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Stefanie Heinzmann über die dunkelsten Momente in ihrem Leben

Unterhaltung

Ein Album, das für das Leben steht Erschreckende Tagebucheinträge Selbsteinweisung in die Psychiatrie Sängerin trotz psychischer Probleme In dem Interview mit Kristian Thees geht es um Suizidgedanken und selbstverletzendes Verhalten. Wenn euch diese Themen momentan nicht gut tun, dann solltet ihr den Artikel lieber nicht lesen. Hier findet ihr Hilfsangebote, für den Fall, dass ihr mit ähnlichen Problemen zu kämpfen habt. ❤️ Stefanie Heinzmann über ihre dunkelsten Momente – und rettende Auswege Das ganze Gespräch zwischen Kristian Thees und Stefanie Heinzmann könnt ihr hier anhören: Wie das Leben zu Stefanie Heinzmanns Songs wird Kristian: Die Songs auf deinem aktuellen Album „Circles“ haben alle eine Bedeutung, stehen für eine Phase deines Lebens. „Oceans“ steht wofür? Stefanie: Wir haben immer wieder Situationen, in denen wir Angst haben. In denen uns das Leben Angst macht. Ich finde, das Meer ist ein ganz tolles Bild für das Leben [Anm. d. Red.: Daher der Songtitel „Oceans“, Englisch für „Meere“]. Es ist auf der einen Seite etwas, das sich so vertraut anfühlt. Auf der anderen Seite ist es aber auch dieses Unergründliche. Diese Tiefe, die uns ja auch Angst macht. Aber ich bestehe aus Wasser. Ich lasse mich treiben. Kristian Thees: Welcher Gegenstand steht symbolisch für deine Zukunft? Stefanie Heinzmann: Ich würde sagen mein Tagebuch. Es ist mein ständiger Begleiter. Es gab Jahre, da habe ich jeden Tag was reingeschrieben. Jetzt ist es eher so ein Festhalten. Ich bedanke mich, ich teile mit, was gerade da ist. Auch dieses Interview hat uns sehr berührt. Comedian Torsten Sträter spricht nach seiner Krebserkrankung darüber, wie sich sein Leben verändert hat und was er jedem gern mitgeben würde: Im Talk mit Felix Lobrecht Torsten Sträter spricht über Krebserkrankung: „Fang an, dir dein Leben anders einzuteilen“ Torsten Sträter spricht über seine Krebserkrankung. Im Talk mit seinem Comedy-Kollegen Felix Lobrecht gibt er Einblicke, was sich für ihn im Leben dadurch verändert hat. Stefanie Heinzmann: „Ich will nicht sterben, aber ich kann nicht mehr leben“ Kristian: Du sprichst sehr offen über die düsteren Zeiten in deinem Leben. Und im Prinzip ist aus diesen Erlebnissen ein Konzeptalbum erstanden. Du hast es mit Hilfe deiner Therapeutin entwickelt. Welcher Tagebucheintrag hat dich wirklich erschreckt? Stefanie: Da war ich zwischen 16 und 17. Da habe ich geschrieben, ich will nicht sterben, aber ich kann nicht mehr leben. Und das fand ich so traurig, das zu lesen. Von einem jungen Menschen, der eigentlich alles hat. Aber ich hatte damals mit 16 einen Bandscheibenvorfall. Das hat zu vielen Schmerzen geführt. Ich habe mir gewünscht, dass man mir das Bein abnimmt. Das tat einfach so weh. ‚Könnt ihr mir einfach dieses Bein abnehmen?