Startup: Enpal stampft gesamten Standort in Hamburg ein – mehr als 80 Mitarbeiter müssen gehen
Audioplayer wird geladen Anzeige Das Berliner Solar-Startup Enpal verschlankt erneut seine Belegschaft. Nach Informationen von WELT löst Enpal seinen Standort in Hamburg auf. Die Belegschaft wurde am Dienstagmorgen im Rahmen eines All-Hands-Meetings mit der Geschäftsleitung, der Standortleitung und der HR-Verantwortlichen über den Schritt informiert. Betroffen sind 83 bis 85 Mitarbeiter. Bei dem Hamburger Standort handelt es sich vor allem um eine vertriebsnahe Einheit, organisiert ähnlich einem Callcenter. Dort arbeiten sowohl Beschäftigte, die Photovoltaikanlagen vertreiben, als auch Teams mit Fokus auf den Verkauf von Wärmepumpen. Anzeige Lesen Sie auch Enpal will betroffene Mitarbeiter unterstützen Ein Sprecher des Unternehmens teilte WELT mit: „Wir haben heute Morgen die Mitarbeitenden an unserem Vertriebsstandort in Hamburg darüber informiert, dass wir den Standort schließen und uns auf die Kern-Vertriebsstandorte München, Essen und Berlin fokussieren, die wir mit dieser Entscheidung zugleich stärken. Wir tun unser Möglichstes, unsere Hamburger Kolleginnen und Kollegen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen und beim Übergang zu helfen. Wir danken unseren Hamburger Kolleginnen und Kollegen für ihre Arbeit und ihren Einsatz für Enpal.“ Die Maßnahme steht offenbar im Kontext der strategischen Neuausrichtung, die Enpal erst im Juni bekannt gegeben hatte. Dort hieß es, das Unternehmen wolle künftig unter anderem durch Künstliche Intelligenz profitabel wachsen und den Ausbau der Plattformen sowie das Partnergeschäft vorantreiben. Anzeige Schon im März mussten fast 100 Enpal-Mitarbeiter gehen Das Energieunternehmen hatte bereits im März dieses Jahres fast 100 Beschäftigte entlassen. Damals war der Kundenservice am Berliner Standort betroffen. Enpal hatte die ganze Abteilung aufgelöst, auch die zuständige Führungsebene musste gehen. WELT hatte darüber berichtet, dass die Mitarbeiter völlig unerwartet von den Entlassungen getroffen wurden und Enpal parallel bereits eine neue Abteilung aufgebaut hatte. Lesen Sie auch Einen Monat zuvor war das Solar-Startup schon einmal in die Kritik geraten. Hintergrund war der Versuch, am Berliner Standort einen Betriebsrat zu gründen. Damals war es zu bizarren Szenen gekommen. Als die Gründung scheiterte, hatten einige Enpal-Mitarbeiter während des Meetings ausgelassen gefeiert und gesungen: „Ihr könnt nach Hause gehen, ihr könnt nach Hause gehen …“. Auf der Bühne standen derweil die Initiatoren sowie Gewerkschaftsvertreter. Lesen Sie auch Enpal gehört zu Deutschlands wertvollsten Start-ups. In der letzten Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen mit 2,3 Milliarden Euro bewertet. Ein sogenanntes Einhorn, also ein Start-up mit einer Bewertung von einer Milliarde Euro, wurde Enpal bereits im Jahr 2021. Heute hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 130.000 Kunden, die entweder Solaranlagen, Batteriespeicher, Wallboxen oder Wärmepumpen nutzen. Zudem sei Enpal seit der Gründung 2017 Marktführer für Solaranlagen in Europa geworden. Max Skowronek ist Investigativ-Reporter und berichtet für WELT und Business Insider über Wirtschaftsthemen. Bei Hinweisen erreichen Sie ihn vertraulich per Mail oder auch über die Messengerdienste Threema (A4RHN528) und Signal (msk.26).