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Stelldichein der Stars - Varfolomeev, Märtens und Co. bei den Finals 2026

Sport

So etwas hat Andreas Toba in seiner langen Karriere auch noch nicht erlebt. Der zweimalige Vize-Europameister am Reck ist als "Hero de Janeiro" in die deutsche Turn-Geschichte eingegangen und hat seine internationale Karriere längst beendet, doch der viermalige Olympia-Teilnehmer fiebert dem Wettkampf in seiner Geburtsstadt entgegen: "Das wird etwas Besonderes für mich, mein erster großer Wettkampf in Hannover", sagte der 35-Jährige vom TK Hannover. Olympiasieger, Welt- und Europameister sind bei den Finals dabei, die am Mittwoch (22.07.2026) ab 16 Uhr auf einer schwimmenden Bühne auf dem Maschsee eröffnet werden. Zu den absoluten Stars zählt Darja Varfolomeev, die bei den Sommerspielen in Paris mit einer fantastischen Vorstellung zur ersten deutschen Olympiasiegerin in der Rhythmischen Sportgymnastik avancierte - und damit ihren ebenso eleganten wie anspruchsvollen Sport in den Fokus rückte. Ihrer ohnehin eindrucksvollen Sammlung kann die elfmalige Weltmeisterin nun die nächsten Titel hinzufügen. Schwimmer mit letztem Test vor der EM Für einen der Höhepunkte in der französischen Metropole hatte 2024 auch Schwimmer Lukas Märtens gesorgt. Der Olympiasieger und Weltrekordler über 400 m Freistil startet bei den Finals über 100 und 200 m Freistil und geht damit einem Duell mit Sven Schwarz aus dem Weg. Der WM-Zweite über 800 und 1500 m Freistil von Waspo 98 Hannover tritt bei seinem Heimspiel über 400 und 800 m Freistil an und trifft dabei unter anderem auf die Freiwasser-Asse Florian Wellbrock, 2020 in Tokio Olympiasieger über 10 km und Kurzbahn-Weltrekordler über 1500 m Freistil, sowie Oliver Klemet, den Olympia-Zweiten von Paris über 10 km. Überhaupt ist bei den Schwimm-Wettkämpfen Deutschlands Crème de la Crème dabei, darunter 100-m-Brust-Weltmeisterin Anna Elendt, Isabel Gose, Olympiadritte über 1500 m Freistil, und die zweimalige Schmetterlings-Weltmeisterin Angelina Köhler. Und das aus gutem Grund: Die Finals sind die letzte Standortbestimmung für die deutschen Top-Schwimmer vor ihrem Saison-Höhepunkt bei den Europameisterschaften vom 31. Juli bis zum 16. August in Paris. Dort will nicht zuletzt Märtens an der Stätte seines größten Triumphes den nächsten großen Erfolg feiern. Sonderfall Leichtathletik: Nur Stabhochsprung in Hannover Auch für die Leichtathleten geht es bei den deutschen Meisterschaften um die letzten Tests und die letzten Tickets vor der EM vom 10. bis 16. August in Birmingham. Allerdings ist die Leichtathletik ein Sonderfall, denn fast alle Titel werden nicht in Hannover, sondern am Samstag und Sonntag im Wattenscheider Lohrheidestadion in Bochum vergeben. In der niedersächsischen Landeshauptstadt gibt es kein passendes Stadion. Nur die Stabhochspringer und Stabhochspringerinnen ermitteln bereits am Donnerstag und Freitag im Rahmen der Finals in Hannover ihre deutschen Meister vor spektakulärer Kulisse auf dem Opernplatz im Herzen der Stadt. Im Fokus wird dann auch Bo Kanda Lita Baehre stehen. Der EM-Zweite von 2022 hat vier Jahre nach seinem Erfolg in München wieder an seine damalige Leistung angeknüpft und zuletzt zum zweiten Mal in seiner Karriere 5,90 m gemeistert. Überhaupt präsentieren sich die DLV-Athleten in herausragender Form. Tokio-Olympiasiegerin Malaika Mihambo ist gerade beim Diamond-League-Meeting in London bei 7,05 m gelandet - die größte Weite seit ihrem EM-Sieg vor 25 Monaten in Rom (7,22). An selber Stelle brillierte Emil Agyekum über 400 m Hürden und knackte den deutschen Uralt-Rekord von Harald Schmid. Auch Robert Farken liefert aktuell nationale Bestmarken regelrecht am Fließband - zuletzt ebenfalls in London erneut über 1500 m sowie über die Meile. Europarekordler Frederik Ruppert ist sowohl über 3.000 Meter Hindernis als auch über 5.000 Meter gemeldet. Sollte er sich für die Hindernisse entscheiden, könnte es zum spannenden Duell mit Titelverteidiger Karl Bebendorf kommen, der ebenfalls eine starke Saison abliefert. Dazu Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry (vormals Ogunleye), Sprint-Königin Gina Lückenkemper, der wiedererstarkte Julian Weber im Speerwurf und die glänzend aufgelegte zweimalige Hindernis-Europameisterin Gesa Krause - in Nordrhein-Westfalen schlägt an diesem Wochenende das Herz der deutschen Leichtathletik. 24 Sportarten zu Gast in Hannover Gut 200 Kilometer entfernt geht es in klassischen wie in Trendsportarten bunt und vielseitig zu. Bogenschütze Florian Unruh hat mit 33 gerade seinen Rücktritt aus dem Nationalkader bekannt gegeben, die Finals will sich der Olympia-Zweite von Paris aber nicht entgehen lassen. Im Turnen starten neben Toba Barren-Europameister Nils Dunkel, die zweifache Europameisterin Karina Schönmaier und Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer-Betz. Im Blickpunkt steht zudem Helen Kevric, die nach schwerer Knieverletzung zurück ist. Im Sand auf dem Opernplatz tritt Louisa Lippmann erstmals mit ihrer neuen Partnerin Melanie Paul an. Wie klappt der Start ins ambitionierte Beachvolleyball-Projekt "Olympia Los Angeles 2028"? Auch Sandra Ittlinger und Kim van de Velde haben sich neu zusammengefunden. Routiniert und seit Jahren erfolgreich sind dagegen Cinja Tillmann und Svenja Müller, die Europameisterinnen von 2024. Hannovers Sportgrößen besonders im Fokus Die Zuschauer haben in Hannover die Qual der Wahl - und können die Stars ihres Sports hautnah erleben. Wie Tim Hellwig und Laura Lindemann, die Staffel-Olympiasieger im Triathlon, oder Marie Reichert, Olympiasiegerin im 3x3-Basketball. Beim Ju-Jutsu am Freitag (24.07.2026) gibt es in Fabian Meyer, Denise Krahn und Alexa Frei gleich drei aktuelle Weltmeister zu bestaunen. Für Para Ruderweltmeisterin Kathrin Marchand, die Kanu-Olympiasieger Max Lemke und Jacob Schopf sowie Kanu-Europameisterin Pauline Jagsch geht es auf dem Maschsee um die Medaillen. Ganz besonders werden naturgemäß die Lokalmatadoren im Rampenlicht stehen. Kanutin Paulina Paszek vom Hannoverschen Kanu-Club war mit Silber und Bronze im Vierer- und Zweier-Kajak aus Paris heimgekehrt. Das Konterfei von Ju-Jutsu-Europameister Rudi Schophaus ziert für die Finals die Tram der niedersächsischen Landeshauptstadt, wo er wie Judo-Vize-Weltmeisterin Anna Monta Olek geboren ist. Beste Gesellschaft also für Routinier und Rio-Hero Andreas Toba.

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