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Start in die Saison Die vier neuen Trainer in der Bundesliga

Sport

Martin Demichelis - RB Leipzig

Die Verpflichtung von Martin Demichelis als neuen Trainer von RB Leipzig war sicher die größte Überraschung der Bundesliga-Sommerpause. Denn unter Ole Werner hatten sich die Leipziger nach einem Jahr ohne europäischen Fußball direkt wieder für die Champions League qualifiziert. Platz drei und der beste Punkteschnitt aller RB-Trainer seit dem Aufstieg 2016 reichten Werner nicht, um weitermachen zu dürfen.

Offiziell wurde die Werner-Entlassung damit begründet, dass eine "inhaltliche Weiterentwicklung und eine veränderte Herangehensweise für die vor uns liegenden Aufgaben erforderlich" sein solle. Und diese Weiterentwicklung soll nun Martin Demichelis bringen. Der Argentinier dürfte in Deutschland als Abwehrspieler von Bayern München bekannt sein. Als Trainer wurde er in Argentinien mit River Plate Buenos Aires 2023 Triple-Sieger, betreute den mexikanischen Spitzenklub Monterrey und war zuletzt bei RCD Mallorca. Mit dem Klub der Balearen-Insel konnte er trotz beeindruckender Aufholjagd und einem Sieg gegen Real Madrid den Abstieg aus La Liga nicht verhindern.

Bei den Sachsen soll er den unter Ole Werner vermissten Glamour zurück an den Leipziger Cottaweg bringen. So schwärmte Tatjana Heanni, CEO bei RB Leipzig, der 45-Jährige sei einer, der "begeistern und mitreißen kann. Wenn er auf dem Trainingsplatz steht, dann ist Feuer in dem Mann. Er ist energisch, er ist initiativ, er kann auch mal laut sein und er bringt Emotionen rein." Unter Demichelis, so erhoffen sich die RB-Bosse, solle der RB-Fußball wieder attraktiver werden. Der offensive Ballbesitzfußball mit hohem Pressing passe besser zum ambitionierten Leipziger Bundesligisten als der immer wieder als zu bieder beschriebene Werner-Fußball.

In der Saison-Vorbereitung erfüllten sich die Hoffnungen eher so semi. RB holperte durch die Testspiele, vor allem der Abgang vom schnellen 125-Millionen-Mann Yan Diomande konnte noch nicht adäquat kompensiert werden. Die Niederlagen gegen Premiere-League-Klub Leeds United (0:2) und Bayern München (1:3) begründete der Coach mit Ermüdungserscheinungen harter Trainingswochen.

Ob das 6:0 im DFB-Pokal bei Regionalligist Trier ein Muster mit oder ohne Wert ist, muss sich noch zeigen. Knackpunkt im neuen RB-Spiel mit hohem Pressing könnte neben dem Diomande-Abgang in der Offensive die etwas in die Jahre gekommene Abwehr mit Schnelligkeitsnachteilen werden. Große Angriffshoffnungen liegen jetzt auf RBL-Rückkehrer Christopher Nkunku. Der Franzose, Deutschlands "Fußballer des Jahres 2021/2022" wurde aber erst am Dienstag (25.08.2026), also wenige Tage vor Saisonbeginn zurückgeholt.

Carles Martinez - Bayer 04 Leverkusen

Ein Jahr nach dem Abschied von Meister-Trainer Xabi Alonso steht bei Bayer Leverkusen mit Carles Martinez Novell wieder ein Spanier an der Seitenlinie. Der 42-Jährige führte den FC Toulouse zuletzt drei Spielzeiten in Folge ins gesicherte Mittelfeld der ersten französischen Liga und war zuvor vor allem als Trainer im Jugendbereich aktiv – unter anderem mehrere Jahre in La Masia, der berühmten Talentschmiede des FC Barcelona.

Die laut Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes "am Anfang etwas überraschende Lösung" habe in Toulouse "eine gewisse Konstanz reingebracht" und dabei viele junge Spieler eingesetzt und weiterentwickelt – Eigenschaften, die auch in Leverkusen gefragt sein dürften, nachdem Martinez nach Erik ten Hag und Kasper Hjulmand der dritte Bayer-Trainer innerhalb von 13 Monaten wurde.

"Er ist sehr mitteilsam und kommuniziert viel, und genau das brauchen wir als Mannschaft", sagte Angreifer Nathan Tella über den neuen Coach. Keeper Jannis Blaswich nannte Martinez "sehr detailverliebt". Ohnehin passe die "DNA von Bayer" zum spanischen Spielstil, so Rolfes.

Martinez Antrieb sei es, "Menschen zu helfen, den nächsten Schritt zu gehen", sagte der Spanier in einem Interview. Doch dabei dürfen die Saisonziele des Klubs nicht aus dem Blick geraten, denn Leverkusen will "konstant zu den besten vier Mannschaften in Deutschland und zu den besten 16 in Europa gehören", wie der Vorstands-Vorsitzende Fernando Carro betonte.

Adi Hütter - Eintracht Frankfurt

Eintracht-Rückkehrer Adi Hütter strahlt viel Ruhe aus, moderierte der Trainer auch die etlichen offenen Kaderfragen während der Vorbereitung stets gekonnt ab. Intern soll er dagegen Klartext gesprochen und die Schwächen des Teams bei Sportvorstand Markus Krösche mehrfach deutlich hinterlegt haben.

Auf Hütter ruhen viele Hoffnungen, für das Umfeld ist er sogar so etwas wie ein kleiner Heilsbringer. Die Mannschaft soll defensiv stabiler stehen und offensiv attraktiver spielen, insgesamt schlicht besseren Fußball zeigen.

Wichtig ist dem Österreicher, dass seine Mannschaft den Gegner tief in dessen Hälfte attackiert und damit hohe Ballgewinne provoziert. Gerade ein fleißiger Stürmer wie Jonathan Burkardt ist damit entscheidend für des Trainers Spielstil.

Dass der Coach es mit einer Doppelspitze (Burkardt/Ebnoutalib) sowie zwei Kreativspielern dahinter (Uzun/Doan) probieren will, erinnert ein Stück weit an alte Büffelherden-Zeiten.

Mauro Lustrinelli - 1. FC Union Berlin

Auch wenn Mauro Lustrinelli in der Bundesliga ein ganz neuer Name ist, muss er seine grundsätzliche Eignung nicht mehr unter Beweis stellen. Wer mit der gleichen Mannschaft erst aufsteigt und direkt danach Schweizer Meister wird, muss ein guter Trainer sein.

Trotzdem ist sein Engagement beim 1. FC Union ein großes Experiment. Schließlich will die Vereinsführung mit Lustrinelli Unions spielerische Identität auf den Kopf stellen. Den Grund erklärte Sportchef Horst Heldt im Trainingslager: "Wir müssen unsere Art und Weise ändern, um weiter konkurrenzfähig zu bleiben."

Statt Fünferkette und Mauertaktik verteidigen die Berliner unter Lustrinelli zu viert in letzter Linie und pressen tief in der gegnerischen Hälfte. Dieser Wandel wird Geduld erfordern. In den Testspielen und im Pokal gegen Eintracht Braunschweig kassierten die Eisernen jedenfalls einige einfache Gegentore.

Hoffnung macht der junge Kader mit Talenten wie Livan Burcu (21 Jahre), Aljoscha Kemlein (22), Leo Querfeld (22) und Zeno van den Bosch (23). In Braunschweig setzte Lustrinelli auf die jüngste Union-Elf seit zehn Jahren - und gewann mit 4:2.

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