StarGate-Drohne aus der Ukraine soll Verletzte vom Schlachtfeld fliegen
"Drastische Änderung an der Front"
Neue ukrainische Drohne kann Verletzte evakuieren
Von t-online, jaf
Aktualisiert am 16.10.2026 - 14:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine solche Drohne gab es noch nie: Ein ukrainisches Unternehmen hat ein Modell vorgestellt, das Verletzte transportieren soll.
Der ukrainische Drohnenhersteller Skyfall hat ein neues Modell vorgestellt, das Verletzte von der Front evakuieren soll. Die Drohne mit sechs Propellern hat eine Art Krankenliege an der Unterseite angebracht, die den Transport einer Person ermöglichen soll.
"Die Idee kam direkt von der Front, aus den Schützengräben", sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur AP. So soll die Drohne künftig Verletzte aus der sogenannten Todeszone bergen können, die ständig von Drohnen und Artillerie bedroht wird und die für bemannte Missionen schwer zugänglich ist. Da die Drohne über eine Reichweite von 10 bis 15 Kilometern verfügt, soll sie künftig schwer verwundete Soldaten erreichen, die tief in der Todeszone eingeschlossen sind.
Bisher wurden zur Bergung häufig auch unbemannte Bodenfahrzeuge eingesetzt, allerdings gibt es oftmals Problem mit Schlamm, Kratern und zerstörten Straßen. Flüsse, Minen und Drohnen können sie vollständig stoppen. Zudem brauchen sie deutlich länger. Ein Kommandant erklärte AP: "Zehn Kilometer in wenigen Minuten zurückzulegen, wäre eine drastische Veränderung an vorderster Front."
Die Drohne fliegt mit einer normalen Geschwindigkeit von 65 km/h, kann aber bis zu 105 km/h erreichen. Laut Skyfall ist sie in etwa zehn Minuten flugbereit.
Drohne mit zahlreichen Funktionen
Um die Sicherheit des verletzten Soldaten an Bord der Drohne zu gewährleisten, verfügt die Drohne über Störsender und Fangnetze. So sollen sich annähernde Drohnen abgewehrt werden. Zudem werden mit Starlink und dem firmeneigenen L-Link-System zwei Kommunikationskanäle genutzt, um besser auf Störungen reagieren zu können. Dazu kommt ein System auf Basis Künstlicher Intelligenz, um die Kontrolle auch bei Ausfall der Satellitennavigation aufrechtzuerhalten.
Grundsätzlich wird die Drohne laut Skyfall manuell gesteuert, nutzt aber auch KI-Funktionen, um auch in Umgebungen ohne GPS-Empfang zu funktionieren. So könne die Drohne selbstständig eine Route berechnen, um in ein sicheres Gebiet zu kommen, sollte die Kommunikation vollständig abbrechen. Zudem soll sie auch beim Verlust eines ihrer Arme weiterfliegen können.
In dieser Woche wurde die Drohne erstmals im Feldeinsatz getestet, eine genaue Bewertung seitens des Militärs stehe noch aus. Das Unternehmen schätzt, dass jedes System je nach Konfiguration mindestens 50.000 US-Dollar kosten wird, und strebt an, bis Ende 2026 bis zu 1.000 Stück pro Monat zu produzieren.