Stauffenberg-Enkel rügt Kabarettisten Steimle nach AfD-Auftritt
Ein Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle am Dienstagabend bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung in Dessau in Sachsen-Anhalt sorgt für Empörung. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Steimles Äußerungen zu Bundeskanzler Friedrich Merz und Ex-Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU). Steimle hatte bei der AfD-Veranstaltung unter anderem auf das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 angespielt und mit Blick auf Merz gesagt: "Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal: Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?" Der Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatte am 20. Juli 1944 mit einem Bombenattentat versucht, NS-Diktator Adolf Hitler zu töten. Außerdem sprach Steimle auf der Veranstaltung darüber, Merkel "an die Wand" zu stellen oder aufzuhängen. Stauffenberg-Enkel: "Geschichtsklitterung" und "politische Verwahrlosung" Karl Graf Stauffenberg, ein in Unterfranken lebender Enkel von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, kritisiert nun auf Instagram scharf Steimles Äußerungen: "Mein Großvater starb im Widerstand gegen Adolf Hitler. Die AfD macht seinen Namen nun zu einer Gewaltpointe gegen einen demokratischen Bundeskanzler. Mein Großvater, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, stellte sich einer mörderischen Diktatur entgegen. Dafür wurde er erschossen. Der Satiriker Uwe Steimle missbraucht seinen Namen nun auf einer AfD-Bühne gegen Bundeskanzler Merz." Auch Steimles Äußerungen in Bezug auf die ehemalige Bundeskanzlerin kritisiert der Stauffenberg-Enkel scharf: "Von Angela Merkel spricht er von 'an die Wand stellen'. Das ist keine Satire. Das ist Geschichtsklitterung und politische Verwahrlosung. Und der AfD-Bundeschef Tino Chrupalla und der Spitzenkandidat Siegmund? Sie sitzen daneben und lachen." Verharmlosung der NS-Diktatur Karl Graf Stauffenberg sagt weiter, "wer den deutschen Widerstand zur Gewaltpointe erniedrigt, verharmlost die NS-Diktatur. Und wer dabei schweigt und lacht, disqualifiziert sich für jegliches Regierungsamt". Das Vermächtnis des 20. Juli 1944 gehöre dem Kampf gegen Tyrannei, nicht dem Enthemmnis der AfD.