Steckdosenleisten für den Haushalt im Test
Strom sparen auf Knopfdruck. Im ntv Produkt-Check testen wir vier beliebte Steckdosenleisten bis 15 Euro. Was macht gute Qualität aus und wie setzt man sie im Haushalt richtig ein? "Erst mal würde ich schauen, was auf der Leiste steht: Wie hoch darf sie belastet sein?", sagt Elektroingenieur Paul Jansen, der unseren Test fachlich begleitet. Alle Modelle im Vergleich haben eine Leistungsgrenze von 3500 bis 3680 Watt bei 230 Volt. "Überlastung ist ein Hauptgrund für Wohnungsbrände: Der innere Leiter wird warm und kann den Kunststoff entzünden." Worauf unser Experte beim Kauf außerdem achtet, zeigt der folgende Test. Steckdosenleisten mit Schalter im Test - das Fazit Als Testsieger überzeugt die Steckdosenleiste von Brennenstuhl*, die stabil, sicher und flexibel einsetzbar ist. Im Vergleich zeigt sie keine Schwächen. Sehr gut schneidet auch der kompakte, praktische Dreifachstecker von Hama* ab - er bietet zudem das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. So testen wir die Mehrfachsteckdosen von Hama, Brennenstuhl und Co. Für unseren Vergleich belasten wir die vier Multistecker bis zur zulässigen Leistungsgrenze - alle Modelle bestehen diesen Test. Viele Steckdosenleisten stehen auf Schränken oder Regalen: Gehen sie kaputt, wenn sie aus zwei Metern Höhe herunterfallen? Auch das prüfen wir im Praxistest. Sicherheit und Kennzeichnung: Wir haben vier Steckdosenleisten ausgewählt, die mit CE gekennzeichnet sind. Damit erklärt der Hersteller, dass sein Produkt die relevanten EU-Richtlinien erfüllt. Außerdem tragen unsere Dreifachstecker ein GS-Siegel ("Geprüfte Sicherheit"), sind daher von einer unabhängigen Stelle (zum Beispiel vom TÜV) auf die Einhaltung von Sicherheitsnormen getestet worden. Die Warn- und Sicherheitshinweise sowie die technischen Daten sind alle erkennbar auf den Mehrfachdosen angebracht. Allerdings bleibt die Frage: Ist ein erhöhter Berührungsschutz eingebaut und korrekt gekennzeichnet? Material und Handhabung: Alle Leisten im Test besitzen ein Kunststoffgehäuse mit jeweils drei, um 45 Grad gedrehten Steckplätzen. Im Alltag zeigt sich: Passt die Länge des Kabels zum vorgesehenen Einsatz und lässt es sich flexibel verlegen? Außerdem wichtig: Wie stabil sitzen die Stecker, wie robust wirken die Gehäuse und gibt es sinnvolle Zusatzfunktionen? Preis-Leistungs-Verhältnis: Am Ende zählt das Gesamtpaket: Wie ausgewogen ist die Kombination aus Sicherheit, Ausstattung und Handhabung im Verhältnis zum Preis? Diese Dreifachstecker testen wir Unter den Verlinkungen sind je nach Hersteller auch 5- oder 6-fach-Steckdosenleisten und weitere Kabellängen erhältlich. Testsieger: Brennenstuhl Eco-Line, Steckdosenleiste 3-fach, circa 9 Euro* Preis-Leistungs-Sieger: Hama Steckdosenleiste 3-fach, circa 5 Euro* Feletec 3-fach Steckdosenleiste, einzeln schaltbar, circa 15 Euro* REV Steckdosenleiste - Mehrfachsteckdose 3-fach mit Flachstecker, circa 9 Euro* Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert. Testsieger: Brennenstuhl Eco-Line Kurz und knapp: Sicher, stabil und flexibel im alltäglichen Einsatz. Der Testsieger von Brennenstuhl* hat mit fünf Metern das längste Kabel im Testfeld. Es erreicht auch entferntere Wandsteckdosen problemlos und wirkt angenehm elastisch. Die maximale Belastung des