‘ Das waren düstere Gedanken zu der Zeit. Stefanie Heinzmann im Interview: Mobbing, Selbstverletzung, Körperhass Kristian: Du hast Mobbing erfahren. Du hast dich selbst gehasst und hässlich gefühlt, du hast dich geritzt. Du hast nie das Gefühl gehabt, dass du weiblich genug bist. Hast irgendwann auch nicht mehr normal gegessen. Wann ging dir die Kraft aus? Stefanie: Als das alles zusammenkam. Ich habe innerhalb von zwei oder drei Monaten 13 Kilo verloren.Ich habe mit 1,66 Metern knapp 45 Kilo gewogen und das war einfach zu wenig. Ich habe mich verletzt. Ich war wahnsinnig destruktiv mir gegenüber. Essstörungen können tödlich enden. Hier gibt es Infos und Hilfsmöglichkeiten: „Meine Tochter redet sich ihre Essstörung mit Body Positivity schön“ Ich hatte nie den Plan, Sängerin zu werden. Mein Plan war, Sekretärin zu werden und nebenbei zu singen. Das wollte ich, so habe ich mich gesehen. Ich hatte viele Shows mit meiner Coverband und mir ist die Kraft ausgegangen. Ich war so müde und erschöpft und ich konnte überhaupt nicht mehr. Ich war die ganze Zeit heiser. ‚Also Stefanie, wenn du singen willst, musst du halt essen.‘ Habe ich dann zu mir gesagt. Ich habe dann natürlich viel ambulante Therapie gemacht. Ich habe wirklich viele, viele, sehr starke Medikamente genommen. Weitere Interviews im Podcast Promi-Talk mit Thees Die ambulante Therapie hat nicht so viel geholfen. Ich bin immer wieder zurückgefallen. Dann bin ich an einen Punkt gekommen, wo ich gesagt habe, ich kann nicht mehr. Ich schaffe es nicht mehr. Ich habe zu meiner Mama gesagt: ‚Mama, ich wünsche mir so sehr, einen Unfall zu haben, weil ich so gerne im Krankenhaus wäre.‘ Der eigentliche Wunsch in diesem Satz, in dieser Aussage ist: Ich möchte einen Grund haben, dass man mich in Ruhe lässt. Dass man sich um mich kümmert und mich in den Arm nimmt und mich behätschelt und tätschelt. Und dann habe ich mich angemeldet für die Psychiatrie, für die geschlossene Psychiatrie. Stefanie Heinzmann: Trotz Ängsten zur erfolgreichen Sängerin Kristian: Dann hattest du ja einiges hinter dir, als plötzlich alles losging. Dein Bruder hat dich damals bei dieser Sendung [Anm. d. Red.: gemeint ist eine Castingshow von Stefan Raab im Rahmen von TV Total 2007 bis 2008] angemeldet. Von dir aus hättest du das nie gemacht. Wer hat dir denn geholfen, das, was jetzt auf dich zukam, zu verarbeiten, zu managen? Denn im Prinzip warst du ja in einer relativ labilen Phase. Stefanie: In einer relativ wahnsinnigen Phase. Ich war super labil, wirklich. Aber ich bin auch jemand, der so drauf ist: Ach guck mal, jetzt machen wir das. Wirklich, das machen wir jetzt. Ja, dann machen wir das halt! Ich hatte immer viele Ängste, habe aber trotzdem immer alles gemacht. Und das ist irgendwie eine Charaktereigenschaft, die ich sehr gerne an mir mag. Ich habe wegen meiner Vorgeschichte währenddessen auch Therapie gemacht. Viel Gesprächstherapie, aber auch energetische Therapie. Und das hat mir geholfen. Ich hatte ein tolles Umfeld. Ich habe eine tolle Familie. Mein Bruder war an meiner Seite. Und sonst, ich meine ... Wie jeder Mensch das so macht. Man gibt irgendwie sein Bestes. Ist zwischendurch verzweifelt und es läuft wieder gar nicht. Und es geht aber halt einfach weiter. Und ich glaube, das ist das Magische am Leben.Es geht einfach weiter. Ein ähnlich berührendes Interview führte Kristian Thees im SWR3 Podcast auch mit der Autorin Cornelia Funke:

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