Startup will „vollständige Ausrottung von Mücken”: 40-Gramm-Drohne schießt erstmals ein Insekt ab
Mücken sind nicht nur unheimlich lästig, sie stellen auch einen häufigen Überträger für gefährliche und sogar todbringende Krankheiten dar. Das Unternehmen Tornyol Systems will gegen die Insekten vorgehen – mit einer 40 Gramm schweren Drohne. Diese soll aus bis zu sechs Metern Entfernung die Insekten angreifen können. Mit ihr wolle man die „vollständige Ausrottung der Mücken“ in den Gebieten erreichen, wo Menschen leben, wie das Tech-Magazin „Toms Hardware“ berichtet. Von einem tatsächlichen Nutzen für den Verbraucher scheint das Projekt allerdings noch weit entfernt. Drohne gegen Mücken: Prototyp schießt zunächst Motte ab In einem Video zeigt CEO Alex Toussaint, dass das Konzept zumindest in der Theorie funktioniert. Dort ist zu sehen, wie die Mini-Drohne eine Motte verfolgt und schließlich abschießt. Allerdings: Nicht nur handelte es sich bei dem Testobjekt um eine Motte, auch die Rahmenbedingungen entsprachen nicht der Realität. Statt in der freien Natur fand das Experiment in einem windstillen Testraum statt. Laut Toussaint handelt es sich um den ersten Luft-zu-Luft-Abschuss einer Motte durch eine autonome Drohne. Das dabei verwendete System nutzt eine spezielle Ultraschall-Basisstation, in der 380 Mikrofone und ein Computerchip arbeiten. Gemeinsam „tasten“ sie die Umgebung ab und erstellen daraus eine 3D-Karte, mithilfe derer sich die Drohne orientiert. ANZEIGE ANZEIGE Experten bezweifeln Marktreife von Mini-Drohne gegen Mücken Obwohl das US-Startup Tornyol Systems bereits mit Preisen sowie Vorbestellungen wirbt, schätzen Branchenexperten einen schnellen, flächendeckenden Markteintritt als eher unwahrscheinlich ein. Der Sprung vom kontrollierten Laborraum, in dem Bewegungstracking-Kameras und ein externer PC die Flugbahn steuern, in den Alltag birgt einige technische Hürden. Wind, Regen, Hindernisse und Umgebungsgeräusche erschweren die Ultraschall-Ortung im Freien drastisch, wie ein Artikel des Portals „Tech Radar“ ausführt. Auch die extrem kurze Akkulaufzeit der Drohne von nur rund drei bis fünf Minuten wirft Zweifel auf. Für den durchgehenden Schutz eines Gartens wären ständige Ladezyklen an der Basisstation nötig. Auch die Gefahr, dass das System aus Versehen „nützliche“ Insekten wie Bienen oder Hummeln attackieren könnte, besteht laut Bericht.