Stiftung Warentest: Worauf bei Saug-Wisch-Robotern achten?
Saug- und Wischroboter übernehmen regelmäßig die Bodenreinigung, doch können sie manuelles und gründliches Wischen ersetzen? Experten sind skeptisch. Stiftung Warentest hat erst im Juni 2026 seine Datenbank an Saug- und Wischrobotern um sieben neue Geräte erweitert. Das Ergebnis des Testartikels ist weiterhin ernüchternd. Gerade mal drei Modelle erhalten das Gesamturteil „gut“.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Produkte von Stiftung Warentest als „gut“ bewertet werden und zudem viele weitere Tipps, Fragen und Antworten zum Saug- und Wischroboter.
Insgesamt 44 Saug-Wisch-Roboter wurden seit 2023 von Stiftung Warentest genauer unter die Lupe genommen, einzig drei erhielten das Qualitätsurteil „gut“. Zwei von den dreien waren sogar beim ersten Testlauf 2023 schon in der Datenbank vorhanden.
Vor allem Teppichböden drücken das Testurteil vieler Produkte. Hier kommen nur noch zwei Modelle auf die Teilnote „gut“.
Besonders interessant: Das Vorwerk-Modell ist der einzige Staubsauger, der insgesamt als „gut“ gilt und in der schwierigen Kategorie „Teppichsaugen“ überzeugen kann.
Die ersten Saug-Wisch-Roboter waren nach dem Zufallsprinzip in den Räumen unterwegs; günstigere Modelle sind es oft noch, sagt Ralf Gaida, Projektleiter bei der Stiftung Warentest in Berlin. „Das ist ineffizient und eigentlich schon eine veraltete Technik.“ Moderne Geräte verwenden dagegen Laser-Navigation oder kamerabasierte Systeme. Hiermit lässt sich die Wohnung systematisch abfahren und kartieren.
Die Geräteeinstellungen erfolgen in der Regel über eine App, erklärt Martina Schäfer, Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft. Damit können Nutzerinnen und Nutzer festlegen, welche Räume der Saug- und Wischroboter reinigen soll und welche Bereiche gegebenenfalls außen vor bleiben sollen.
Bei hochpreisigen Geräten gibt es laut Ralf Gaida eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten. Etwa von der Wassermenge, die der Roboter zum Wischen nutzen soll, bis hin zur Option, den Mopp nach dem Reinigungsvorgang mit heißer Luft zu trocknen.
Seitenbürsten sorgen dafür, dass loser Schmutz aus Ecken zur Mitte gelangt. Dort nimmt ihn eine Hauptbürste (Walze) auf. Über einen Saugmotor gelangt der Schmutz in den Staubbehälter. Fürs Wischen gibt es einen Wassertank, der ein Wischtuch, rotierende Wischpads oder Walzen befeuchtet.
„Teilweise reinigen die Geräte die Wischpads selbst und pumpen das Schmutzwasser in einen weiteren Tank“, sagt Ralf Gaida. Damit es nicht zu unangenehmen Gerüchen kommt, trocknen die Geräte ihre Wischpads zum Teil mit heißer Luft selbst.
„Die Nutzung eines Saug- und Wischroboters spart Zeit“, so Martina Schäfer. So ist es möglich, dass das Gerät die Wohnung reinigt, wenn man selbst nicht zu Hause ist. Auch für Menschen, die aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen nicht so mobil sind, kann aus ihrer Sicht der Roboter eine Entlastung sein.
Allerdings: Der Saug- und Wischroboter sorgt nur für eine gewisse Grundreinigung. „In Ecken oder Spalten, wo ebenfalls oft Schmutz ist, gelangt er zumeist nicht“, sagt Schäfer.
Die Wischfunktion ersetzt auch nicht das gründliche Wischen: „Hartnäckige Flecken auf dem Boden, die man mit manuellem Bearbeiten wegbekommt, schafft ein Roboter nicht“, sagt Ralf Gaida. Zum einen müsse er mit erheblich weniger Wasser auskommen, als wenn herkömmlich gewischt wird. Zum anderen sei der Druck, den die Geräte auf den Boden ausüben können, eher gering.
Ihm zufolge ist auch der Aufwand nicht zu unterschätzen, damit der Roboter ständig betriebsbereit ist. Man muss etwa:
Manche Geräte sind zudem unangenehm laut. Das kann stören, falls das Gerät eingeschaltet ist, während man zum Beispiel im Homeoffice arbeitet. „Nicht zu unterschätzen ist auch, ob das Gerät von der Bauhöhe her und das Sofa, Bett oder Schrank passt“, so Gaida. Auch hier gibt es Unterschiede - also vorher Maße prüfen.
Was gibt es auf dem Markt - und wie teuer ist in etwa ein Roboter?
Es gibt eine Vielzahl von Marken. Im Preissegment bis 200 Euro sind laut Ralf Gaida eher Geräte mit veralteter Technik zu finden. „Hier dürften die Geräte noch mit Zufallsnavigation umherfahren“, so der Experte der Stiftung Warentest. Zudem hätten solche Modelle in der Regel eine einfache Wischplatte, die man zum Wischen extra per Hand anmontieren und anfeuchten muss.
In der Preislage von 800 Euro bis 1.500 Euro gibt es Ralf Gaida zufolge Geräte, die zumeist den vollen Service bieten. Allerdings reinigten nicht alle Modelle in diesem Preissegment den Wischmopp selbtätig.
Das Mittelfeld gibt es auch noch: „Hier sind durchaus gute Geräte zu finden, die auf Hartboden zum Beispiel gute Arbeit leisten“, so Gaida.
Saug- und Wischroboter sind praktisch. Aber einen Staubsauger ersetzen sie nicht. So lautet das Urteil von Warentester Ralf Gaida. „Ecken, Kanten, Postermöbel oder schwer zugängliche Stellen zum Beispiel hinter dem TV-Rack müssen nach wie vor weiter mit dem Staubsauger bearbeitet werden.“ Denn an solche Stellen komme der Roboter nicht heran.
Den klassischen Staubsauger sollte also man nicht entsorgen - man dürfte ihn aber bei einem Roboter im Haushalt sehr viel weniger brauchen.