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Statements nach Gewalttat an Schongauer Gymnasium

Nation

kreisbote-de Lokales Weilheim-Schongau „Amoktat“ in Schongau: Täter am Welfen-Gymnasium nach 17 Minuten überwältigt Von: Nathalie Schelle, Rasso Schorer Uns auf Google folgen Gegen 13 Uhr kam am Mittwoch die Meldung der Polizei: „Aktuell kommt es zu einer größeren Einsatzlage am Welfen-Gymnasium im Dornauer Weg in Schongau“, hieß es. Das laute Dröhnen mehrerer Hubschrauber und das Heulen zahlreicher Sirenen waren zu hören. „Es geht in Richtung Amoklage“, so die Pressestelle des Polizeipräsidiums Süd. Zwei Mädchen wurden schwerverletzt, ein 16-Jähriger ist tatverdächtig und wurde gefasst. Am frühen Abend informierten Landrat Dr. Johann Bertl und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Schongau – Dobrindt sprach mit leiser Stimme über die „irrsinnige Tat“, nachdem er sich zuvor am Welfen-Gymnasium ein Bild der Lage gemacht hatte: Der Täter hatte sich gegen 12.50 Uhr mit einer Schusswaffe der Schule genähert. Er gab einen Schuss ab, der allerdings niemanden verletzte, dann soll die Waffe versagt haben. Außerdem hatte er mehrere Messer dabei, mit einem davon ging er auf zwei 13-jährige Schülerinnen los und verletzte sie „sehr schwer“. Daraufhin war er weiterhin im Umfeld der Schule unterwegs und wurde von Lehrkräften sowie der Polizei überwältigt. Amoktat in Schongau: Mädchen waren zufällige Opfer Die beiden Mädchen konnten sich selbst aus der Gefahr retten und wurden umgehend versorgt, ehe sie in Krankenhäuser gebracht wurden. Sie seien zufällige Opfer des Täters gewesen, die in seine „Schreckensbahn geraten waren“, zeigte sich Dobrindt betroffen. Rund drei Stunden nach dem Messerangriff auf die beiden Schülerinnen konnte bekanntgegeben werden, dass sie außer Lebensgefahr waren. Zuvor war in einer Schongauer Facebook-Gruppe von mehreren Usern gemeldet worden, dass Kinder ums Leben gekommen seien. Die Polizei konnte das gegen 15 Uhr verneinen – „zum jetzigen Zeitpunkt“, wie es da noch hieß. In den Mittags- und frühen Nachmittagsstunden spielten sich herzergreifende Szenen ab. Eltern suchten im Stadtgebiet verzweifelt nach ihren Kindern. Im Feuerwehrhaus in der Bahnhofstraße wurde eine Anlaufstelle von Angehörigen von Schülern eingerichtet, wo die Familien wieder zusammengeführt wurden. Laut Dobrindt war der Täter ein ehemaliger Schüler des Welfen-Gymnasiums, ein „EU-Bürger ohne Fluchthintergrund“. Entsprechende Gerüchte hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Nachmittag bestätigt. Dabei sprach er auch als erster von einem „Amoklauf“. Medienberichten zufolge soll der Tatverdächtige die kroatische Staatsangehörigkeit besitzen. Die Polizei wollte dies auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. Man gehe davon aus, dass sich der 16-Jährige in einer psychischen Ausnahmesituation befunden habe, er sei in Behandlung gewesen, so Dobrindt. Einen Zusammenhang zwischen dieser Behandlung und der Tat bestätigte die Polizei am Mittwoch ebenso wenig wie eine Verbindung zu einer Amok-Drohung am Ende des vergangenen Jahres am Welfen-Gymnasium. Es sei von einer Amoktat eines Einzeltäters auszugehen, informierte Dobrindt weiter (Stand: Donnerstagmorgen). Dass das Schulgelände nach der Festnahme noch weiterhin gründlich untersucht wurde, entspreche dem üblichen Vorgehen, erklärte ein Sprecher der Polizei. Täter nach 17 Minuten überwältigt Dobrindts Dank galt ausdrücklich den Rettungs- und Einsatzkräften. 150 Polizisten und 160 Rettungskräfte waren im Einsatz. Ihr Einsatz und auch jener der Lehrkräfte, die halfen, den Täter 17 Minuten nach der Erstmeldung zu überwältigen, sei beeindruckend. Die schreckliche Tat wirke traumatisierend und habe in die Schongauer Stadtgesellschaft Wunden gerissen, die noch lange anhalten würden. Die Gedanken und Gebete seien „bei den Verletzten, bei den Opfern, bei den Angehörigen, bei den Familien, bei den Schülern, bei den Lehrern, bei den Einsatzkräften“. Auch Landrat Dr. Johann Bertl zeigte sich bestürzt über die „fürchterliche und grausame Tat“, die erschrecke und betroffen mache. Kein Elternteil wolle so etwas erleben. „Gott sei Dank“ seien die beiden Mädchen außer Lebensgefahr. Auch er dankte den Lehrkräften, den Polizisten und der Feuerwehr ausdrücklich für ihren mutigen Einsatz. Bürgermeister Thomas Schleich: „Schwarzer Tag für Schongau“ „Dies ist ein schwarzer Tag für unsere Stadt“, zeigte sich Schongaus Bürgermeister Thomas Schleich gegenüber dem Kreisboten betroffen. „Die Gedanken sind bei den Verletzten, den Familien und allen Schülern und Lehrkräften, die dieses schreckliche Ereignis unmittelbar miterleben mussten.“ In dunklen Stunden wie diesen gelte es als Stadtgemeinschaft, sich gegenseitig zu unterstützen. Die Geschehnisse werden Spuren hinterlassen. Die Schüler bei der Verarbeitung des Erlebten und der Heilung auch seelischer Wunden zu begleiten, werde eine große Aufgabe. Respekt, Mitgefühl und gegenseitige Unterstützung seien jetzt gefragt. Schleich hatte von den Vorfällen in seiner Heimatstadt erfahren, als er auf dem Städtetag in Landshut weilte, und sich direkt ins Auto gesetzt. Während der Fahrt habe er mitverfolgt, wie die Räder vor Ort ineinander griffen. Großer Dank gelte den Einsatzkräften und allen Helfern. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten von Schongau“, äußerte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Mittwochnachmittag. „Solch eine schreckliche Tat reißt nicht nur sichtbare, sondern auch viele unsichtbare Wunden.“ Deren Heilung werde lange dauern. „Wir stehen in diesen schweren Stunden alle zusammen. Die Schulfamilie und Angehörige brauchen jetzt Zeit, Kraft und Zuspruch, die Ereignisse zu verarbeiten. Danke allen, die jetzt Hilfe leisten und füreinander da sind – und danke an unsere Polizei und alle Rettungsorganisationen für das schnelle und entschlossene Eingreifen. Dieses Miteinander gerade in Notsituationen zeichnet unser Land aus.“ Die vorangegangenen Entwicklungen des Tages finden Sie hier in unserem Ticker. „Keine zusätzlichen Ängste schüren“: Therapeutin erklärt, wie man Kindern nach Gewalttaten helfen kann.

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