Starbucks eröffnet Filialen in Xinjiang - und bekommt politischen Druck aus den USA
Die US-Kaffeekette Starbucks hat in der vergangenen Woche zwei Cafés in der chinesischen Region Xinjiang eröffnet – und gerät dafür nun politisch unter Druck. Der Vorsitzende des China-Sonderausschusses im US-Repräsentantenhaus, John Moolenaar, forderte das Unternehmen auf, die Geschäfte angesichts der Unterdrückung der Uiguren wieder zu schließen. Der Republikaner bezeichnete die Eröffnung als »schockierend und moralisch bankrott«.
»Starbucks sollte unverzüglich den Kurs ändern und seine Filialen in Xinjiang schließen«, schrieb Moolenaar in einer Stellungnahme. Mit jedem dort verkauften Becher werde eine bekannte amerikanische Marke mit dem brutalen Vorgehen der Kommunistischen Partei gegen die Uiguren verknüpft.
Die beiden Filialen, um die es geht, befinden sich in der Regionalhauptstadt Ürümqi. Eine liegt am Großen Basar und eine am internationalen Flughafen.
Auch andere Unternehmen gerieten aufgrund des Streits um Xinjiang schon politisch unter Druck. Volkswagen beendete seine umstrittene Präsenz in der chinesischen Uigurenregion 2024. Der Autobauer stand wegen seines dortigen Werks jahrelang in der Kritik. Umgekehrt wurden H&M und Adidas 2021 in China zum Ziel von Boykottaufrufen, nachdem sie Bedenken wegen möglicher Zwangsarbeit in Xinjiang geäußert hatten.
Starbucks schließt 250 Filialen in Nordamerika
Vor Kurzem war bekannt geworden, dass der US-Kaffeekonzern 250 unrentable Filialen schließen will. Die Maßnahme ist Teil der Firmensanierung und betrifft etwa ein Prozent der rund 18.000 Standorte in Nordamerika. Das Unternehmen erwartet Restrukturierungskosten von rund 300 Millionen Dollar.