Dreifachsteckers beträgt 3500 Watt - die Gesamtleistung aller angeschlossenen Geräte darf diesen Wert nicht überschreiten. Ein typisches Trio aus Toaster, Wasserkocher und Kaffeemaschine kann diese Grenze übersteigen, wenn alle drei gleichzeitig mit voller Leistung laufen. Das gilt für alle Steckdosenleisten und wird von uns mit einem Strommessgerät überprüft. Die Buchsen sind mit integrierten Plättchen verdeckt. Sie öffnen sich nur, wenn beide Steckerstifte gleichzeitig eingeführt werden. Das ist der erhöhte Berührungsschutz, der für Haushalte mit Kindern zu empfehlen ist. Die Stecker der angeschlossenen Geräte müssen dadurch etwas kräftiger eingesteckt werden. Brennenstuhl gibt für diese Leiste explizit die Schutzart IP20 an. Das bedeutet: Schutz gegen Fingerkontakt und grobe Fremdkörper in den Öffnungen, aber nicht gegen Wasser - die Leiste ist ausschließlich für trockene Innenräume gedacht. Das Gehäuse besteht aus Polypropylen, einem Kunststoff, der als besonders bruchstabil gilt. Den Härtetest aus zwei Metern Höhe besteht die Leiste dann auch und zeigt keinen Kratzer. Preis-Leistungs-Sieger: Hama Steckdosenleiste Kurz und knapp: Kompakter und praktischer Dreifachstecker, das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Wie der Testsieger besitzt die Steckdosenleiste von Hama* einen Leitungsquerschnitt von 1,5 mm². Darauf achtet unser Experte Paul Jansen beim Kauf ganz besonders: "Die 1,5 mm² reduzieren das Risiko von Überhitzung und sind im gewerblichen Bereich vorgeschrieben." Die Kabellänge von Hama ist mit 1,4 Metern knapp, wenn die Leiste weiter entfernt von der Wandsteckdose liegt, aber passend, wenn diese sich direkt am Schreibtisch befindet. Die Buchsen sind mit einem innenliegenden Mechanismus versehen, der den Berührungsschutz erhöht. Die Stecker sitzen zuverlässig, und das Gehäuse erweist sich im Härtetest als robust: Der Sturz aus zwei Metern Höhe verursacht keine Schäden. Laut Hersteller wird bei Verpackungen und Produkten Wert auf Nachhaltigkeitsaspekte gelegt. Feletec 3-fach Steckdosenleiste - funktioniert flexibel Kurz und knapp: Wandbefestigung möglich, Standby-Verbrauch gezielt reduzierbar - die Beschreibung ist allerdings missverständlich. Die Steckdosenleiste von Feletec* ist das teuerste Modell im Testfeld und zeigt klare Stärken: Jede der drei Buchsen lässt sich separat ein- und ausschalten. Das 1,5 Meter lange Kabel können wir gut verlegen. Über zwei Befestigungslöcher lässt sich das Gehäuse an Wand oder Tisch anbringen. Zwei Punkte sind dagegen unnötig unklar: Auf der Leiste selbst ist die Maximalbelastung mit 3680 Watt angegeben, auf dem Sicherheitsetikett am Kabel mit 3500 Watt - ein Unterschied, der verwirrt, in der Praxis aber kaum relevant ist. Und: Online wird der Feletec-Mehrfachstecker mit einer "Kindersicherung" beworben, "um maximale Sicherheit zu gewährleisten". Auf Nachfrage erklärt der Hersteller, dass die Leiste über einen erhöhten Berührungsschutz verfügt. Gemeint ist das mechanische Shutter-System mit Kunststoffplättchen, das das direkte Einstecken von Fingern oder Gegenständen erschwert. Laut Elektrotechnik-Verband VDE dürfen Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz jedoch nicht als "kindersicher" beworben werden - sie bieten zusätzlichen, aber keinen vollständigen Kinderschutz. Unseren