Stefan Thumann: Russische Agenten planten Anschlag auf Donaustahl-Chef
Putins Agenten spähten ihn aus Geheimdienst bereitete Anschlag auf deutschen Rüstungschef vor Von t-online, jse 05.08.2026 - 21:25 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Russische Agenten sollen den Chef eines deutschen Drohnenbauers monatelang in Bayern ausspioniert haben. Der Fall gilt als sicherheitspolitisch brisant, der Manager steht unter Schutz. Nach Recherchen der Wochenzeitung "Die Zeit" ist der Chef des deutschen Drohnenherstellers Donaustahl, Stefan Thumann, Ziel eines mutmaßlichen Anschlagsplans eines russischen Nachrichtendienstes gewesen. Deutsche Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass Agenten über Monate hinweg Vorbereitungen für einen Angriff auf den Rüstungsmanager trafen und ihn an seinem Wohnort in Bayern systematisch ausspähten. Zwischen Dezember 2025 und März dieses Jahres sollen zwei mutmaßliche Agenten Thumann beobachtet haben. Sie sollen Fotos und Videos von seinem Wohnhaus sowie von der Meldeadresse des Unternehmens angefertigt und im Internet umfangreiche Informationen über ihn zusammengetragen haben. Ende vergangenen Jahres sei ein ausländischer Nachrichtendienst mit entsprechenden Hinweisen an die deutschen Behörden herangetreten, heißt es. Festnahmen in Spanien Im Frühjahr wurden in Spanien und in Nordrhein-Westfalen zwei Verdächtige festgenommen, die im Zusammenhang mit dem Fall stehen sollen: Sergey N., ein Ukrainer, und Alla S., eine Rumänin. Der Generalbundesanwalt hat gegen beide Haftbefehle wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit für einen ausländischen Nachrichtendienst erlassen. Die Anwälte der Beschuldigten wollten sich bislang nicht äußern. Für Stefan Thumann haben die Erkenntnisse unmittelbare Konsequenzen. Der Rüstungsmanager steht den Angaben zufolge mittlerweile unter Personenschutz, seine Gefährdung gilt als sehr hoch. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt lässt sich fortlaufend über den Stand der Ermittlungen unterrichten, der Fall gilt als sicherheitspolitisch brisant. Nach den vorliegenden Informationen ist Thumann möglicherweise nicht der einzige Betroffene. Mindestens ein weiteres deutsches Rüstungsunternehmen soll im Visier russischer Geheimdienste stehen. Zudem wurden an der serbisch-ungarischen Grenze, nahe der Stadt Subotica, zwei weitere Verdächtige festgenommen, in deren Lastwagen Beamte präparierte Verstecke für Sprengstoff entdeckt haben. Auf ihren Handys sollen Kontakte zu einem russischen Geheimdienst gefunden worden sein, das mutmaßliche Ziel des Lastwagens soll ebenfalls ein Ort in Bayern gewesen sein. Die Ermittler schließen nicht aus, dass das Leben eines weiteren Rüstungsmanagers gefährdet ist.