hat mithilfe der KI-Modelle Evo 1 und Evo 2 funktionsfähige Genome für Bakteriophagen entworfen und damit einen neuen Ansatz zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten vorgestellt. Die Studie erschien im Fachmagazin Science. Bakteriophagen sind Viren, die ausschließlich Bakterien befallen und deshalb therapeutisch einsetzbar sind. Die genutzten Genom-Sprachmodelle wurden anhand genetischer Daten von zwei Millionen Bakteriophagen trainiert. Genetischer Code von Viren, die Menschen, Tiere oder Pflanzen infizieren können, blieb bewusst ausgeschlossen. Die KI generierte Tausende potenzieller Genome. Aus fast 300 im Labor hergestellten Kandidaten erwiesen sich 16 als lebensfähig. Ein Cocktail aus diesen überwand laut Studie schnell die Resistenz in zwei verschiedenen E.-coli-Stämmen. Die Autoren beschreiben den Ansatz als Grundlage für „adaptive und widerstandsfähige Phagentherapien gegen sich schnell entwickelnde Krankheitserreger“. Parallel zur Begeisterung über die Ergebnisse melden Fachleute Sicherheitsbedenken an. Tom Inglesby und Moritz Hanke vom Center for Health Security der Johns Hopkins University halten in einem begleitenden Science-Artikel fest, dass die Fähigkeit zur KI-gestützten Komposition viraler Genome zwar vorhanden sei, ein regulatorischer Rahmen dafür aber fehle. Tom Ellis vom Imperial College London warnt, eine auf gefährliche Erreger trainierte KI könnte zum Entwurf schädlicherer Viren missbraucht werden, stuft die Gesamtgefahr jedoch als übertrieben ein.

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