Starke Moral: Hansa Rostock erkämpft Punkt gegen Waldhof Mannheim
Stand: 16.08.2026 16:04 Uhr Drei Punkte waren eigentlich das Ziel, aber dieses Remis fühlt sich an wie ein kleiner Sieg. Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock lag am Sonntag bei seinem ersten Heimspiel in der neuen Saison gegen Waldhof Mannheim zweimal mit zwei Toren zurück. Am Ende hieß es 3:3. von Christian Görtzen Ein ehemaliger Profi des FC St. Pauli rettete den Mecklenburgern einen Punkt. Florian Carstens erzielte eine Viertelstunde vor dem Ende der Partie den Ausgleich - die ersten beiden Hansa-Treffer hatte der gebürtige Geesthachter durch weite Einwürfe eingeleitet. Die Mannschaft von Hansa-Coach Daniel Brinkmann drängte noch auf den Siegtreffer, doch der gelang nicht mehr. "Wir haben nicht aufgegeben und uns zurückgekämpft." Hansa-Torschütze Florian Carstens Carstens war nach der Partie dennoch zufrieden: "Wenn man 0:2 hinten liegt und direkt nach der Pause den nächsten Nackenschlag bekommt, ist das überragend von der Moral, dass wir noch zurückgekommen sind." Nach zwei Spieltagen sind es nun vier Punkte für Rostock - genauso wie vor einem Jahr, als am zweiten Spieltag zu Hause ein 1:0 gegen Mannheim gelang. Am kommenden Wochenende steht die erste Runde im DFB-Pokal auf dem Programm. Dann ist am Freitagabend (20.45 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) Bundesligist VfB Stuttgart zu Gast im Ostseestadion. Hansa gerät schnell in Rückstand Den Schwung aus dem 3:2-Sieg zum Saisonauftakt bei Hoffenheim II mitnehmen - das war der Plan der Mecklenburger gegen den SV Waldhof. Die Realität sah dagegen so aus, dass sie in der siebten Minute in Rückstand gerieten. Ursächlich dafür war ein schwaches Defensivverhalten auf der linken Abwehrseite. Der aushelfende Offensivspieler Maximilian Krauß achtete durch das Verschränken seiner Hände auf dem Rücken zwar tunlichst darauf, dass er die zu erwartende Flanke nicht irregulär berühren konnte. Er ließ dem Mannheimer Jid Okeke aber zu viel Zeit und Raum, um den Ball in Strafraum zu schlagen. Das tat dieser sehr präzise. Julian Ulbricht stieg hoch und köpfte zur Führung der Kurpfälzer ein. Der gebürtige Hamburger machte sich im Anschluss daran in Rostock nicht unbedingt Freunde, als er sich daraufhin kurz vor der Hansa-Fankurve aufbaute, seine Hände an die Ohren legte und damit zu verstehen gab, dass er den Anhang der Gastgeber irgendwie gerade nicht hören könne. Das änderte sich zügig. Gellende Pfiffe und Beschimpfungen schlugen ihm entgegen. Von Schiedsrichter Felix Weller (Siegen) gab es eine Ermahnung. Rostock kassiert das 0:2,... Die Norddeutschen brauchten einige Zeit, um sich von dem Schock zu erholen. Und in der 27. Minute war sie plötzlich da, die Top-Chance zum Ausgleich. Bernie Lennemann hatte sie, doch der Stürmer scheiterte an Waldhof-Keeper Jan Niemann. 1:1 hätte es sehr gut heißen können, 0:2 hieß es kurz darauf. Und wie beim ersten Gegentor trug eine zu zaghafte Defensivarbeit einer Offensivkraft dazu bei. Diesmal machte es Andreas Voglsammer, der Doppeltorschütze aus dem ersten Saisonspiel, einem Gäste-Profi - in dem Fall Maximilian Thalhammer - zu einfach. Auch Rostocks Jonas Dirkner agierte danach zu zögerlich. Und so bediente der ehemalige Osnabrücker Thalhammer nach einem Antritt Julian Rieckmann, und der schoss links unten ein (29.). ...aber Voglsammer bringt Hansa wieder heran Voglsammer machte seinen Fehler noch in der ersten Hälfte wieder gut. In der ersten Minute der Nachspielzeit sprang ihm der Ball nach einem weiten Einwurf vor die Füße, und dann zog der 34-Jährige ab - und traf. Mit seinem Flachschuss ließ er Niemann keine Chance. Für den früheren Hannoveraner war es bereits der dritte Saisontreffer. Kurz darauf ging es in die Pause. Waldhof erhöht wieder, aber FCH verkürzt auf 2:3 Die Stimmung im Ostseestadion erhielt schon kurz nach Wiederbeginn einen Dämpfer. Nach Pass von Kushtrim Asallari war Lovis Bierschenk durch. Der 21-Jährige legte den Ball mit einer zarten Berührung an Hansa-Keeper Luca Unbehaun vorbei - und die Kugel rollte zum 3:1 für die Gäste über die Torlinie (50.). Den Norddeutschen gelang aber die perfekte Reaktion: Lennemann jagte nach einem weiten Einwurf von Carstens das Spielgerät aus spitzem Winkel unter die Latte - nur noch 2:3 (55.). Und fast wäre schnell der Ausgleich geglückt: Voglsammer setzte den Ball per Freistoß an die Oberkante der Latte (60.). Carstens lässt Hansa-Fans jubeln Hansa drängte, und Hansa jubelte - über das 3:3 in der 76. Minute. Kushtrim Asallari brachte den Eckball an den vorderen Pfosten, wo der aufgerückte Abwehrspieler Carstens zur Stelle war und per Kopf ins hintere Eck verlängerte. Alle drei Rostocker Tore resultierten damit aus Standardsituationen. Und Hansa wollte jetzt mehr! Aber es zeigte sich auch, dass diese Aufholjagd an die Kräfte gegangen war. Der eingewechselte Benno Dietze hatte in der Nachspielzeit noch eine Gelegenheit, aber es blieb letztlich beim Unentschieden in diesem sehr interessanten Drittligaspiel. Damit konnten die Gastgeber auch gut leben - auch angesichts dessen, dass Abwehrspieler Florian Bohnert in der 89. Minute Waldhof-Stürmer Goncalo Gregorio im Strafraum umgerissen hatte. Die Mannheimer forderten vehement einen Foulelfmeter, doch Schiedsrichter Weller pfiff diesen nicht.