Sturztest übersteht die Feletec-Leiste unbeschadet. REV Steckdosenleiste - komfortabel flach Kurz und knapp: Zweckmäßige und günstige Leiste mit der Besonderheit eines Flachsteckers. Die Mehrfachleiste von REV* bietet einen Flachstecker mit Griff, der hinter Möbelstücken nur etwa 8 Millimeter Platz benötigt. So können Schränke, Sofas oder Betten näher an die Wand gerückt werden - praktisch, wenn Wandsteckdosen ungünstig hinter dem Mobiliar liegen. Das Kabel ist mit zwei Metern mittellang und hat wie die Konkurrenz einen Querschnitt von 1,5 mm². Beim Ein- und Ausstecken fällt angenehm auf, dass die Stecker weder zu locker sitzen noch schwergängig sind. Das Gehäuse wirkt ordentlich verarbeitet. Im Falltest aus zwei Metern Höhe bleibt auch diese Leiste unbeschädigt. REV weist auf der Verpackung einen erhöhten Berührungsschutz aus, online wird dieser Sicherheitsaspekt allerdings kaum hervorgehoben. Steckdosenleisten - wichtig zu wissen Schalter: Mit einem Schalter an der Steckdosenleiste kann der Standby-Verbrauch der angeschlossenen Geräte komplett abgeschaltet werden. Unser Experte Paul Jansen sagt: "Es gibt drei klare Vorteile: Ein Schalter spart Energie. Er verringert die Brandgefahr, wenn mehrere Geräte - etwa in der Medienecke - gemeinsam geschaltet werden. Außerdem ist er praktisch, weil sich mehrere Geräte mit einem Klick an- und ausschalten lassen." Wenn der Standby-Verbrauch täglich für acht Stunden abgeschaltet wird, erspart das bei einer "Medienecke" mit TV, Receiver, Konsole und vielleicht Router circa 60 bis 150 Kilowattstunden pro Jahr, je nach Gerät und Strompreis also bis zu etwa 60 Euro jährlich. Insgesamt kann der Standby-Verbrauch in Haushalten deutlich über 100 Euro jährlich ausmachen. "Kindersicherung": Um Kinder nicht zu gefährden, sind Steckdosen und Steckdosenleisten mit integriertem erhöhtem Berührungsschutz (Shutter-System) sicherer. Die Löcher sind mechanisch verriegelt und öffnen sich erst beim gleichzeitigen Einstecken beider Kontaktstifte. Klassische Schutzplättchen zum Einlegen gelten übrigens als problematisch: Sie können den Kontakt verschlechtern, den Übergangswiderstand erhöhen und damit die Brandgefahr steigern. Fachverbände wie der VDE raten davon ab. Sicherheitshinweise für Mehrfachsteckdosen Geräte mit hoher Wärmeerzeugung und Wattleistung - etwa Heizlüfter, Grills, Wasserkocher, Waschmaschinen, Wäschetrockner oder Geschirrspüler - lieber nicht an eine Steckdosenleiste anschließen, sondern direkt an eine Wandsteckdose. Das Kabel der Steckdosenleiste immer vollständig ausrollen, damit es sich nicht überhitzt. "Liegen die Leitungen dicht aneinander, heizen sie sich gegenseitig auf und können die Wärme nicht ausreichend abgeben", sagt Paul Jansen. Steckdosenleisten niemals mit Vorhängen bedecken und keine Textilien darauf liegenlassen. Dadurch kann sich Wärme stauen und die Leiste überhitzen. Mehrfachstecker staubfrei halten. Ablagerungen von Staub können sich bei Funkenbildung entzünden. Normale Haushalts-Steckdosenleisten nur in trockenen Innenräumen verwenden - also nicht im Bad, im Spülbereich der Küche oder draußen. Mehrere Steckdosenleisten hintereinander zu stecken ist brandgefährlich. Unser Experte Paul Jansen erklärt: "Dabei erhöhen sich die Übergangswiderstände und die Belastungsgrenze wird meist überschritten."