Stihl-Chef: Neue Fertigung in Deutschland? „Da fehlt mir derzeit die Fantasie“
Herr Traub, Stihl verkauft in Deutschland fast doppelt so viele Akku- wie Benzingeräte. Warum schafft Stihl mit seinen Kettensägen, Heckenscheren und Freischneidern die Transformation zur Elektrifizierung besser als die Autoindustrie?
Stihl hat als Familienunternehmen nicht ständig den Kapitalmarkt im Nacken. Wir müssen nicht gleich unsere Strategie korrigieren, wenn es mal schlechter läuft.
Was unterscheidet Ihre Strategie von den Autoherstellern?
Wir haben nie versucht, mit Gewalt zu elektrifizieren, wie der eine oder andere Autohersteller in unserer Nähe. Unsere Maxime ist: Nicht die Technologie bestimmt, sondern der Kunde. Unser Ziel ist klar die duale Technologieführerschaft bei Verbrenner- und Akkugeräten. Aber eben im Tempo der Kunden. Diese Strategie haben wir nie geändert.
Sie haben mit dem Elektrothema aber erst sehr spät angefangen.
Die Realität im Markt bestimmt unsere Strategie. Ab 2009 hat es mit Heckenscheren angefangen, weil sie mit ihrem im Vergleich zu Kettensägen deutlich geringeren Leistungsbedarf am einfachsten auf Akkubetrieb umzustellen waren. So richtig Wumms kam erst ab 2015 mit verschiedenen Batteriesystemen für Profis. Aber erst jetzt ist mit unserem neuen Akkusystem die Zeit angebrochen, dass auch benzinbetriebene Kettensägen eins zu eins ersetzt werden können. Heckenscheren mit Benzinmotoren entwickeln wir inzwischen gar nicht mehr. Sie werden einfach nicht mehr gekauft.