Start für Neunsinger, Auswechslung nach 22 Minuten: Schalding
„Wir haben keinen Zauberer verpflichtet“, sagte Schaldings Sportchef Markus Clemens zu Wochenbeginn bei der Vorstellung von Uwe Neunsinger. Bei der Premiere des neuen Coachs wurde diese Einschätzung bestätigt. Im Bayernliga-Kellerduell gegen Kirchanschöring verlor der SVS am Samstag völlig verdient mit 0:2 und offenbarte dabei dieselben Probleme, mit denen schon Neunsingers Vorgänger Heiko Schwarz zu kämpfen hatte.
„Wir haben extreme Baustellen“, sagte Neunsinger hinterher bei seiner ersten Pressekonferenz, zu der viele der rund 400 Zuschauer noch geblieben waren. „Es fehlt an elementaren Dingen. Robustheit. Zweikampfverhalten. Entscheidungsfindung. Das sind Basics, die du in der Bayernliga minimum brauchst. Die haben wir momentan aber auch nicht.“ Neunsinger kündigte an, dass man hart arbeiten werde. Bis sich Besserung einstellt, könne es aber dauern. „Das wird kein Sprint, sondern ein Marathon.“
Erschwerend hinzu kommt vor dem Derby kommenden Freitag in Erlbach die angespannte personelle Situation. Am Samstag verletzte sich auch noch Jonas Hoffmann. Der Offensivmann musste mit einem dicken Knie raus und begab sich zur Untersuchung in die Notaufnahme des Passauer Klinikums.
So lief das Spiel
„Ich kann mir das nicht mehr länger anschauen“, sagte Neunsinger gegen Kirchanschöring nach 22 Minuten an der Seitenlinie. Zu diesem Zeitpunkt lag seine Mannschaft bereits mit 0:2 zurück. Der neue Trainer reagierte, nahm den völlig verunsicherten Innenverteidiger Stjepan Kovacevic vom Feld, brachte Markus Gallmaier und stellte um: Gallmaier rückte auf die für ihn ungewohnte Sechserposition, Niklas Heininger wurde zurück in die Viererkette beordert.
Erneut hatte Schalding den Gegner zuvor zu einfachen Toren eingeladen und große Räume vor der Abwehr sowie im eigenen Strafraum offengelassen. Kirchanschöring nutzte gleich die erste gefährliche Aktion zur Führung. Eine Flanke segelte in den Strafraum, wo Mark Kremer völlig frei aus fünf Metern einköpfen konnte (5.). Die Zuschauer schüttelten ungläubig den Kopf.
Der Treffer verunsicherte die Grün-Weißen zusätzlich. Gegen aggressive, zweikampfstarke und robuste Gäste liefen die Schaldinger meist nur hinterher. Nach gerade einmal 12 Minuten klingelte es erneut: Samuel Schwarz steckte zentral auf Thorsten Nicklas durch, der im Strafraum querlegen konnte. Mark Kremer setzte nach, die Klärungsgrätsche misslang – der Ball rutschte zum 2:0 ins Netz. Schalding hatte erneut viel zu passiv verteidigt und musste bereits das 44. Gegentor in dieser Saison schlucken.
Mit Gallmaier auf der Sechs und Heininger in der Abwehr kam mehr Stabilität ins Schaldinger Spiel. Allerdings nahm auch Kirchanschöring nach der Zwei-Tore-Führung etwas Tempo heraus. Sobald die Gäste wieder schnell nach vorne spielten, geriet die SVS-Defensive in Schwierigkeiten. „Das ist doch nicht Bayernliga“, war Neunsinger an der Seitenlinie wiederholt zu hören.
In der Offensive blieb Schalding nahezu wirkungslos. Ein Angriffsspiel der Gastgeber fand in der ersten Halbzeit praktisch nicht statt. Ein Kopfball von Markus Gallmaier in der 45. Minute war der einzige Abschluss der Grün-Weißen. So ging der SVS mit einem 0:2-Rückstand in die Pause.
Offensiv ohne Ideen